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Schmutziger Plan: (Fracking-)Gas soll übers Meer zu uns kommen

27. Mai 2019 | Energiewende, Klimawandel, TTIP / CETA, Kohle

Die CDU will mehr klimaschädliches Erdgas nach Deutschland importieren. Dafür sollen extra Häfen ausgebaut werden. Eine nachhaltige Vision für unsere zukünftige Energieversorgung sieht anders aus – meint BUND-Klimaschutzexpertin Ann-Kathrin Schneider.

BUND-Klimaschutzexpertin Ann-Kathrin Schneider  (Simone Neumann)

Da will man sich doch glatt all jenen anschließen, die das Gefühl nicht loswerden, der CDU sei unsere Zukunft herzlich egal: Just in dem Moment, wo immerhin der Kohleausstieg beschlossene Sache ist, soll in Deutschland mehr klimaschädliches Erdgas importiert und genutzt werden. Zumindest wenn es nach einer Verordnung aus dem Haus des CDU-Wirtschaftsministers Peter Altmaier geht. Als ob es eine Lösung wäre, einen dreckigen Energieträger durch einen anderen zu ersetzen!

Das Gegenteil ist der Fall: Es gibt klare Ziele der Bundesregierung für weniger Emissionen und das Bekenntnis der Kanzlerin, bis 2050 keine Emissionen in Deutschland mehr zu produzieren. Und dieses Ziel erreichen wir bekanntermaßen nur, wenn wir uns ganz von den fossilen Energieträgern Kohle, Öl und Gas verabschieden.

Kommt Fracking-Gas in deutsche Häfen?

Worum geht es in der Diskussion genau? Am 7. Juni sollen die Bundesländer eine Verordnung beschließen, die Unternehmen dabei unterstützen soll, Flüssiggasterminals zu bauen. Momentan gibt es Pläne, mehrere Häfen an der deutschen Nord- und Ostseeküste zu bauen, um Gas – auch Fracking-Gas aus den USA – importieren zu können. Unter anderem in Brunsbüttel und Stade.

Der Standort Brunsbüttel ist insofern symbolisch, da hier zu Robert Habecks Zeiten als Grünen-Umweltminister in Schleswig-Holstein der Bau eines Kohlekraftwerks verhindert wurde – aus Klimaschutzgründen. Und jetzt? Bei Gas spielt der Klimaschutz plötzlich keine Rolle mehr?

Dabei hat verflüssigtes Gas, welches an diesen Häfen per Schiff ankommen würde, durchaus klimaschädliche Emissionen. Sie treten sowohl bei der Produktion des Gases am Ursprungsort, bei der Verflüssigung, beim Transport als auch bei der Umwandlung des flüssigen Produkts auf. Daher sind die Emissionen von verflüssigtem Gas bedeutend höher als die von Pipelinegas.

Energie einsparen und durch Erneuerbare ersetzen

Gas, auch das verflüssigte, kann zwar immer noch geringere Emissionen als die Verbrennung von Kohle haben – aber ist jetzt plötzlich der Einäugige der König unter den Blinden? Wir müssen unsere Energieversorgung vollständig auf Erneuerbare umstellen – hin zu Null-Emissionen, so schnell wie möglich.

Während es in der Industrie und der Landwirtschaft tatsächlich enorm schwierig werden wird, ohne Emissionen zu arbeiten, muss Strom und Wärme nun wirklich nicht aus dreckigen Energieträgern hergestellt werden! Durch Einsparungen – wie zum Beispiel die Sanierung von Häusern – kann und muss unser Erdgasverbrauch in den kommenden Jahren stark reduziert werden. Und je mehr Güter auf der Schiene transportiert werden, desto weniger Gas verbrauchen dann die LKWs. Zudem können diese in Zukunft auch durch erneuerbares Gas angetrieben werden.

Spannend wird jetzt, wie sich die von den Grünen mitregierten Länder am 7. Juni zum Import von dreckigem Gas stellen werden. Werden sie gegen die Verordnung stimmen? Wird es eine Mehrheit im Bundesrat für Klimaschutz und Null-Emissionen und gegen Importhäfen für Gas geben? Der BUND bleibt an dem Thema dran und zählt auf eine Zukunft des Energiesparens und der Kraft der Sonne und des Windes.

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