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Grünes Band bei Hoyersburg

17. Oktober 2016 | Grünes Band

Kranich mit Jungem im Feuchtwald  (Thomas Stephan)

Von Salzwiesen im Binnen­land und urwald­ar­tigen Feucht­wäldern

Direkt an der Bundesstraße zwischen Salzwedel und Lüchow gelegen ist er nicht zu übersehen: der ehemalige Grenzturm Hoyersburg; ein Relikt aus der Zeit, als hier die innerdeutsche Grenze verlief.

Doch im Schatten der Grenze konnte sich eine außerordentliche Fülle an unterschiedlichen Lebensräumen halten und einer Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten Rückzugsraum bieten. Heute ist der Grenzturm im Rahmen von Führungen zugänglich und bietet einen interessanten Rundblick über das Grüne Band.

In direkter Nachbarschaft treffen wir auf eine große lokale Besonderheit: eine Binnensalzwiese. Durch einen nah an die Oberfläche dringenden Salzstock wachsen hier – mitten im norddeutschen Tiefland – salztolerante Pflanzenarten wie Strandmilchkraut, Stranddreizack und Salzbinse: Arten, die sonst nur in küstennahen Regionen zu finden sind. Auch eine seit vielen Jahren verschwundene Orchideenart, das Kleine Knabenkraut, wurde hier wiederentdeckt.

Mit etwas Glück können wir Kraniche, Schwarzstörche oder Seeadler beobachten, die in den angrenzenden Feuchtwäldern brüten. Trockenen Fußes spazieren wir auf einem 400 Meter langen Bohlenweg durch den artenreichen Erlenbruchwald des Bürgerholzes Salzwedel. Die Bäume stehen mitten im Wasser. Im Frühling blüht im Unterwuchs die weiße Wasserfeder. Durch seinen dichten Kronenschluss, das dunkle Laub und den nahezu ganzjährig überfluteten Waldboden wähnen wir uns fast in einem Urwald. Auch eine Vielzahl an Fledermäusen fühlt sich hier sichtlich wohl.

Der BUND vor Ort

Neben der Flächensicherung im Grünen Band, ist es dem BUND gelungen, die ehemals wertvollen, jedoch stark entwässerten Kusebruchwiesen, die direkt im Grünen Band liegen, zu renaturieren. Kleingewässer wurden angelegt und Gräben gestaut. Entstanden ist ein neuer Lebensraum für Amphibien wie Laub- und Moorfrösche sowie Libellen wie die Gebänderte Heidelibelle. Die Flachwasserbereiche dienen als ideale Nahrungsquellen für Bekassinen, Rotschenkel, Wald- und Bruchwasserläufer. Mit Braun- und Schwarzkehlchen haben wir gute Chancen, Charakterarten des Grünen Bandes zu beobachten. Und auch andere bedrohte Bodenbrüter wie Wiesenweihe, Wachtelkönig oder Kiebitz finden in den offenen Grünlandflächen optimale Lebensbedingungen.

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