Wann pflanzt man Obstbäume?
Der ideale Zeitpunkt für die Pflanzung von Obstbäumen hängt stark von der gewählten Baumart und der Wurzelform ab. Grundsätzlich stehen zwei Zeiträume zur Wahl:
- Herbstpflanzung (empfohlen): Die beste Zeit für die meisten Obstgehölze beginnt nach dem Laubfall im Spätherbst. Der Boden ist dann noch vom Sommer vorgewärmt, was die Wurzelneubildung bis zum ersten Frost anregt. So ist der Baum im Frühjahr bereits gut etabliert und kann den ersten Wachstumsschub optimal nutzen.
- Frühjahrspflanzung: Diese erfolgt vor dem Laubaustrieb. Sie bietet sich besonders für frostempfindliche Arten an, damit diese eine volle Vegetationsperiode Zeit haben, um vor dem ersten Winter anzuwurzeln.
- Wintermonate: In frostfreien Perioden ist eine Pflanzung auch während des Winters möglich.
Bei der Planung sollte berücksichtigt werden, dass die Beobachtung der Natur oft hilfreicher ist als pauschale Termine. So dienen beispielsweise die Blüte der Haselnuss oder des Buschwindröschens als wichtige Orientierungspunkte für den Start der Gartenarbeit im Frühjahr.
Was ist der richtige Standort für Obstbäume?
Hier können Sie leckere Früchte direkt von der Wiese lesen.
(Bild: DiAuras, Wikimedia Commons
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CC BY-SA 4.0)
Die Wahl des Standorts ist entscheidend für Vitalität und Ertrag. Obstbäume sind langfristige Mitbewohner, weshalb die Boden- und Lichtverhältnisse dauerhaft passen müssen.
- Licht und Wärme: Die meisten Obstarten wie Apfel, Birne und besonders die Kirsche benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Viel Sonne fördert die Blütenbildung und sorgt für ein intensives Aroma sowie die Ausfärbung der Früchte.
- Bodenbeschaffenheit: Ideal ist ein tiefgründiger, humoser und ausreichend feuchter Boden. Staunässe muss zwingend vermieden werden, da die Wurzeln sonst faulen.
- Windschutz: Ein leicht windgeschützter Ort hilft, die Blüten im Frühjahr vor Spätfrost zu bewahren und verhindert, dass reife Früchte vorzeitig vom Baum geweht werden.
Tipp: Achten Sie bei der Planung auch auf die Umgebung. Eine angrenzende Wildhecke oder ein Blühstreifen lockt Bestäuber an, die für eine reiche Ernte wichtig sind.
Standortansprüche der Obstsorten
- Apfel: Liebt lichten Stand und gleichmäßige Feuchte auf humusreichem, lehmigem Boden.
- Birne: Benötigt wärmere, nährstoffreiche und eher leichte Böden in geschützter Lage.
- Süßkirsche: Bevorzugt locker-lehmige Böden mit gutem Wasserabzug; staunasser oder saurer Untergrund führt zu Krankheiten.
- Sauerkirsche: Wächst auf fast jedem Boden gut, solange er nicht schwer und nass ist.
- Pflaume & Zwetschge: Sehr unempfindlich und in fast allen Lagen gedeihend, sofern genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.
- Pfirsich & Aprikose: Äußerst wärmebedürftig; Anbau nur im Weinbauklima empfehlenswert. Gute Standorte sind z.B. vor einer nach Süden ausgerichteten Mauer, die tagsüber Wärem speichert.
- Quitte: Liebt sonnige Plätze und leicht saure, nicht zu schwere Böden.
- Beerensträucher:
- Erdbeeren: Bevorzugen locker-feuchte, humusreiche und leicht saure Böden in sonniger Lage.
- Johannisbeeren: Gedeihen auf feuchtem, humosem Boden in sonniger bis halbschattiger, windgeschützter Lage.
