Statt Pestizide: Mit tierischen Helfern Schädlinge im Garten reduzieren

05. Juli 2023 | Naturschutz, Lebensräume, Umweltgifte, Schmetterlinge

Jede Gärtner*in kennt den Frust, wenn sich Schnecken über den Salat hermachen. Häufig folgt dann der Gang in die Giftabteilung des Gartenmarkts. Wir erklären, warum das Ihrem Garten mehr schadet als hilft und welche wirksamen, pestizidfreien Alternativen es gibt.

Marienkäfer auf einem Blatt. Marienkäfer sind wertvolle Nützlinge im Garten. Sogar ihre Larven fressen schon eifrig Blattläuse.  (Jörg Farys)

Viele sogenannte Pflanzenschutzmittel, die im Garten- oder Baumarkt frei verkauft werden, sind Pestizid-Produkte mit gefährlichen Wirkstoffen. Sie sind für Menschen, Tiere und unsere gesamte Umwelt risikobehaftet.

Pestizide: Warum schaden sie? 

Folgende Probleme können durch diese Umweltgifte ausgelöst werden:

  • Sie können für Menschen krebserregend sein.
  • Sie können sich negativ auf die Fruchtbarkeit von Menschen auswirken.
  • Pestizide gelangen in Boden, Luft, Grundwasser und mit der Ernte auch auf unseren Tellern.
  • Insektizide (das sind Pestizide, die Insekten bekämpfen) schädigen den Orientierungssinn von Bienen, die dann nicht mehr den Weg zurück in ihren Stock finden.
  • Herbizide (das sind Pestizide, die sogenanntes Unkraut bekämpfen) wie Glyphosat töten alle Blühpflanzen ab. Wildbienen und Schmetterlinge haben dadurch keine Pollen- und Nektarquellen.

Insektenfreundlicher Pflanzenschutz

Dabei sind Insekten die Grundlage für unser Ökosystem. Viele Vogelarten, Fledermäuse und Fische ernähren sich von ihnen. Nimmt deren Bestand ab, folgt daraus auch ein Artenschwund in weiteren Teilen der Nahrungskette.  

Hobbygärtner*innen sind Laien im Umgang mit Pestiziden. Fehlanwendungen sind daher unvermeidlich. Dabei werden Pestizide im Haus und Kleingarten auch in der Nähe von Kindern, Schwangeren und älteren Menschen versprüht. Das macht sie noch gefährlicher. Die gute Nachricht: Egal welches Problem Sie im Garten haben, Sie brauchen keine Pestizide.

Pflanzen insektenfreundlich, wirksam und günstig schützen

  • Wählen Sie robuste und resistente Arten oder Sorten und achten Sie auf den richtigen Standort.
  • Stärken Sie Ihre Pflanzen mit Jauchen. Die können Sie beispielsweise mit Brennnesseln oder Schachtelhalm selbst herstellen. Legen Sie Brennnesseln oder Schachtelhalm in ein Gefäß mit Wasser. Stellen Sie diesen an eine sonnige Stelle und warten Sie ein paar Tage. Gießen Sie Ihre Pflanzen mit dem Sud im Wurzelbereich. Das macht Ihre Pflanzen widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schadinsekten.
  • Fördern Sie entsprechende Nützlinge in Ihrem Garten. Für jedes Schadinsekt gibt es einen Gegenspieler, die man durch zum Beispiel Nisthilfen unterstützen kann.
  • Sorgen Sie für die richtige Vielfalt im Garten. So können Sie Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen oder Wildbienen anlocken. Die können lästige Blattläuse vertilgen und bestäuben dazu auch noch Ihr Obst und Gemüse.
  • Naturnahe Elemente, wie Totholz-Haufen, heimische Wildsträucher oder ein Gartenteich, sind wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Käfern, Spinnen, Ameisen, Wildbienen und Wespen. Viele dieser Insekten sind Nützlinge, die helfen, ungewünschte Schadinsekten in Schach zu halten. 

Insektenfreundlich mit Unkraut umgehen

  • Jäten Sie Unkraut (besser: Beikraut) am besten so früh wie möglich, bevor es sich hartnäckig festsetzt.
  • Lockern Sie regelmäßig mit einer Hacke den Boden. Dadurch wird der Boden gut mit Sauerstoff versorgt. Ein toller Nebeneffekt: Der Boden kann in gelockertem Zustand besser Wasser aufnehmen.
  • Bedecken Sie Ihren Boden mit einer Mulch-Schicht. Das unterdrückt Beikräuter, bringt Nährstoffe zurück in den Boden und schützt vor Austrocknung. 

Was Sie gegen Pestizide tun können 

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