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"Grüne Gentechnik": Rationalisierungstechnologie auf dem Acker

Gentech-Pflanzen sind für eine Landwirtschaft gemacht, deren Vorbild die industrielle Produktion ist. Große Flächen, auf denen Jahr um Jahr dieselbe Feldfrucht angebaut wird, lassen sich kaum effizien­ter bewirtschaften.

Maisfeld. Foto: meineresterampe / CC0 1.0 / pixabay.com Gentech-Pflanzen sind für eine Landwirtschaft gemacht, deren Vorbild die industrielle Produktion ist: Große Flächen, auf denen Jahr um Jahr dieselbe Feldfrucht angebaut wird.  (meineresterampe / pixabay.com)

Effizienz heißt: Senkung der Produktionskosten durch Einsparung von Arbeits­kräf­ten, Treibstoff und Maschinen und Sicherung des Ertrags über die Größe der bewirtschafteten Flächen, nicht über den einzelnen Hektar.

Beispiel Gentech-Mais

Bt-Mais tötet durch sein eingebautes Insektengift den Maiszünsler, den wichtigsten Maisschädling. Dieser lässt sich durch die Vermeidung von Maismonokulturen und durch Stoppel- und Boden­be­arbei­tung gut bekämpfen. Für die Arbeit auf dem Feld sind jedoch Arbeitskräfte und Maschinen nötig. Aus betriebswirtschaftlichem Kalkül zahlen einige Landwirt*innen lieber einen höheren Preis für gentechnisch verändertes Saatgut – statt auf Mischkulturen zu setzen und Maiszünsler-Prophylaxe mit Menschen und Maschinen zu betreiben.

Beispiel Gentech-Soja

Der Anbau herbizidresistenter Soja erfolgt fast ausschließlich in sogenannter pflugloser Bodenbe­arbeitung, d. h. es wird nicht gepflügt, sondern direkt nach der Saatbettbereitung ausgesät. Im Regelfall reichen zwei bis drei Arbeitsgänge: Saatbettbereitung, Aussaat und das Ausbringen von Herbizid und Düngemittel. Das spart Arbeitskräfte, Treibstoff und kostspielige Maschinen. Im Gegensatz dazu stehen etwa sechs Arbeitsgänge bei konventionellem, chemiegestütztem Sojaanbau mit Pflug. Wann sich der Anbau der Gentech-Soja nicht mehr rechnet, hängt von der Resistenzentwicklung der Unkräuter ab, von den Kosten für zusätzliche Herbizide und der Zahl zusätzlich erforderlicher Arbeitsgänge.

Agro-Gentechnik steht für Rationalisierung auf dem Acker, für den Anbau einiger weniger Pflanzenarten auf immer größeren Flächen und für den Verlust von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft.

Keine Lust auf Genfood

Gentech-Lebensmittel sind zumindest in Deutschland und in der EU ein Angebot ohne Nachfrage, daran hat sich seit ihrer Einführung auf den EU-Markt seit 1996 nichts geändert. Das Bundesum­welt­ministerium veröffentlichte im April 2016 gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz die Ergebnisse einer Umfrage, in der die Einstellung der Deutschen zu verschiedenen Umweltthemen erfasst ist. Der Frage, ob sie kein Problem damit hätten, gentechnisch veränderte Nahrung zu sich zu nehmen, stimmten nur 25 Prozent der Befragten zu. Auch die Fütterung von Nutztieren mit gentechnisch veränderten Futtermitteln lehnen 79 Prozent der Befragten ab. Auch deshalb führt der Lebensmitteleinzelhandel keine kennzeichnungspflichtigen Gentechnikprodukte und forciert die Umstellung des Futtermittelmarktes auf gentechnikfreie Soja.

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