So sieht der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling aus
Der Tagfalter auf Nahrungssuche
(Tim Laußmann)
Die Tagfalter sind mit 28 bis 33 mm Spannweite eher klein und unscheinbar zimtbraun. Auf der Flügelunterseite tragen sie eine Reihe schwarzer, meist hell umrandeter Flecken. Die Falter sitzen fast immer mit zusammengelegten Flügeln und dem Kopf nach unten auf den Blüten des Großen Wiesenknopfs. Die Weibchen sind auch auf der Flügeloberseite braun, während bei den Männchen das Blau der Oberseite im Flug als blauer Schimmer sichtbar wird.
Darum wurde der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ausgewählt
Für seinen Lebenszyklus ist er auf zwei weitere Arten angewiesen: den Großen Wiesenknopf und die Knotenameise. Während seiner kurzen Flugzeit im Juli und August nutzt er die Blüten des Großen Wiesenknopfs als Nahrungsquelle, Platz für die Paarung und Eiablageort. Die jungen Larven ernähren sich zunächst von den Blüten, wandern anschließend zum Boden und werden dort von Knotenameisen in deren Nester getragen – eine Folge ihrer perfekten Nachahmung des Duftes von Ameisenlarven. In den Nestern leben die Raupen als „Wolf im Schafspelz“ von der Ameisenbrut, bis sie sich verpuppen und im folgenden Sommer als Falter schlüpfen.
Symbol für die bedrohte Vielfalt unserer Kulturlandschaften
Dieses komplexe Zusammenspiel von Pflanze, Falter und Ameise ist faszinierend – und zugleich extrem störanfällig. Schon kleine Veränderungen in der Bewirtschaftung oder im Klima können dieses fragile Gleichgewicht aus dem Takt bringen.
Nahrungsgrundlage der Schmetterlinge schwindet
Die Bestände des Großen Wiesenknopfs sind infolge intensiverer Grünlandnutzung durch verstärkte Düngung und häufiger Mahd stark zurückgegangen; die Art steht inzwischen auf der Vorwarnliste gefährdeter Pflanzen. Auch die Knotenameise wird seltener, da vielerorts die Böden durch den Klimawandel heißer und trockener werden. Die Folgen sind gravierend: Immer mehr Lebensräume des nach EU-Recht streng geschützten Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings verschwinden – sein Bestand schrumpft. In Deutschland wird sein Erhaltungszustand derzeit als „ungünstig-unzureichend“ mit negativem Trend eingestuft.
Mehr Infos zur art
Vom Ei bis zum Falter
Zur Kür des Schmetterlings des Jahres
Der BUND und die BUND NRW Naturschutzstiftung zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Schmetterlinge aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet.
Zu den Schmetterlingen der vergangenen Jahre
- Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria) (Schmetterling des Jahres 2025)
- Mosel-Apollofalter (Schmetterling des Jahres 2024)
- Ampfer-Grünwidderchen (Schmetterling des Jahres 2023)
- Kaisermantel (Schmetterling des Jahres 2022)
- Brauner Bär (Schmetterling des Jahres 2021)
- Grüner Zipfelfalter (Schmetterling des Jahres 2020)
- Schachbrett (Schmetterling des Jahres 2019)
- Großer Fuchs (Schmetterling des Jahres 2018)
- Goldene Acht (Schmetterling des Jahres 2017)
- Stachelbeerspanner (Schmetterling des Jahres 2016)
- Rotes Ordensband (Schmetterling des Jahres 2015)