Für eine ökologische, gentechnikfreie Landwirtschaft!

Für eine ökologische, gentechnikfreie Landwirtschaft!

Ein Viertel aller Ackerflächen in Deutschland ist von Wind- und Bodenerosion betroffen. Gleichzeitig steigt der Flächenverbrauch weiter: Immer mehr fruchtbare Böden werden verdichtet, degradiert oder zerstört. Überdüngung und Pestizideinsatz in der industriellen Landwirtschaft töten zudem Vögel und Insekten und belasten unsere Gewässer und das Klima. Der BUND kämpft für eine echte Agrarwende hin zu einer ökologischen Landwirtschaft.

JETZT SPENDEN FÜR EINE LANDWIRTSCHAFT MIT ZUKUNFT

Wir brauchen eine Landwirtschaft, die unsere Böden gesund hält, unser Grundwasser sauber, unsere Insekten am Leben lässt und die Klimakrise nicht weiter anheizt. Wir wollen gesunde Lebensmittel für alle und artgerechte Tierhaltung

Der BUND fordert

  • Agrarsubventionen von der industriellen auf die ökologische Landwirtschaft umlenken!
  • Flächenverbrauch begrenzen! Bodenschutz per Gesetz!
  • Zehn Prozent der Fläche jedes Agrarbetriebs für den Artenschutz bereitstellen!
  • Düngerecht verschärfen! Gewässer vor Nitrat schützen!
  • Einsatz von Pestiziden einschränken! Glyphosat vollständig verbieten!
  • Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbieten!
  • Freihandelsabkommen TTIP und CETA als Einfallstor für Gentechnik verhindern!

BUND fordert eine soziale und ökologische Landwirtschaft

Viele landwirtschaftliche Betriebe stecken in der Krise. Am „Höfesterben“ ist aber nicht der Umweltschutz schuld. Im Gegenteil: Viele Betriebe sind in den letzten 20 Jahren auch aus wirtschaftlichen Gründen zum Ökolandbau gewechselt. 

Diese Maßnahmen brauchen wir für eine soziale und ökologische Landwirtschaft: 

  • Der Einsatz von Pestiziden muss reduziert werden. Insekten sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette und als Bestäuber für Obst und Gemüse unersetzlich.
  • Der Einsatz von Dünger auf dem Acker muss reduziert werden. Durch zu viel Dünger wird unser Trinkwasser mit Nitrat belastet.
  • Die Marktmacht der großen Lebensmittelkonzern muss eingeschränkt werden. Aldi, Lidl, Nestle und Co. bestimmen die Preise. Im Gegensatz zu vielen Bauern machen sie große Gewinne.
  • Fördermittel der EU über die GAP müssen sich am Gemeinwohl orientieren: ökologisch und sozial gerecht verteilt, statt rein an der Flächengröße bemessen.
  • Bürokratieabbau darf nicht gegen demokratisch wichtige Beteiligungsprozess oder gegen Umwelt- und Naturschutz ausgespielt werden. 

Landwirtschaft muss unabhängiger werden

Gemüseacker Wir brauchen eine sozial-ökologische Agrarwende.  (Bild: Sonja Herpich/Bioland)

Die industrielle Landwirtschaft ist in hohem Maß abhängig von fossiler Energie. Weltweit verbrauchen Ernährungssysteme rund 15 Prozent aller fossilen Brennstoffe. Die fossilen Brennstoffe werden vor allem für Düngemittel, Pestizide oder als Diesel für Landmaschinen gebraucht. 
Diese Abhängigkeit birgt gleich drei Gefahren:

1. Lebensmittelversorgung wird extrem anfällig für Preissprünge auf dem Energiemarkt.

2. Die Erderwärmung verschärft sich. Das führt zu Dürren, Überschwemmungen: Folgen sind Ernteausfälle.

3. In Krisenzeiten profitieren die großen Agrar-, Energie- und Lebensmittelkonzerne. 

Wie verwundbar das System ist, zeigen aktuelle geopolitische Konflikte. Spannungen im Nahen Osten und die Blockade wichtiger Handelswege beeinträchtigen weltweit den Handel mit Öl, Gas und Düngemitteln. Ein erheblicher Teil dieser Rohstoffe wird über Seewege transportiert. Sind Lieferketten unterbrochen, steigen die Preise und die Verfügbarkeit sinkt – oft noch Monate nach dem eigentlichen Konflikt. Europa und Deutschland sind dabei doppelt abhängig: von den Preisen eingeführter Rohstoffe und von ihrer generellen Verfügbarkeit. So wird für die Herstellung von Stickstoffdünger Erdgas benötigt. Die EU importiert sehr viel Gas sowie Rohstoffe für Dünger aus Nordafrika, aus dem Nahen Osten oder den Golfstaaten. Auch Phosphat, ein zentraler Bestandteil vieler Dünger, stammt großteils aus wenigen Ländern, etwa Marokko oder China. Ohne diesen Import könnte Europas industrielle Landwirtschaft kaum in ihrer heutigen Form bestehen. Statt die Höfe noch abhängiger von fossilen Betriebsmitteln zu machen, müssen wir sie widerstandsfähiger, regionaler und ressourcenschonender aufstellen.

Ökologische Landwirtschaft stärkt natürliche Kreisläufe

Ökolandbau und Agrarökologie stäken natürliche Kreisläufe und verringern den Einsatz externer Betriebsmittel wie Mineraldünger und Pestizide deutlich. Gelingen kann das mit vielfältigen Fruchtfolgen, Mischkulturen, Agroforstsystemen, Lebensräumen für Nützlinge oder der Kombination von Ackerbau und Viehhaltung. Hülsenfrüchte wie Klee oder Bohnen können Stickstoff im Boden binden und dadurch synthetischen Dünger ersetzen. All das können übrigens auch konventionelle Betriebe umsetzen.

Klima, Böden und Artenvielfalt schützen

Internationale Studien zeigen: Mit agrarökologischen Methoden lassen sich Klima, Böden und biologische Vielfalt schützen und gleichzeitig die Ernährung sichern. Besonders erfolgreich sind agrarökologische Systeme, die mehrere Maßnahmen miteinander verbinden und regionale Netzwerke von Landwirt*innen stärken. Auch die Welternährungsorganisation und der Weltklimarat betonen inzwischen, wie wichtig agrarökologische Methoden für den Klimaschutz und die Anpassung an die Erderhitzung sind. Denn das heutige industrielle Ernährungssystem trägt erheblich zum Ausstoß von Treibhausgasen, zum Naturverlust und zur Wasserverschmutzung bei.

EU-Pestizidpolitik

Die EU-Kommission schlägt vor, Pestizide künftig unbefristet zuzulassen und nicht mehr regelmäßig auf mögliche Risiken zu überprüfen. Gefährliche Pestizide blieben damit noch länger im Einsatz – ein Verstoß gegen das Vorsorgeprinzip und eine Gefahr für Mensch und Umwelt.

Neue Gentechnik: Transparenz und Kennzeichnung erhalten

Die EU-Kommission plant neue Gentechnikverfahren. Nicht nur der BUND warnt davor, die Pflicht zur Transparenz und Kennzeichnung gentechnisch veränderter Organismen zu schwächen und beim Schutz der Natur weniger vorsichtig vorzugehen.

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