- Himbeeren: Benötigen lichten Schatten und eine dauerhafte Bodendecke auf frischem, lehmigem Boden.
Direkt vom baum schmecken saftige Birnen am besten!
(Bild: PICRYL, Public Domain Media
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CC0)
Wie pflanze ich Obstbäume? Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine sorgfältige Pflanzung ist die wichtigste Voraussetzung für ein langes Leben Ihrer Obstbäume. So gehen Sie Schritt für Schritt vor:
- Vorbereitung: Den Boden tiefgründig lockern. Bei sehr schweren Böden kann eine Gründüngung im Vorfeld die Struktur verbessern.
- Pflanzloch ausheben: Das Loch sollte etwa doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen sein. Die Sohle gut auflockern, damit die Wurzeln leicht in die Tiefe wachsen können.
- Wurzelschnitt: Beschädigte oder zu lange Wurzeln mit einer scharfen Schere sauber einkürzen. Dies regt die Bildung neuer Feinwurzeln an.
- Einsetzen: Den Baum so platzieren, dass die Veredelungsstelle (die Verdickung am unteren Stamm) etwa 5 bis 10 cm über dem Bodenniveau bleibt. Ein zu tiefes Einpflanzen kann zu Fäulnis oder unerwünschter Wurzelbildung der Edelsorte führen.
- Auffüllen und Wässern: Das Loch mit einem Gemisch aus Aushub und reifem Kompost füllen. Die Erde vorsichtig festtreten und einen Gießrand formen. Anschließend kräftig wässern ("einschlämmen"), um Hohlräume an den Wurzeln zu schließen.
- Stützhilfe: Einen Baumpfahl auf der Wetterseite (meist Westen) einschlagen und den Stamm locker mit Kokosstrick fixieren, um Windbruch zu verhindern.
Welche Pflanzabstände sollte ich bei Obstbäumen einhalten?
Ein häufiger Fehler beim Pflanzen von Obstbäumen ist ein zu geringer Abstand. Jungbäume wirken zierlich, doch nach einigen Jahren beansprucht die Krone erheblichen Raum. Die Wahl der Unterlage (die Wurzel, auf die die Sorte veredelt wurde) bestimmt dabei die endgültige Größe.
Aus Platzmangel wurden in den letzten Jahren kaum noch starkwüchsige Obstbäume gepflanzt. Pflegeleichte und leicht zu erntende Spindeln und Buschbäume sind in Mode gekommen. Wollen Sie ohnehin einen mittelgroßen Baum auf Ihrem Grundstück pflanzen, so empfehlen wir Ihnen einen starkwüchsigen, hochstämmigen Obstbaum. Die verschiedenen Bäume benötigen in etwa folgende Grundfläche:
- Zwetschge ca. 28 Quadratmeter
- Birne ca. 50 Quadratmeter
- Apfel ca. 50 bis 113 Quadratmeter
- Süßkirsche ca. 78 bis 113 Quadratmeter
- Sauerkirsche ca. 13 Quadratmeter
Beachten Sie bei der Planung auch den Schattenwurf auf benachbarte Beete und die gesetzlichen Grenzabstände zum Nachbargrundstück.
Wie fördere ich die Bestäubung der Obstbäume?
Die meisten Obstbäume sind keine Selbstbefruchter. Damit sich aus den Blüten Früchte entwickeln, sind Pollen einer anderen Sorte notwendig (Fremdbestäubung). Ohne einen passenden Partnerbaum in der Nähe bleibt die Ernte trotz prächtiger Blüte aus.
- Pollenüberträger: Wind und vor allem Insekten wie Wildbienen und Hummeln übernehmen den Transport der Pollen.
- Passende Partner: Nicht jede Sorte kann jede andere bestäuben. Apfel- und Birnbäume benötigen spezifische „Pollenspender“, die zur gleichen Zeit blühen.
