Natürlicher Küstenschutz

12. September 2025 | Naturschutz, Meere, Lebensräume

Jetzt im Herbst startet die Saison der Sturmfluten. