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BUND-Müllkampagne "Plastik – weniger ist Meer"

Kunstwerke aus Müll an den Stränden und Müllstrudel in den Weltozeanen: Der Müll in unserer Meeresumwelt ist unübersehbar. Dass die Müllmenge und der Eintrag drastisch zunehmen ist ein weltweites Problem für Generationen.

Logo der BUND-Müllkampagne "Plastik – weniger ist Meer"

Der Produktion von 250 Millionen Tonnen Plastik im Jahr steht ein unzureichendes Abfallwirtschaftssystem gegenüber. Das bedeutet, dass jeden Tag mehrere tausend Tonnen weltweit in die Meere gelangen und dort für mehrere hundert Jahre verweilen. 

Der BUND will der nahezu ungehemmten Vermüllung entgegenwirken. Dabei kommt es auf ein Umdenken jedes Einzelnen an: bei Seeleuten und Landratten. Jetzt ist Handeln gefragt: Die Umwelt muss nicht nur wieder gereinigt, sondern der Eintrag von Plastik in die (Meeres-)Umwelt muss drastisch eingedämmt werden. Die BUND-Kampagne gegen die Vermüllung der Meere setzt an dieser Stelle an.

Aktiv der Vermüllung entgegensteuern – Aktionen gegen Plastikmüll

Abfälle, vor allem Plastikmüll, sind eine Bedrohung im Meer und an den Küsten. Touristisch genutzte Strandabschnitte werden in der Hauptsaison täglich von den Gemeinden gereinigt. An ungenutzten oder Schutzzonen-Küsten sammeln sich vom Meer angespülte Abfälle jedoch unaufhörlich an. Dort sind Freiwillige gefragt!

Das "Müll-Manifest"

Wir fordern die EU-Kommission und die Minister auf, das Problem Müll innerhalb einer Generation zu lösen, d.h. bis 2035 – und die Reduktion von Müll im Meer in allen europäischen Ländern mit oberster Priorität zu behandeln.

BUND-Antworten zur Konsultation der EU zum Grünbuch Kunststoffabfälle

Die EU hat sich mit der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie zum Ziel gesetzt, die Küsten- und Meeresumwelt vor den schädlichen Auswirkungen der Abfälle im Meer zu schützen. Damit müssen sich die europäischen Regierungen nicht nur mit den Abfällen in der Meeresumwelt befassen, sondern auch dringend die europäische Abfallwirtschaft verbessern. Deshalb beteiligt sich der BUND an der Konsultation zum Grünbuch zur Strategie für Kunststoffabfälle.

Zum Hintergrund: Die Meere als Müllkippe – mehr Plastik als Plankton

Unsere Strände: ein unerschöpflicher Fundus für Plastikkunst, Foto: BUND / Oliver Hoffmann Unsere Strände: ein unerschöpflicher Fundus für Plastikkunst  (Oliver Hoffmann / BUND)

Der jährliche Mülleintrag in die Meere wird auf zehn Millionen Tonnen beziffert. Die Quellen und Formen des Mülls in den Meeren sind vielfältig: Zu den bekannten Verursachern gehören landbasierte Quellen, z.B. aus dem Tourismus, der Industrie, von Mülldeponien und aus Städten sowie seebasierte Quellen wie die Fischerei und Handelsschifffahrt, Freizeitschiffe, Offshore-Anlagen und Aquakultur, also Zuchtgebiete. Die Verhältnisse sind in jedem Seegebiet unterschiedlich, doch der größere Anteil des Mülls stammt in der Regel aus Landquellen.

Drei Viertel des Mülls besteht aus Plastik in allen Größen. Von Mikroplastik bis zu kilometerlangen Fischernetzen (Geisternetze). Durch die Langlebigkeit des Plastiks (300 bis 450 Jahre) ist es zu einer kumulativen Bedrohung für die Meeresumwelt geworden. Während 50 bis 70 Prozent der Müllpartikel auf den Meeresboden sinken, findet sich der Meeresmüll nicht nur an den Stränden wieder, sondern verteilt sich von den Polarregionen bis hin zur Tiefsee. So ist der Meeresmüll mittlerweile vom Weltraum aus zu erkennen: Hochrechnungen gehen in diesen Regionen (Müllstrudeln) von sechsmal mehr Plastikteilen als Planktonorganismen aus.

Die Auswirkungen auf die Ökosysteme des offenen Meeres und des Meeresbodens sind immens. Mehr als 663 Tierarten sind von Meeresmüll betroffen. Weltweit sterben jährlich eine Million Vögel und 100.000 Meeressäuger daran. Die Tiere verheddern sich im Plastikmüll oder verwechseln Plastikteile im Meer mit Nahrung. Die Folgen sind Verletzungen, Strangulationen und plastikgefüllte Mägen. Die Tiere verhungern mit vollem Plastikmagen. 93 Prozent der Eissturmvögel (Fulmarus gracilis) in der Nordsee hatten laut einer OSPAR-Studie verschluckten Meeresmüll in ihren Mägen, im Durchschnitt waren es 27 Partikel pro Vogel mit einem Gewichtsanteil von etwa 0,3 Prozent.

Im Rahmen der Umsetzung der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie hat sich die Bunderegierung das Ziel gesetzt, den Eintrag von Müll in die Nord- und Ostsee bis 2020 um 50 Prozent zu reduzieren. Der BUND fordert die Bundesregierung auf, dieses Ziel einzuhalten. Darüber hinaus fordert der BUND die EU-Kommission und die zuständigen Minister auf, das Problem der Vermüllung innerhalb einer Generation zu lösen, d.h. bis 2035 – und die Reduktion von Müll im Meer in allen europäischen Ländern mit oberster Priorität zu behandeln. 

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