06. Oktober 2025 | Publikation
06. Oktober 2025 | Publikation
22. November 2023 | Publikation
17. November 2023 | Publikation
07. August 2023 | Publikation
07. August 2023 | Publikation
Welche chemischen Substanzen (Stoffe) sind in der Umwelt problematisch? Wie müssen nachhaltige Produkte und Chemikalien konzipiert werden? Wie sind die globalen Auswirkungen unseres Umgangs mit Ressourcen, Chemikalien und Produkten? Das sind die zentralen Fragen, mit denen sich der Arbeitskreis Umweltchemikalien/Toxikologie des BUND beschäftigt. In den vergangenen Jahren wurde dazu ein umfassendes Konzept entwickelt und als BUND Position 69 "Herausforderungen für eine nachhaltige Stoffpolitik" veröffentlicht. Hier werden wesentliche Erkenntnisse wissenschaftlich hergeleitet und begründet und daraus Forderungen für das künftige Handeln in Politik und Gesellschaft abgeleitet. Das sind die wesentlichen Punkte:
Der Arbeitskreis Umweltchemikalien / Toxikologie hat in den letzten Jahren eine Reihe von weiteren fachlich fundierten Positionen und Hintergrundpapieren erarbeitet. Hier finden sich die wichtigsten:
Die stofflichen Belastungen sind mit dem Klimawandel und dem Verlust an biologischer Vielfalt eng verbunden. Ohne unseren Umgang mit Stoffen und damit auch unsere Wirtschaftsweise und Lebensstile spürbar zu verändern, werden die Ziele der internationalen Vereinbarungen zu Klima und Biodiversität nicht erreichbar sein. Der BUND-Hintergrund "Nachhaltige Stoffpolitik zum Schutz von Klima und Biodiversität" zeigt auf, warum sowohl auf internationaler Ebene als auch im europäischen und nationalen Rahmen die Wechselwirkungen zwischen Biodiversitäts-, Klima- und Stoffpolitik stärker berücksichtigt und notwendige Maßnahmen zügig angegangen werden müssen.
Aufbauend auf den oben genannten Grundlagen wirkt der Arbeitskreis Umweltchemikalien/Toxikologie daran mit, Positionen und Handlungsempfehlungen für bestimmte Bereiche zu erarbeiten. So wurde unter anderem zusammen mit den Arbeitskreisen Gesundheit und Wasser die BUND-Position 70 "Arzneimittel in der Umwelt" erarbeitet. Hier wird aufgezeigt, wie gleichzeitig eine optimale medizinische Versorgung und der Schutz der Umwelt sichergestellt werden können. Das Ziel ist auch hier: deutlich weniger schädliche Arzneimittel in der Umwelt.
Organische Fluorchemikalien (PFAS) sind erst durch den Menschen in großen Mengen in die Umwelt gelangt. Dort werden sie jedoch fast gar nicht biologisch abgebaut. Sie werden daher auch „Forever Chemicals“ genannt. Im gemeinsam mit dem Arbeitskreis Bodenschutz/Altlasten verfassten Hintergrundpapier "Fluorchemikalien: Langlebig, gefährlich, vermeidbar" werden diese besonders persistenten und damit hoch problematischen Chemikalien und deren Wirkungen beschrieben. Das Papier zeigt auf, warum in diesem Bereich so rasch wie möglich ein Verzicht auf Herstellung und Gebrauch dieser gesamten Stoffgruppe notwendig ist und enthält entsprechende Empfehlungen und Forderungen des BUND.
Der Arbeitskreis Umweltchemikalien/ Toxikologie beschäftigt sich aktuell intensiv mit dem Thema PFAS. Unter anderem ist auch die viel zitierte wissenschaftliche Fachpublikation „PFAS: forever chemicals—persistent, bioaccumulative and mobile. Reviewing the status and the need for their phase out and remediation of contaminated sites” durch Mitglieder des Arbeitskreises erarbeitet worden.
Klärschlamm ist weit mehr als ein Abfallprodukt: Er sammelt Schadstoffe aus unserem Abwasser, enthält aber zugleich wertvolle Nährstoffe wie Phosphor. Die BUND-Position „Klärschlamm – Nährstoffquelle und Schadstoffsenke“[MG2] zeigt, warum die bisherige Entsorgung ökologische Risiken birgt und Chancen der Kreislaufwirtschaft verschenkt. Sie macht deutlich, wie wichtig eine schadstoffarme Abwasserpolitik und die konsequente Rückgewinnung von Phosphor für Gewässerschutz, Landwirtschaft und Ressourcensicherheit sind. Wer sich für Umwelt-, Wasser- und Rohstofffragen interessiert, erhält hier fundierte Hintergründe und klare umweltpolitische Forderungen.
Plastik ist allgegenwärtig – in unserem Alltag, in den Ozeanen, in der Luft. Das BUND-Hintergrundpapier „Plastik – Radikales Umdenken nötig“ zeigt, wie tiefgreifend Kunststoffe in natürliche Stoffkreisläufe eingreifen und warum ein radikales Umdenken notwendig ist. Dabei geht es nicht nur um die sichtbaren Abfälle, sondern auch um unsichtbare Rückstände wie Mikro- und Nanoplastik, die sich in Böden, Gewässern und letztlich auch in unserer Nahrungskette wiederfinden. Die Publikation macht deutlich, wie eng die Frage der Plastiknutzung mit globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Biodiversitätsverlust verknüpft ist. Es beleuchtet, wie Produktionsprozesse, Recyclingsysteme und sogenannte Additive – also chemische Zusatzstoffe in Kunststoffen – Auswirkungen auf Mensch und Natur haben. Wer verstehen will, warum die bisherigen Strategien nicht ausreichen, findet hier fundierte Analysen. Gleichzeitig zeigt die Publikation auf, welche Alternativen denkbar sind und wie ein Wandel in Stoffströmen gelingen kann.
Die chemische Industrie in Deutschland und Europa steht vor großen Herausforderungen. Das bisherige Geschäftsmodell des kontinuierlichen Wachstums steht nicht nur wegen starker Konkurrenz in Asien, hoher Energiekosten und instabiler Lieferketten unter Druck. Der hohe Verbrauch von Energie und Ressourcen sowie die Belastungen für Gesundheit und Ökosysteme durch Chemikalien sind nicht nachhaltig. Welche Anforderungen stellen sich hieraus für die Industrie, die Politik und die Gesellschaft? Hierzu sind einige Gedanken aus dem Arbeitskreis heraus entstanden, die in der wissenschaftlichen Fachpublikation „The Need for Change: A Roadmap for the Sustainable Transformation of the Chemical Industry“ veröffentlicht wurden.
Im Arbeitskreis Umweltchemikalien/Toxikologie arbeiten junge Studierende und erfahrene Wissensschaffende aus Instituten, Universitäten und Behörden vertrauensvoll zusammen. Unser Ziel: Eine gemeinsame nachhaltige Zukunft mit möglichst geringen Umweltbelastungen im Rahmen der planetaren Leitplanken gestalten. Wir freuen uns auf Mitwirkende. Welche Frage interessiert dich?
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