Fressvorgang bei der Gemeinen Strandschnecke.
(Bild: Stefan Menzel)
Die Gemeine Strandschnecke (Littorina littorea) ist vom Eismeer über Portugal bis zur Adria verbreitet. Zu finden ist sie daher auch reichlich an der Nordseeküste und in der Ostsee bis Rügen. Seit 1855 ist sie ebenfalls an der Nordamerikanischen Küste eingeschleppt. Die kleine Schnecke heißt aus dem wissenschaftlichen Namen übersetzt „Küstenbewohnende Küstenbewohnerin“. Eindringlicher kann sie ihren Lebensraum nicht beschreiben. Sie ist bis zu 3,5 Zentimeter groß.
Lebensraum der Strandschnecke
Die Gemeine Strandschnecke (Littorina littorea) ist vom Eismeer über Portugal bis zur Adria verbreitet.
(Bild: Rainer Borcherding)
Da die Tiere festen Untergrund bevorzugen, finden wir sie nahe der Hochwasserlinie auf Steinen oder an Pfählen. Gerne gehen sie innerhalb der Gezeitenzone auch ins höhere Schlick- und Mischwatt oder sind im Seegras zu finden. Dabei können Bevölkerungsdichten von 200 bis 300 Tiere/m² erreicht werden. Im Watt sind ihre langen Kriechspuren zu erkennen. Diese hinterlässt die Strandschnecke, wenn sie mit ihrer Raspelzunge, der sogenannten Radula, den Algenrasen abweidet. Sollte die Schnecke nach höheren Fluten weit an Land getragen werden und den Kontakt zum Meerwasser verlieren, kann sie mit einem hornigen Deckel, dem Operculum, ihre Gehäuseöffnung verschließen. Ihre Kiemenhöhle ist gut mit Blutgefäßen versorgt und kann so die verkleinerten Kiemen mit atmosphärischen Sauerstoff versorgen.
Fortpflanzung der Strandschnecke
Fußsohle der Strandschnecke
(Bild: Rainer Borcherding)
Zur Fortpflanzung geben die Strandschnecken im Frühjahr ihre Eier ins Wasser ab. Diese schweben, wie die später geschlüpften Larven, frei im Plankton, ehe letzteres zum Bodenleben übergeht. Ebenfalls im Watt leben die ähnlich aussehende Spitze Strandschnecke (L. saxatilis) und die Stumpfe Strandschnecke (L. obtusata).
Schiffsanstriche sorgen für Unfruchtbarkeit
Gemeine Strandschnecke
(Bild: Volkhard Wille)
Neben den natürlichen Fressfeinden beispielsweise aus der Vogelwelt sind die Strandschnecken durch den Menschen bedroht. Schiffsanstriche aus Tributylzinn (TBT) verhindern ihre Fortpflanzung, indem das Gift aus weiblichen Tieren unfruchtbare Zwitter macht.
Durch das Einbringen beispielsweise dieser Schadstoffe, durch Überdüngung oder Bebauung, beeinflussen wir das Leben der Bewohnerinnen der Küstengewässer. Um die Strandschnecke weiterhin zu entdecken und als wichtigen Bestandteil des Lebensraum Watt zu erhalten, setzt sich der BUND für ein zukunftsfähigen Küstenschutz ein: Für den Erhalt natürlicher Lebensräume, Reduktion von Schad- und Nährstoffbelastung und das Ende der Vermüllung unserer Meere.