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Gentechnik in der Landwirtschaft: Viele Risiken – kein Nutzen

Gentechnisch manipulierte Pflanzen gefährden die menschliche und tierische Gesundheit. Obwohl die Gentech-Industrie all ihre Versprechen nicht halten konnte, wird sie nicht müde, die Vorteile der Agro-Gentechnik anzupreisen.

Gefährlicher Mais. Foto: iStock.com / keithferrisphoto Giftiger Mais? Die gesundheitlichen Risiken gentechnisch veränderter Lebensmittel sind nicht geklärt.  (keithferrisphoto / iStock.com)

Die Anwendung von Gentechnik in der Land­wirt­schaft birgt vielfältige Gefahren und Risiken – für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft.

So sind die gesundheitlichen Risiken gente­chnisch veränderter Lebensmittel nicht geklärt, Produzent*innen gentechnikfreier Lebensmittel tragen wirtschaftliche Risiken und erhöhte Kosten. Und für die Umwelt besteht u.a.

Die Agro-Gentechnik ist auf eine industrialisierte Landwirtschaft zugeschnitten

Diese zeichnet sich durch große Flächen und Monokulturen aus. Große Flächen, auf denen Jahr um Jahr dieselbe Feldfrucht angebaut wird, lassen sich kaum effizienter bewirtschaften. Effizienz heißt: Senkung der Produktionskosten durch Einsparung von Arbeitskräften, Treibstoff und Maschinen und Sicherung des Ertrags über die Größe der bewirtschafteten Flächen, nicht über den einzelnen Hektar. Solche Monokulturen führen per se zu einem Verlust der Artenvielfalt. Außerdem sind sie anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten, wodurch sich der Pestizideinsatz erhöht. Diese finden sich als Pestizidrückstände in unseren Lebensmitteln wieder.

Landwirt*innen tragen wirtschaftliche Risiken, denn sie laufen Gefahr, dass sie ihre Ernten im Falle einer gentechnischen Verunreinigung mittelfristig nicht verkaufen können. Der Anbau von Gentech-Pflanzen im großen Stil würde in Deutschland das Ende der Wahlfreiheit bedeuten, auch in Zukunft noch garantiert gentechnikfrei produzieren zu können.

Allen Risiken zum Trotz verspricht die Gentechnik-Industrie weniger Chemie auf dem Acker, die Schaffung von Arbeitsplätzen und sogar die Bekämpfung des Welthungers durch eine Steigerung der Erträge.

Die Versprechen der Gentech-Industrie werden auch nach mehr als 20 Jahren nicht erfüllt

Sie scheinen sich eher ins Gegenteil zu verkehren: Die meisten Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Verbrauch von Spritzmitteln in Gentech-Kulturen drastisch steigt. Dies betrifft vor allem den Anbau von Sojabohnen, aber auch Maiskulturen. In den USA, wo die Hälfte aller weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen wachsen, konnten Farmer*innen keine höheren Erträge erzielen. Bei Gentech-Soja mussten sie sogar geringere Erträge in Kauf nehmen.

Zur Bekämpfung des Welthungers trägt die Agro-Gentechnik nichts bei: Alle gen­tech­nisch ver­änder­ten Pflanzen, die sich auf dem Markt befinden, sind auf die industrialisierte Landwirtschaft in den reichen Ländern des Nordens zugeschnitten, nicht auf regionale Bedürfnisse und kleinbäuerliche Strukturen der armen Länder des Südens.

Das vielbeschworene Arbeitsplatzpotenzial der Agro-Gentechnik ist nicht durch Tatsachen gedeckt. Gentechnik in der Landwirtschaft ist eine Rationalisierungstechnologie, die Arbeitsplätze vernichtet.

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Heike Moldenhauer. Foto: Jörg Farys / BUND

Heike Moldenhauer

Leiterin Gentechnik
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