Weltwassertag – Ökologische Krise an deutschen Seen

19. März 2026 | Flüsse & Gewässer, Massentierhaltung, Landwirtschaft, Umweltgifte, Chemie

Am heutigen Weltwassertag rücken wir die ökologische Situation der deutschen Seen in den Fokus: Während die Badequalität an offiziellen Badestellen laut Europäischer Umweltagentur (EEA) weiterhin meist „ausgezeichnet“ ist, zeigt sich beim ökologischen Zustand großer Seen ein alarmierendes Bild. Nur 25 Prozent der über 50 Hektar großen Seen in Deutschland erreichen laut Umweltbundesamt einen guten ökologischen Zustand – rund drei Viertel sind mittelmäßig oder schlecht bewertet.

Der Niedersonthofener See wird zum Baden, Angeln, Rudern, Segeln und Surfen genutzt.  (Joachim Berninger / via canva.com)

Warum ist der Lebensraum See gefährdet?

Hauptursachen für die Verschlechterung sind Nährstoffüberschüsse, vor allem aus der Landwirtschaft, zunehmende Trockenheit und die Folgen des Klimawandels. Diese Faktoren führen zu verstärktem Wachstum von Cyanobakterien (umgangssprachlich als „Blaualgen“ bezeichnet) und Sauerstoffmangel, was die Artenvielfalt bedroht. Fische und andere Wasserbewohner verlieren plötzlich ihren Lebensraum. Bei starkem Blaualgenwachstum wird auch das Baden im See riskant. Grünalgen sind hingegen ungefährlich.

Badequalität und ökologische Wasserqualität – Was ist der Unterschied?

Die Badequalität wird anhand hygienischer Parameter wie Keimen bewertet. Doch die ökologische Wasserqualität misst zusätzlich die Artenvielfalt, Nährstoffgehalte und den Sauerstoffhaushalt. Gerade hier zeigen sich massive Defizite. Ein See im schlechten ökologischen Zustand kann aber langfristig auch für die Badenden ungeeignet werden.

Extremwetter und Landwirtschaft verschärfen die Lage

Hitzesommer und Starkregenereignisse verstärken das Wachstum von Blaualgen. Besonders problematisch sind Nährstoffe aus Düngemitteln, die über Felder in die Seen gelangen. Baden kann dadurch durch Hautreizungen und Gesundheitsgefahren beeinträchtigt werden.

BUND fordert mehr Schutz und konsequente Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert deshalb verstärkte Investitionen in die Wiederherstellung der Natur und eine ambitionierte Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Ziel muss sein, nicht nur das Infektionsrisiko für Badende zu verringern, sondern auch die gesamte ökologische Qualität des Gewässers zu verbessern.

Maßnahmen für gesunde Seen

  1. Ausreichend große Pufferstreifen an Ufern, um Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu verhindern.
  2. Reduktion von Medikamenten-Rückständen und Schadstoffen wie PFAS, die aus Industrie und Haushalten in die Umwelt gelangen.
  3. Strikte Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, um nicht nur Seen, sondern auch Flüsse, Küstengewässer und das Grundwasser bis spätestens 2027 in einen guten Zustand zu bringen.

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