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Beifang gefährdet Albatros, Wal und Seestern

Ein großes Problem für die Meeresumwelt ist der sogenannte "Beifang" der Fischerei. Beifang bezeichnet die Tiere, die nicht verkauft oder verwertet und daher wieder über Bord geworfen werden. Fast alle Tiere sterben dabei. Je nach Fangmethode und befischter Fischart ("Zielart") können bis zu 80 Prozent des Fischfangs Beifang sein.

Beifang aus der Nordsee: Neben Muscheln und Schnecken geraten auch Seesterne in die Fangnetze; Foto: Oliver Hofmann Beifang aus der Nordsee: Neben Muscheln und Schnecken geraten auch Seesterne in die Fangnetze.  (Oliver Hofmann / BUND)

Alleine in der Nordsee werden jährlich bis zu einer Million Tonnen Beifang an Deck geholt. Besonders betroffen ist dabei die Krabbenfischerei. Gerade der Beifang hat dazu geführt, dass heutzutage auch viele nicht befischte Arten stark gefährdet sind. So hat die Langleinenfischerei mit dazu beigetragen, dass alle 21 Albatrossarten gefährdet oder akut vom Aussterben bedroht sind.

Weltweit werden jährlich 39 Millionen Tonnen Tiere tot oder verletzt zurück ins Meer geworfen, darunter 300.000 Wale, 300.000 Seevögel, mehrere Millionen Haie, 650.000 Robben und 250.000 Meeresschildkröten. Auch in deutschen Gewässern verenden regelmäßig Haie, Rochen, Vögel, Robben und Schweinswale in den Netzen der Fischer. Gerade für kleine Populationen wie die Schweinswale in der Ostsee sind die hohen Verluste durch Beifang bestandsbedrohend.

In Nord- und Ostsee besteht der Beifang hauptsächlich aus Seesternen, Schnecken, Muscheln, Schwämmen und sehr kleinen Fischarten. In den meisten Fällen werden all diese Tiere direkt wieder über Bord geworfen und landen in den Mägen der schon wartenden Möwen. Der Beifang hat noch weitere Folgen für das Ökosystem der Meere. So profitieren gerade die auf Aas spezialisierte Arten, vor allem Möwen und Krebse von der gängigen Praxis. Die Aasfresser treten oft massenweise in stark befischten Gebieten auf.

Der Beifang könnte durch technische Hilfsmittel erheblich reduziert werden. So lassen sich Wale durch akustische Signale fernhalten, Haie durch elektrische Felder vertreiben und Schildkröten hilft schon eine Fluchtklappe, um sich zu befreien. Auch ein Umdenken in der Beifangpolitik kann helfen, die Meere zu schützen. Eine Verpflichtung, alles was sich im Netz befindet anzulanden, könnte die Fischer stärker motivieren, zielgerichteter zu fischen und zudem die berüchtigte Gammelfischerei für die Herstellung von Fischmehl überflüssig machen.

Leitart des Monats: die Amerikanische Schwertmuschel

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Nadja Ziebarth

Nadja Ziebarth

BUND-Meeresschutzbüro
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