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Schifffahrt – Lösung oder Ursache für Verkehrs- und Umweltprobleme?

Immer mehr Güter werden über die Meere transportiert, Kreuzfahrten boomen und in der Binnenschifffahrt werden Potentiale für mehr Umweltfreundlichkeit nicht genutzt.

Containerschiff im Hafen. Foto: Axel Ahoi / CC0 1.0 / unsplash.com Viele Hafenstandorte können als Drehkreuze für umweltfreundlichere Transporte fungieren.  (Axel Ahoi / unsplash.com)

Der weltweite Seeschiffsverkehr trägt durch den Einsatz von Schweröl als Treibstoff und fehlende Abgasreinigungsanlagen eine erhebliche Mitschuld an der Klimaerwärmung. Große Mengen Stickoxide, Schwefeloxide und Feinstaub/Ruß werden verursacht, obwohl der Einsatz von deutlich sauberen Schiffsdiesel die transportierten Waren nur unwesentlich verteuern würde.

Auch bei den immer beliebter werdenden Kreuzfahrten kommt nach wie vor Schweröl zum Einsatz, wenn es nicht durch lokale Regelungen wie beispielsweise in der Nord- und Ostsee verboten wird.

Das "Nationale Hafenkonzept", eine Lösung?

Im Jahr 2015 verabschiedete die Bundesregierung ihr zweites "Nationales Hafenkonzept", das die Strategie für die nächsten Jahre festlegen sollte. Wie schon im ersten Konzept aus dem Jahr 2009, wurden auch in der Überarbeitung Umweltbelange nur unzureichend berücksichtigt.

Geht es nach dem Hafenkonzept, müssen alle Hafenstandorte und ihrer Hinterlandanbindungen ausgebaut werden – insbesondere in Form von Straßen. Dabei wäre eine Arbeitsteilung der großen Seehäfenstandorte an der deutschen Nordseeküste in Hamburg, Bremerhaven, Cuxhaven und Wilhelmshaven nicht nur sinnvoll, sie ist nach Meinung des BUND unabdingbar. Bisher gibt es eine überflüssige und unwirtschaftliche Konkurrenz der verschiedenen Standorte, die zugunsten eines ökonomischen und ökologischen Gesamtkonzeptes ad acta gelegt werden muss.

Auch im Inland sind die Hafenstandorte als Drehkreuze für umweltfreundlichere Transporte notwendig. Über 20 Binnenhäfen, allen voran Duisburg, sollten nach Vorschläge des BUND als Logistikstandorte genutzt werden, um Verkehr von der Straße auf Binnenschiffe zu verlagern. Ohne Eingriffe in Natur und Landschaft, sondern durch die Ermöglichung zweilagiger Containertransporte in wichtigen Kanälen und nachhaltiger Logistik.

Die im Konzept zur Reform der Wasserstraßenverwaltung durch das Bundesverkehrsministerium erfolgten Priorisierungen im deutschen Wasserstraßennetz werden vom BUND unterstützt. Vorrangig muss es um den Erhalt, die Sanierung und gegebenenfalls den Neubau maroder Schleusen und Brücken gehen, insbesondere am Nord-Ostseekanal und am Elbe-Seitenkanal. Diese Investitionen sollen auf die bereits ausgebauten Wasserstraßen konzentriert werden, bei denen hohe Transport­leistungen stattfinden.

Für den aktuellen Bundesverkehrswegeplan hat der BUND die Aufnahme eines Projektbündels "Binnenhäfen und nachhaltige Logistik" vorgeschlagen, mit dem bis 2030 die Verkehrsanteile der Binnenschifffahrt deutlich gesteigert werden können, ohne dabei weitere Eingriffe in die Fluss­land­schaften nötig zu machen.

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