- Nachbarschaftshilfe: In dicht besiedelten Gartenanlagen stehen oft passende Bestäuber in den Nachbargärten. In Alleinlage oder bei sehr großen Grundstücken sollten Sie gezielt zwei verschiedene Sorten derselben Obstart pflanzen.
Tipp: Wer wenig Platz hat, kann auf „Familienbäume“ setzen, bei denen zwei oder drei zueinander passende Sorten auf einen einzigen Stamm veredelt wurden.
Warum sind alte Obstsorten im Naturgarten eine gute Wahl?
In den letzten Jahrzehnten ist die Vielfalt in unseren Gärten stark zurückgegangen. Während im Erwerbsbau oft nur wenige, auf Transportfähigkeit getrimmte Sorten dominieren, bietet der Naturgarten Platz für die Rettung regionaler Schätze. Alte Obstsorten sind aus ökologischer Sicht eine gute Wahl:
- Robustheit: Viele traditionelle Sorten sind über Jahrhunderte an lokale Klima- und Bodenverhältnisse angepasst. Sie zeigen sich oft widerstandsfähiger gegen typische Krankheiten wie Schorf oder Mehltau.
- Genetische Vielfalt: Mit der Pflanzung alter Sorten leisten Gartenbesitzer einen aktiven Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und bewahren ein wertvolles Kulturgut.
- Geschmackserlebnis: Ob die „Gute Luise“ bei den Birnen oder der „Rote Boskoop“ beim Apfel – alte Sorten bieten ein Spektrum an Aromen und Konsistenzen, das im Supermarkt kaum zu finden ist.
- Allergikerfreundlich: Viele alte Apfelsorten enthalten mehr Polyphenole, welche die allergenen Stoffe im Apfel unschädlich machen können.
Regionale BUND-Streuobstprojekte beraten oft bei der Auswahl und nennen Bezugsquellen für diese besonderen Bäume. Kontakt können Sie über Ihren BUND-Landesverband aufnehmen.
Egal, welche Sorte: Frisch vom Baum schmecken Äpfel am besten!
(Bild: Wikimedia
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CC BY 3.0)
Wie pflege ich Obstbäume nach der Pflanzung?
Obstbäume benötigen auch nach der Pflanzung regelmäßige Pflege.
Die Baumscheibe
Damit junge Obstbäume optimal anwachsen, benötigt der Boden im Bereich der Wurzeln besondere Aufmerksamkeit. Die sogenannte Baumscheibe – der kreisförmige Bereich direkt um den Stamm – sollte in den ersten Jahren frei von dichtem Grasbewuchs bleiben, um Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu vermeiden.
- Mulchen: Eine Schicht aus organischem Material wie Grasschnitt, Laub oder Stroh bewahrt die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt unerwünschte Beikräuter. Gleichzeitig füttert der verrottende Mulch das Bodenleben.
- Bewässerung: Besonders in den ersten zwei bis drei Sommern sowie bei lang anhaltender Trockenheit ist regelmäßiges, durchdringendes Wässern lebensnotwendig.
- Unterpflanzung: Statt nackter Erde oder Gras bieten sich nützliche Helfer an. Kapuzinerkresse ist ideal: Sie dient als „Fangpflanze“ für Blattläuse und hält diese so vom Baum fern. Auch Meerrettich oder Knoblauch im Wurzelbereich können helfen, Pilzkrankheiten und Wühlmäuse abzuwehren.
Der Schnitt von Obstgehölzen
Der richtige Schnitt ist entscheidend für Ertrag und Obstqualität. Er erfordert biologisches Fachwissen und Fingerspitzengefühl.
- Grundregeln:
- Die Baumkrone benötigt ausreichend Licht und Luft. Entfernen Sie nach innen wachsende Äste.
- Sich kreuzende oder aneinander reibende Zweige werden ausgelichtet.
- Schnitte erfolgen stets dicht oberhalb eines nach außen weisenden Auges.
- Entfernen Sie senkrecht nach oben wachsende Triebe (Wasserschosse).
