Wie funktioniert Gründüngung?
Das Prinzip der Gründüngung basiert auf dem Anbau einer Zwischenfrucht. Dabei werden schnell wachsende Pflanzen auf abgeernteten Beeten ausgesät, um die Zeit bis zur nächsten Hauptkultur sinnvoll zu überbrücken. Statt das Beet brachliegen zu lassen, besiedeln die Gründünger die Fläche. Sie nehmen im Boden vorhandene Nährstoffe auf, speichern diese in ihrer Biomasse und geben sie nach dem Absterben und Verrotten kontrolliert wieder an die Folgekultur ab.
Welche Vorteile bietet Gründüngung im naturnahen Garten?
Der Einsatz von Gründüngerpflanzen bietet viele ökologische und praktische Vorteile:
- Verbesserung der Bodenstruktur: Tiefwurzelnde Arten wie Ölrettich brechen Verdichtungen auf und belüften das Erdreich. Die Wurzeln schaffen Kanäle, durch die Wasser besser abfließen und Sauerstoff tiefer eindringen kann.
- Aufbau von Humus: Die oberirdische Biomasse verwandelt sich nach dem Einarbeiten in wertvollen Humus. Dieser dient als Nahrung für Mikroorganismen und stabilisiert das biologische Gleichgewicht.
- Stickstoff-Anreicherung: Sogenannte Leguminosen (zum Beispiel Lupinen oder Klee) leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien. Diese binden Stickstoff aus der Luft und machen ihn als natürlichen Dünger für die nächste Ernte verfügbar.
- Natürlicher Pflanzenschutz: Bestimmte Pflanzen wie Tagetes helfen aktiv gegen schädliche Nematoden (Fadenwürmer) im Boden. Zudem unterdrückt ein dichter Bewuchs das Auflaufen von Unkraut.
- Insektenschutz: Viele Arten, allen voran die Phacelia (bekannt als Bienenfreund), dienen als wertvolle Bienenweide und bieten Nahrung für zahlreiche Insekten.
Gründüngung mit Saubohnen
(Bild: BotaFlo, Wikimedia Commons
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CC BY 4.0)
Was sind die beliebtesten Gründüngungspflanzen?
Die Auswahl der passenden Art hängt stark von der Fruchtfolge im Garten ab. Um Krankheiten zu vermeiden, sollten keine Pflanzen aus derselben Familie (zum Beispiel Kreuzblütler) nacheinander auf demselben Beet stehen.
Der BUND Gründüngungs-Pflanzplan
Der kostenfreie BUND Gründüngungs-Pflanzplan zeigt, welche Gründüngungspflanzen für welchen Standort geeignet sind.
Welche Hauptnährstoffe und Spurenelemente bietet Gründüngung?
Pflanzen benötigen für ein gesundes Wachstum eine ausgewogene Düngung. Eine gut geplante Gründüngung deckt einen Großteil dieses Bedarfs ab.
- Stickstoff (N): Fördert das Blattwachstum (besonders durch Leguminosen).
- Phosphor (P): Wichtig für die Blüten- und Fruchtbildung.
- Kalium (K): Stärkt das Pflanzengewebe und die Frosthärte.
- Magnesium und Kalk: Regulieren den pH-Wert und die Bodenstruktur.
Ist eine Zusatzdüngung nötig?
Gründüngung mit Weißklee
(Bild: Colsu, Wikimedia Commons
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CC BY-SA 4.0)
Im ökologischen Gartenbau ist eine zusätzliche Versorgung mit synthetischem Mineraldünger nicht vorgesehen, da dieser das Bodenleben stören und Stoffwechselkrankheiten fördern kann. Stattdessen kommen organische Alternativen zum Einsatz:
Jauchedüngung
Flüssige Dünger aus Brennnesseln oder Ackerschachtelhalm stärken die Pflanzen direkt und fördern die Abwehrkräfte gegen Schädlinge.
Kalken
Eine vorsichtige Kalkgabe reguliert den Säuregehalt des Bodens, sollte jedoch nur nach einer pH-Wert-Analyse erfolgen.
Torf und mineralische Dünger vermeiden
Auf Torf wird im naturnahen Garten konsequent verzichtet, um Moore zu schützen. Auch leicht lösliche Kunstdünger sind tabu, da sie das Grundwasser belasten. Organisches Material, Kompost und Hornspäne sind die bessere Wahl.
Warum erfolgt Gründüngung häufig im Herbst?
Gründüngung bringt reiche Ernte.
(Bild: Alan Murray-Rust, Wikimedia Commons
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CC BY-SA 2.0)
Die Gründüngung im Herbst ist besonders wertvoll. Sie schützen den Boden über die Wintermonate und verhindern, dass wertvolle Nährstoffe durch Regen ausgewaschen werden.
- Abfrierende Arten: Gelbsenf, Buchweizen oder Phacelia sterben beim ersten Frost ab. Die Reste bleiben als schützende Mulchschicht auf dem Beet liegen.
- Winterharte Arten: Winterwicken oder Inkarnatklee wachsen im Frühjahr weiter und werden erst kurz vor der neuen Aussaat eingearbeitet.
Praxis-Tipps: Vom Saatgut bis zum Untergraben
Für einen optimalen Erfolg ist die richtige Handhabung des Saatguts entscheidend:
- Aussaat: Das Saatgut gleichmäßig auf dem gelockerten, unkrautfreien Beet verteilen und leicht einharken.
- Feuchtigkeit: In der Keimphase muss der Boden gleichmäßig feucht bleiben.
- Wann sollte man Gründüngung untergraben? Im Naturgarten wird die Gründüngung idealerweise nicht tief untergegraben. Das würde die Schichtung der Bodenlebewesen zerstören. Es reicht aus, die Pflanzen abzumähen oder plattzuwalzen und sie nach dem Antrocknen nur flach in die oberste Erdschicht einzuarbeiten.
Fragen und Antworten rund um die Gründüngung
Gründüngung mit Ramtillkraut
(Bild: Christophe Bornand, www.infoflora.ch
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CC BY-NC-SA 4.0)
Was ist die beste Gründüngung?
Es gibt nicht die „eine“ beste Pflanze. Die Wahl hängt von Ihrem Ziel ab: Zur Stickstoffanreicherung sind Lupinen ideal, zur Bodenlockerung Ölrettich und als Allrounder für Insekten die Phacelia.
Welche Gründüngung unterdrückt Unkraut?
Buchweizen und Gelbsenf wachsen sehr dicht und schnell. Sie nehmen unerwünschten Wildkräutern das Licht und den Platz weg, wodurch das Beet sauber bleibt.
Gibt es bei der Gründüngung Nachteile?
Ein möglicher Nachteil entsteht nur bei falscher Planung in der Fruchtfolge. Werden beispielsweise Kreuzblütler (Senf, Rettich) als Gründünger vor Kohlarten gepflanzt, können sich Krankheiten wie Kohlhernie im Boden ausbreiten.
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