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BUND-Abschaltplan: Der Kohleausstieg vor 2030 ist möglich!

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, vor 2030 aus der klimaschädlichen Kohle auszusteigen. Er hat dafür einen konkreten Abschaltplan für Kohlekraftwerke und AKW vorgelegt. Dieser zeigt, dass es möglich ist, einen schnellen Kohleausstieg zu schaffen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Nur so können die deutschen Klimaziele erreicht und die Energiewende vollzogen werden.

Impression von der Anti-Kohle-Kette am 23.8.14 in der Lausitz; Foto: Jakob Huber Impression von der Anti-Kohle-Kette am 23.8.14 in der Lausitz  (Jakob Huber / BUND)

Es gibt viele gute Gründe, aus der Kohle auszusteigen: von der Vertreibung von Menschen durch den Bergbau und der immensen Zerstörung der Landschaft bis hin zu den giftigen Emissionen aus den Kraftwerksschloten, die unser aller Gesundheit belasten. Der dringlichste Grund aber ist die Zerstörung des Klimas durch die enorm hohen CO2-Emissionen dieses Brennstoffs.

Klimaschutzlücke 2020 schließen

Das gilt global und es gilt für Deutschland. Die Klimaziele hierzulande werden vor allem gerissen, weil die alte Bundesregierung im Stromsektor keine geeigneten Maßnahmen ergriffen hat, um die größte Ursache für unsere Emissionen anzugehen: die anhaltend hohe Verstromung von Braun- und Steinkohle.

Dabei geht von diesem dreckigen Strom immer mehr in den Export, weil er hierzulande gar nicht gebraucht wird. So ist der Kohlestrom der Hauptgrund, weshalb die Treibhausgase in Deutschland seit bald einem Jahrzehnt nicht mehr gesunken sind und das Klimaziel 2020 drastisch verfehlt wird: Statt der beschlossenen Minderung der Emissionen um 40 Prozent bis 2020 werden schlimmstenfalls lediglich 30 Prozent erreicht.

Der BUND-Abschaltplan

Ein "Weiter so" darf es nicht geben! Um die riesige Klimaschutzlücke noch zu schließen, müssen Kohlekraftwerke in großem Umfang stillgelegt werden. Keine andere Maßnahme bringt in der Kürze der Zeit die notwendigen großen CO2-Minderungen.

Deshalb hat der BUND einen Abschaltplan entworfen, der gewährleistet, dass Klimaziel, Versorgungssicherheit und Energiewende erreicht werden. Der Plan zeigt, dass es möglich ist, deutlich mehr Kohlekraftwerke kurzfristig vom Netz zu nehmen als bisher geplant – und, dass dies sogar mit einem deutlich beschleunigten Atomausstieg verbunden werden kann. Im Ergebnis geht der Leistungsüberschuss in Deutschland zwar zurück, aber die Versorgung bleibt auch in Stunden ohne Sonne und mit wenig Wind gewährleistet.

Vor 2030: Ende für die Kohle 

Konkret muss die Hälfte der Kohlekraftwerke vom Netz, die ältesten zuerst. Die installierte Leistung reduziert sich damit auf nur noch 20 Gigawatt im Jahr 2020. Durch Abschaltung weiterer Kraftwerke nach 2020 sollten weitere zwei Gigawatt pro Jahr eingespart werden. So kann Deutschland das Ende der Nutzung der Kohleverstromung deutlich vor 2030 erreichen. Denn das ist nötig – und eine der wesentlichen Aufgaben, die das Pariser Klimaabkommen der Bundesregierung stellt.

Natürlich muss der Kohleausstieg in den deutschen Bergbauregionen, vor allem in der Lausitz, sozial abgefedert und finanziell unterstützt werden. Grundsatz muss sein: Gelder für Beschäftigte und Regionen, nicht für Konzerne! Eine zusätzliche Kohleausstiegsreserve in Höhe von sechs bis acht Gigawatt kann den Ausstieg zudem sozialverträglicher gestalten.

Alle wollen den Kohleausstieg

Es gibt übrigens noch einen weiteren Grund für die Bundesregierung, schnell aus der Kohle auszusteigen: Die Bevölkerung ist mit großer Mehrheit dafür! Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag des BUND vom August 2017 stehen fast zwei Drittel hinter der Forderung eines baldigen Kohleausstiegs. Mehr als 70 Prozent wollen, dass die Regierung einen Fahrplan für den Ausstieg beschließt und das Klimaschutzziel 2020 erreicht. Der Kohleausstieg ist eine populäre Maßnahme. Die Regierung sollte nun liefern.

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Tina Löffelsend; Foto: Jörg Farys

Tina Löffelsend

Leiterin Energie- und nationale Klimapolitik
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