- Schnittwirkung: Ein starker Rückschnitt fördert das Holzwachstum, während ein behutsamer Schnitt und das Herunterbinden von Zweigen den Fruchtansatz unterstützen.
- Zeitpunkt: Der Hauptschnitt erfolgt im Februar und März; im Sommer kann nach der Ernte zusätzlich ausgelichtet werden.
Natürlicher Schutz für junge Bäume
In den ersten Jahren sind Obstbäume besonders anfällig für Witterungsextreme und Schädlinge. Mit einfachen, naturnahen Maßnahmen lässt sich die Widerstandsfähigkeit deutlich erhöhen:
- Stammanstrich (Bio-Lehmbrühe): Ein heller Anstrich aus Lehm, Kalk und Gesteinsmehl schützt die Rinde vor den sogenannten Frostrissen. Diese entstehen im Winter, wenn die Wintersonne die Rinde einseitig erwärmt, während der Rest des Stammes gefroren bleibt. Der Anstrich reflektiert das Sonnenlicht und hält die Rinde elastisch.
- Verzicht auf Vogelschutznetze: In einem Naturgarten haben klassische Kunststoffnetze nichts zu suchen. Vögel, Igel und Amphibien können sich darin verfangen und qualvoll verenden.
- Mechanischer Schutz: Falls Wühlmäuse im Garten aktiv sind, sollte die Wurzel bereits beim Pflanzen durch einen engmaschigen Drahtkorb geschützt werden. Ein lockerer Verbissschutz aus Holzlatten oder Kokosmatte bewahrt die empfindliche Rinde zudem vor hungrigen Wildtieren.
- Verzicht auf Gelbtafeln: Der Handel bietet Gelbtafeln an, damit Schadinsekten wie die Kirschessigfliege daran kleben bleiben. Leider verenden dort auch nützliche Insekten und sogar Fledermäuse.
Fragen & Antworten rund um das Pflanzen von Obstbäumen
Obstbäume werden am besten im Frühjahr oder Herbst gepflanzt. So können sie vor der Wachstumsphase gut anwurzeln.
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Wann pflanzt man Obstbäume?
Die ideale Pflanzzeit ist der Spätherbst zwischen Oktober und Dezember. Der Boden ist dann noch warm genug für die Wurzelbildung, sodass der Baum im Frühjahr direkt austreiben kann. Alternativ ist eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr vor dem ersten Blattaustrieb möglich.
Welche Obstbäume sollte man nicht nebeneinander pflanzen?
Neben der Konkurrenz um Licht und Nährstoffe spielt vor allem die Übertragung von Krankheiten eine Rolle bei der Auswahl der Obstbaum-Kombinationen. So sollten beispielsweise Pflanzen, die sich gegenseitig als Zwischenwirt für Pilzkrankheiten dienen, keine Nachbarn im Obstgarten sein.
Zudem sollten Neupflanzungen nicht direkt an Stellen erfolgen, an denen zuvor jahrelang die gleiche Obstart stand (Bodenmüdigkeit). Ein Wechsel zwischen Kernobst (z. B. Apfel) und Steinobst (z. B. Kirsche) ist hier ratsamer.
Was kann man unter Obstbäume pflanzen?
Die Baumscheibe junger Bäume sollte zunächst frei bleiben oder mit Mulch bedeckt werden. Später eignen sich Kapuzinerkresse, Knoblauch oder Meerrettich zur natürlichen Schädlingsabwehr. Auch eine Einsaat mit niedrig bleibenden Wildblumen fördert Nützlinge.
Wie pflanze ich einen Obstbaum richtig ein?
Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so groß wie der Wurzelballen ist. Wichtig ist, dass die Veredelungsstelle über der Erde bleibt. Nach dem Einsetzen wird der Boden festgetreten und der Baum kräftig gewässert, um Hohlräume an den Wurzeln zu schließen.
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