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Kein weiterer Ausbau unserer Flüsse für die Schifffahrt!

In der Vergangenheit wurden alle deutschen Flüsse durch menschliche Nutzung stark verändert: Sie wurden gestaut, ihr Lauf begradigt und ihre Ufer befestigt. Mit dem Aufkommen immer längerer, breiterer und tieferer Binnenschiffe wurden die Flüsse noch einmal verstärkt ausgebaut. Damit muss nun endlich Schluss sein!

Schiffsverkehr auf dem Rhein bei Koblenz; Foto: NatureImages / CC0 / pixabay.de Schiffsverkehr auf dem Rhein bei Koblenz

Heute gibt es Güterschifffahrt nur noch auf den großen Flüssen wie Rhein, Donau, Elbe, Oder, Weser, Mosel, Saar, Neckar, Main, Ems, Havel und Spree. Obwohl die ökologischen Folgen verheerend sind, wird hier der weitere Ausbau für immer größere Schiffe vorangetrieben. Das muss endlich aufhören. Denn Flüsse bieten, wenn man sie denn lässt, eine ungewöhnliche Vielzahl an Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Und auch für uns Menschen sind sie als Quelle für Trinkwasser und zur Erholung von großer Bedeutung.

  • Der BUND setzt sich daher dafür ein, dass die Potenziale der Binnenschifffahrt für eine moderne Güterlogistik genutzt werden. Jedoch unter Einhaltung ökologischer Standards zum Schutz der uns noch verbliebenen frei fließenden Flüsse.
  • Der BUND engagiert sich für den Stopp der Ausbaumaßnahmen an Elbe, Havel, Oder, Spree und Weser, für eine frei fließende Donau, für fluss- wie klimaverträgliche Schiffe und integrierte Verkehrskonzepte im Einklang mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Flüsse und Kanäle in Deutschland

Schiffe mit größerem Tiefgang fahren auf Kosten der Natur

Trotz milliardenschwerer Investitionen wurde das verkehrspolitische Ziel – die Verlagerung großer Teile des Güterverkehrs von der Straße auf das Wasser – bis heute nicht erreicht. Obgleich das Wachstum des Güterverkehrs explodiert, stagniert die Verkehrsleistung der Binnenschifffahrt in den vergangenen Jahrzehnten.

Lediglich auf dem Rhein floriert sie. Rund 80 Prozent von Deutschlands Binnenschiffstransporten finden hier statt. Der Grund: Im wichtigsten Verkehrskorridor Europas reihen sich historisch gewachsene Industrie- und Ballungszentren aneinander. Dazu kommt die direkte Anbindung an die großen Seehäfen Rotterdam und Antwerpen.

Verantwortlich für die Entwicklung außerhalb des Rheins ist nicht der unzureichende Ausbauzustand der Wasserstraßen, sondern die geringe Nachfrage. Im Vergleich zu Bahn und LKW hat die Binnenschifffahrt:

  •     eine geringere Raumerschließung,
  •     häufig zusätzliche Umschlagkosten durch den meist notwendigen Transport
  •     vom oder zum Hafen mit dem LKW und
  •     Betriebsunterbrechungen durch Hoch- und Niedrigwasser sowie Eisgang.

Intelligente Logistik statt immer größerer Schiffe

Die Art der Transporte hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Vor allem auf dem Rhein werden statt Massengüter wie Baustoffe, Kohle und  Düngemittel, Mineralöl und Kohle immer mehr leichtgewichtige und höherwertige Güter in Containern transportiert. Diese müssen möglichst schnell und zu festgelegten Zeiten beim Empfänger ankommen.

Für einen wirtschaftlichen Transport von Containern bedarf es moderner Schiffe und Umschlagseinrichtungen und einer ausgefeilten Logistik in Zusammenarbeit mit Bahn und Lkw – nicht aber eines immer größeren Tiefgangs der Schiffe.

In Zeiten knapper werdender Haushaltsmittel wäre es deshalb sinnvoll, statt immer weiter in den naturzerstörenden Ausbau von Flüssen zu investieren, die Binnenschifffahrt gezielt zu modernisieren und durch finanzielle Anreize für Innovationen zu fördern. So könnte sie auf den bereits ausgebauten Kanälen und Flüssen wirtschaftlich arbeiten.

Binnenschiffe auf deutschen Flüssen

Naturverträgliche Binnenschifffahrt?

Die Binnenschifffahrt kann ihrem eigenen Anspruch, ein umweltfreundliches Transportmittel zu sein, nur gerecht werden, wenn sie sich an den natürlichen Bedingungen der Flüsse orientiert und auf diese Rücksicht nimmt. Ständige Forderungen nach einem weiteren Ausbau machen diesen Anspruch wenig glaubhaft.

Die Anforderungen und Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 und der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung müssen konsequent umgesetzt werden!

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Laura von Vittorelli

Leiterin Gewässerpolitik
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