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Fischfang mit Schleppnetzen: umgepflügter Meeresboden, unnütze Opfer

Bei der Fischerei werden unterschiedliche Fangmethoden genutzt: abhängig von der Fischart und ihrem Aufenthaltsort in der Wassersäule. Zu den gängigen Fangmethoden gehören Schleppnetze, Grundschleppnetze, Treib- und Stellnetze und Langleinen. Für Nord- und Ostsee ist die Schleppnetz-, Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei von Bedeutung.

Grundschleppnetze

Für den Fang von Plattfischen und Krebsen werden Grundschleppnetze eingesetzt. Hierbei pflügen schwere Ketten und Balken (Baumkurren) über den Meeresgrund und scheuchen die Fische auf. Die fliehenden Fische werden von einem trichterförmigen Netz "eingesammelt", das sich hinter den Ketten befindendet. Diese Fangmethode hinterlässt große Schäden am Meeresboden und hat einen hohen Anteil an Beifang. Besonders große Schäden richtet diese Fangmethode an Riffen aus. Das Ausmaß der Zerstörungen ist abhängig von der Häufigkeit der Befischung und dem Gewicht der Baumkurren. Manche Meeresgebiete der Nordsee werden jährlich bis zu 20-mal regelrecht umgepflügt.

  • Der BUND fordert daher ein grundsätzliches Verbot von Grundschleppnetzen.

Schleppnetze

Schleppnetz © Carola Schubbel - Fotolia.com Schleppnetz  (Carola Schubbel / Fotolia.com)

Ein Schleppnetz besteht aus einem trichterförmigen Sack, der mit Hilfe von Auftriebskörpern, und Gewichten offen gehalten wird. Dieser Sack wird zum Fangen von Schwarmfischen wie Heringen, Kabeljau, Seelachs, Sprotten und Makrelen bei langsamer Fahrt hinter dem Schiff hergezogen. Mit moderner Ortungstechnik, wie Sonar und Echolot, können heute die Fischschwärme gezielt geortet werden. So werden die Meere systematisch leergefischt.

Ein gravierendes Problem der Schleppnetzfischerei ist die große Menge Beifang. Regelmäßig verenden Haie, Wale und Schildkröten in den bis zu 1,5 Kilometer langen Netzen. Dabei leidet oft auch die Qualität der "Zielart", da viele Fische aufgrund des starken Drucks in den Netzen zerquetscht oder verletzt werden.

Stellnetze

Ein Stellnetz ist ein einfaches Netz, das durch Gewichte und Schwimmer offengehalten wird. Es findet besonders in der Küsten- und Binnenfischerei Verwendung. Im Gegensatz zum Treibnetz wird es jedoch gezielt an einer Stelle ausgebracht und fest verankert. Zum Einsatz kommt es vor allem in der Herings-, Dorsch- und Schollenfischerei.

Aber auch hier sind die Beifangmengen sehr hoch. Da die Netze oft in geringen Wassertiefen eingesetzt werden, verheddern sich häufig tauchende Seevögel wie Enten und Seetaucher in ihnen und ertrinken. Allein in der Ostsee ertrinken so jedes Jahr in den Stellnetzen Tausende von seltenen und schützenswerten Seevögeln und bis zu 150 Schweinswale.

Treibnetze

Fischfang mit Treibnetzen ist seit 1991 von der UN geächtet. Im Jahre 2002 hat auch die EU endlich ein Verbot ausgesprochen, allerdings mit Ausnahme für die Ostsee. Dort vergingen weitere fünf Jahre bis zum Verbot.

Ein Treibnetz ist ein zwischen 26 Meter und 100 Kilometer großes einfaches Netz, das frei in der Wassersäule treibt. Zum Einsatz kam es hauptsächlich beim Thunfisch-, Lachs- und Heringsfang. Grund für den öffentlichen Druck und für die anschließende Ächtung waren die Bilder der in Treibnetzen verendeten Schildkröten, Haie, Vögel und sogar Wale. Piratenfischer*innen nutzen auch heute noch Treibnetze.

Die riesigen Mengen Beifang waren jedoch nicht das einzige Problem. Jährlich gingen Tausende Kilometer Netze verloren und richteten noch jahrelang Schaden an. Denn die Fischkadaver in den Netzen lockten auch später noch viele Fische an.

2006 hat die EU die Treibnetzfischerei im Mittelmeer mit Hilfe eines juristischen Winkelzugs wieder zugelassen. Dabei wurden Treibnetze als Schwebenetze neu deklariert und damit legalisiert.

Langleinen

Bei der Langleinenfischerei werden bis zu 130 Kilometer lange Leinen mit 10.000 köderbesetzten Haken ausgebracht. Sie werden vor allem für den Thun-, Schwert- und Haifischfang eingesetzt. Die Köder locken nicht nur Fische, sondern auch Schildkröten, Haie, Meeressäuger und zahlreiche Seevögel an. Die Tiere werden von den Haken mit in die Tiefe gerissen, besonders davon betroffen sind Albatrosse und Fregattvögel.

Fischfallen

Fischfallen sind eine neue und zumindest theoretisch schonende Fangmethode. Dazu wird eine mit Ködern besetzte Falle versenkt und später wieder heraufgeholt – vergleichbar dem Hummerfang. Allerdings lassen sich mit dieser Methode auch schwer zugängliche Orte wie Riffe und Felsenbereich befischen und auch leerfischen, wenn kein nachhaltiges Management betrieben wird.

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Nadja Ziebarth

Nadja Ziebarth

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