Gärtnern ohne Torf – Moore selber schützen; Foto: © iMarzi - Fotolia.com

Torffreie Erde: Einkaufsführer Gärtnern ohne Torf

Ein herkömmlicher Sack Blumenerde besteht überwiegend aus Torf – der Stoff, aus dem die Moore sind. Für den Torf werden wertvolle Hochmoore zerstört. Damit geht Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren. Wir sammeln in unserem Einkaufsführer Torffreie Erde, wo sie Erde ohne Torf kaufen können und erklären, welche Alternativen es zu Torf gibt.

Torffreie Blumenerde: Einkaufsführer

Eine Frau setzt Blumen in Gartenerde. Wer beim Gärtnern auf torffreie Erden setzt, schützt unsere Moore.  (Bild: shutterstock.com/ronstik)

Wo können Sie torffreie Erde kaufen? 

Die meisten Baumärkte und Gartencenter bieten mittlerweile torffreie Erden an. In dem kostenfreien BUND-Einkaufsführer für torffreie Erden hat der BUND über 350 Produkte von 37 Herstellern aufgelistet. Die torffreien Erden werden bundesweit verkauft. Auch 16 große Gartencenter und Baumärkte mit den jeweils dort verfügbaren torffreien Produkten werden gelistet. Neben torffreier Universal-Erde gibt es auch torffreie Erde für Anzucht, Kräuter und Gemüse. 

BUND-EINKAUFSFÜHRER TORFFREIE ERDE KOSTENLOS HERUNTERLADEN

Warum nur torffreie Erde nutzen? 

Beim Torfabbau werden Moore zerstört. Moore sind Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten und wichtig für den Klimaschutz. Sie speichern große Mengen an CO2. Wird ein Moor abgebaggert, gelangt das CO2 in die Atmosphäre. Das beschleunigt die Erderhitzung. Um Klima, Pflanzen und Tiere zu schützen, empfiehlt der BUND, nur torffreie Erde verwenden. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung „torffrei“ oder „ohne Torf“. „Bio“ kann auch aus torfhaltigen Erden bestehen.

Torffreie Erde: Was sind die Besonderheiten? 

  • Torffreie Erde nimmt Wasser langsamer auf und trocknet schneller aus als Erde mit Torf. Torffreie Erde braucht gleichmäßige Feuchtigkeit. Sie sollte nicht austrocknen, da sie dann schlechter Wasser aufnehmen kann. Deswegen sollten Sie Pflanzen in torffreier Erde häufiger gießen, aber mit weniger Wasser.
  • Torffreie Erden haben in der Regel weniger sofort verfügbare Nährstoffe. Düngen Sie deswegen Ihre Pflanzen früher und häufiger als Pflanzen, die in Erde mit Torf wachsen. Achten Sie dabei auf organischen Dünger. Die Herstellung von mineralischem Dünger verbraucht meist viel Energie und ausgespülte mineralische Nährstoffe können ins Grundwasser gelangen.

So schützen Sie darüber hinaus Moore

Beispiele, wie Ihre Spende hilft:

  • Mit 25 Euro helfen Sie, die Öffentlichkeit über die Dringlichkeit des Moorschutzes aufzuklären.
  • Mit 50 Euro ermöglichen Sie die Wiedervernässung der Moore und den Einsatz von Spezialgeräten.
  • Mit 100 Euro unterstützen Sie unseren Einsatz für eine Gesetzgebung, die den Moorschutz fördert.

Torfersatz: Diesen sollten Sie meiden

Meiden Sie diesen Torfersatz: 

  • Rindenhumus
  • Holzfasern
  • Kokosfasern

Diese Rohstoffe sind begrenzt und wachsen nur langsam nach. Herstellung und Transport brauchen außerdem viel Energie.

Was ist ein guter Ersatz für Torf? 

Der beste Torfersatz ist Kompost. Dafür brauchen Sie keinen eigenen Garten. Sie können ihn bei gewerblichen und kommunalen Kompostieranlagen kaufen oder mit dem Bokashi-Prinzip einfach zu Hause herstellen. Torffreie Komposterde können Sie auch kaufen. Sie eignet sich hervorragend für nahezu alle Obst- und Gemüsearten. 

Wie nutzen Sie Komposterde? 

Um die Komposterde zum Anziehen oder für Topfpflanzen zu verwenden, können Sie die Erde vorher auf rund 80 Grad im Ofen erhitzen. So töten Sie Beikrautsaaten und Keime ab.

Wie viel Torf wird in Deutschland verbraucht?

In Deutschland werden jedes Jahr rund drei Millionen Kubikmeter Torf für Blumenerde verbraucht. Mehr als die Hälfte des Torfs wird für Erde, die im Balkon und Hobbygarten eingesetzt wird, verbraucht.

Woher kommt der Torf?

Ein großer Teil der in Deutschland verwendeten Torfe kommt aus den baltischen und russischen Hochmooren. Sie zählen zu den größten und kostbarsten Mooren Europas.

Video: So geht gärtnern ohne Torf

Der BUND zeigt in diesem Video, warum es so wichtig ist, ohne Torf zu gärtnern und welche Alternativen es gibt.

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