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Lückenlos durchs Grüne Band in der Altmark

Ein besonders wertvoller Teil des Grünen Bandes verläuft im Norden Sachsen-Anhalts zwischen der Altmark und dem Wendland.

Luftbild vom Grünen Band in der Altmark. Foto: Ute Machel Ackernutzung im Bereich des Grünen Bandes in der Altmark.  (Ute Machel)

Hier stoßen naturnahe Fließgewässer auf arten­reiche Feuchtwiesen, ausgedehnte Feuchtwälder grenzen an Salzwiesen, die eine große regionale Besonderheit darstellen. Hier stellen wir Ihnen beispielhaft zwei Projektge­biete des BUND vor.

Salzbeeinflusstes Offen­land nördlich von Hoyersburg

Im Schatten des ehemaligen Grenzturms Hoyersburg in der Nähe von Salzwedel konnte sich eine außerordentliche Fülle an unter­schiedlichen Lebensräumen erhalten und einer Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten Rückzugsraum bieten. Eine lokale Besonderheit ist das Salzvorkommen im Boden. Dadurch wachsen bei Hoyersburg – mitten im nord­deutschen Tiefland – salztolerante Pflanzen­arten wie Strandmilchkraut, Stranddreizack und Salzbinse – Arten, die sonst nur in küstennahen Regionen zu finden sind.

Obwohl viele Bereiche dieses Gebietes seit langem nur als Brache genutzt werden, sind sie formal als Acker eingestuft und könnten jederzeit wieder bewirtschaftet werden. Dies geschieht seit einigen Jahren leider immer häufiger. Hier droht der Artenvielfalt Gefahr. Denn wenn sich beiderseits des Grünen Bandes nur noch Maisäcker erstrecken, wird diese Lebenslinie für viele Arten mit großräumigeren Lebensraumansprüchen schlichtweg zu schmal.

An dieser Stelle setzt das BUND-Projekt "Lückenschluss Grünes Band" an. Auf der Grundlage ausführlicher wissenschaftlicher Untersuchungen und Maßnahmenkonzepte hat der BUND bisher knapp 45 Hektar an wertvollen Flächen in diesem Gebiet gekauft, um vorhandene Lücken im Grünen Band zu schließen. Das Ziel, auf diese Weise für bedrohte Arten zusammenhängende Lebensräume zu schaffen, ist gleichzeitig auch eine Voraussetzung für die großflächige, naturschutzgerechte Landschaftspflege, z.B. durch eine Beweidung mit Rindern. Diese extensive Grünlandbewirtschaftung trägt dazu bei, die wichtigen Offenlandbereiche innerhalb des Grünen Bandes als Ausbreitungsachsen für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Gleichzeitig soll an dieser Stelle auch eine wichtige überregionale Quervernetzung zwischen Naturschutzflächen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hergestellt werden.

Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen: Die Wiesenweihe, obwohl in Sachsen-Anhalt eine Seltenheit, hat hier am Grünen Band ein stabiles Brutvorkommen. Und auch für den bedrohten Wachtelkönig stehen die Chancen gut, sich hier wieder zu vermehren und auszubreiten. Ein besonderes Erfolgserlebnis war auch die Wiederentdeckung des Kleinen Knabenkrautes im Grünen Band bei Hoyersburg – eine seit vielen Jahren verschwundene Orchideenart, die bereits von einem modellhaften Beweidungsprojekt profitieren und sich hier wieder ansiedeln konnte.

Inmitten der Kiefernforste: Heideflächen bei Gollensdorf

Heidelandschaft an der Wirler Spitze. Foto: Helmut Schlumprecht Heidelandschaft an der Wirler Spitze.  (Helmut Schlumprecht)

Ganz in der Nähe, bei Gollensdorf, wird ebenfalls am Ausbau des Grünen Bandes gearbeitet. Hier, nördlich des Arendsees, bedecken ausgedehnte Kiefernforste die Landschaft. Nur direkt im Grünen Band zeigt sich mit offenen Sanddünen, Trockenrasen- und Heideflächen das ursprüngliche Bild des Grenzstreifens. Um dieses zu erhalten, wirkt der BUND der natürlichen Ausbreitung der Kiefern und anderer Waldvegetation durch Auflichtung entgegen und bringt die ursprünglichen Biotoptypen wieder zum Vorschein.

So kann sich z.B. der Sumpfporst, ein kleiner Strauch aus der Gattung der Rhododendren, wieder ausbreiten. Auch für viele andere bedrohte Arten werden durch die vom BUND durchgeführten Maßnahmen die Lebensraumbedingungen verbessert, u.a. für die kleine Sandstrohblume, die farbenfrohe Harlekinspinne und den dämmerungs- und nachtaktiven Ziegenmelker.

Neben der großflächigen Rückentwicklung zu den Ursprungsbiotoptypen werden aber auch im Kleinen gezielt Lebensräume für spezielle Tierarten geschaffen. In den Hohlräumen grob geschichteter Stein- und Totholzhaufen fühlen sich seltene Reptilien wie Zauneidechsen und Schlingnattern wohl, eigens angelegte flache, umzäunte Folienteiche dienen der Kreuzkröte als Laichgewässer.

Trotz aller bisherigen Erfolge, klaffen aber noch immer breite Lücken im Grünen Band in Sachsen-Anhalt, die es zu schließen gilt. Um dieses einzigartige nationale Biotopverbundsystem und mit ihm viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten weiterhin schützen zu können, sind wir daher auf das stete Engagement unserer vielen Freiwilligen und auf Ihre Unterstützung und Spende angewiesen.

Logoleiste Bundesprogramm Biodiversität, BMU, BFN Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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