Libelle des Jahres 2024: Mond-Azurjungfer

Der BUND und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen haben die Mond-Azurjungfer zur "Libelle des Jahres 2024" gekürt.

Die Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum) ist eine in ganz Deutschland seltene Kleinlibelle. In Deutschland und in Europa ist sie vom Aussterben bedroht. Die Bestände sind in den vergangenen Jahren fast vollständig eingebrochen. Gemeinsam mit der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (Libellenkundler) hat der BUND die Mond-Azurjungfer zur Libelle des Jahres 2024 gekürt. 

Bestimmung der Mond-Azurjungfer

Die Mond-Azurjungfer ist nicht leicht zu bestimmen. Sie kann leicht mit verwandten Kleinlibellenarten verwechselt werden. Das blau-schwarze Männchen hat eine halbmondförmige Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibsegment. Das meist grün-braune Weibchen kennzeichnet die Form der Anhänge am Hinterleib. 

Verbreitung der Libelle

Zwei Mond-Azurjungfer im Wasser. Die Mond-Azurjungfer ist Libelle des Jahres 2024.  (Michael Frank)

Die Mond-Azurjungfer ist innerhalb Deutschlands vor allem im norddeutschen Tiefland verbreitet. In Süddeutschland sind die spärlichen Vorkommen bereits fast vollständig erloschen. Besonders wohl fühlt sich die Art in Hoch- und Übergangsmooren. Auch in Flachmooren oder flachen, nährstoffarmen Gewässern wie den Söllen im nordostdeutschen Flachland fühlt sich die Mond-Azurjungfer wohl. Wichtig ist eine gut ausgeprägte aquatische Vegetation unter Wasser.

Lebenszyklus der Libelle

Der Lebenszyklus der Mond-Azurjungfer dauert ein Jahr. Einen beachtlichen Teil Lebens ihres verbringt sie als Larve im Wasser. Die erwachsenen Tiere haben eine sehr kurze Flugzeit. Im Flachland kann man sie vor allem im Mai bis Mitte Juni sichten. Im Bergland sind sie vor allem im Juni zu beobachten.

Lebensraum schwindet

Die Mond-Azurjungfer sitzt auf einem Ast. Die Mond-Azurjunger muss geschützt werden.  (Michael Frank)

Der ursprüngliche Lebensraum der Mond-Azurjungfer sind naturnahe Kleingewässer mit Wasserpflanzen vor allem in Mooren. Doch die sind zuletzt deutlich geschwunden. Lange Dürrezeiten sorgen dafür, dass die Gewässer immer häufiger austrocken. Dazu kommt, dass sich im verbliebenen Wasser schneller Nähr- und Schadstoffe anreichern können, die aus der Landwirtschaft und dem Verkehr kommen. So ist das Aussterben fast vorprogrammiert. 

Schutz der Libelle

Um die Mond-Azurjunger zu schützen und zu erhalten, braucht es ein Artenhilfsprogramm, das konsequent umgesetzt wird. Voraussetzungen dafür sind die Erfassung und ein kontinuierliches Monitoring der noch vorhandenen Vorkommen. Für einen langfristigen Schutz der Libellenart müssen Pufferstreifen zum Schutz von Nährstoffeinträgen entwickelt werden. Außerdem müssen neue nährstoffarme und ausreichend tiefe Gewässer angelegt werden. 

Hintergrund zur Wahl "Libelle des Jahres"

Seit 2011 wählen die Gesellschaft für deutschsprachige Odonatologen (GdO), der Verband der Libellenkundler*innen, gemeinsam mit dem BUND die "Libelle des Jahres". Damit machen wir auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam. Von den rund 80 heimischen Libellenarten stehen 48 auf der Roten Liste gefährdeter Insekten.

Hier gibt es druckfähige Bilder der "Libelle des Jahres"

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Kontakt

Magnus Wessel

Magnus J.K. Wessel

Leiter Naturschutzpolitik und -koordination
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