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Bewegung im Baumarktsortiment: Bienengefährliche Pestizide werden ausgelistet

Bienengefährdende Pestizide sind in vielen Baumärkten und Gartencentern erhältlich. Die Bayer-Produkte "Lizetan" und "Calypso" etwa enthalten das Neonikotinoid Thiacloprid, ein hochwirksames Nervengift, was nicht nur Schädlinge tötet, sondern auch Insekten wie Bienen, Vögel und Säugetiere schädigt.

Hobbygärtner*innen wissen oft nicht, was sie auf ihre Zierpflanzen oder aufs Gemüsebeet sprühen und gießen. Über die Auswirkungen der Neonikotinoide werden sie teilweise sogar getäuscht: So ist auf den Sprühflaschen der Mittel "Lizetan" und "Calypso" extra ein Logo mit der Aufschrift "bienenungefährlich" gedruckt. Diese Irreführung zeigt: Für Bayer zählt nur der Profit und nicht das Überleben von Bienen und die Artenvielfalt. Die Politik duldet das. Folglich müssen die Baumärkte vorangehen und sich positionieren.

BUND befragte Baumärkte: Wie halten sie es mit den Neonikotinoiden?

Baumärkte und Gartencenter haben mit ihrer Sortimentsgestaltung eine große Verant­wortung dafür, was in den Gärten unseres Landes passiert und welche Stoffe in unsere Umwelt gelangen. Die Gesamtfläche der deutschen privaten Gärten ist schließlich ungefähr halb so groß wie alle unsere Nationalparks und Naturschutzgebiete zusammen.

Der BUND hat unter den 31 größten Baumarkt- und Gartencenter-Ketten eine Umfrage zu neonikotinoidhaltigen Präparaten in ihrem Sortiment durchgeführt. Das Ergebnis zeigt: Produkte mit bienengefährdenden Neonikotinoiden werden immer mehr aus dem Verkauf herausgenommen.

Fünf Märkte, darunter Real, Metro Cash & Carry sowie Leitermann haben Pestizide mit Neonikotinoiden bereits vollständig aus ihrem Sortiment ausgeschlossen und neun Märkte haben sie größtenteils ausgelistet. Dennoch: 17 Märkte sind nicht bereit, neonikotinoidhaltige Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Märkte wie Hornbach, Hagebau und Dehner berufen sich bei ihrer Entscheidung auf die Gesetzeslage, denn Neonikotinoide werden immer noch als bienenungefährlich bewertet.

Bienen und Neonikotinoide: Was muss jetzt passieren?

Der BUND fordert:

  • Ein uneingeschränktes Verbot von Neonikotinoiden auf EU-Ebene und international
  • die Auslistung von bienengefährlichen Pestiziden aus allen Baumärkten und Gartencentern
  • eine naturnahe Landwirtschaft ohne den Einsatz von Pestiziden

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BUND-Einkaufscheck: Pestizidverkauf in Bau- und Gartenmärkten

Titelblatt des BUND-Baumarktchecks

Der achtsame Umgang mit der Natur macht vor so mancher Gartenpforte halt. Denn auch für Heimgärtner*innen gibt es zahlreiche Pestizide am Markt, von denen Umwelt- und Gesundheitsgefahren – nicht nur für Bienen – ausgehen.

Mittels Testkäufen in Berlin und Brandenburg hat der BUND überprüft, inwiefern über diese Gefahren beim Verkauf der Präparate aufgeklärt wird.

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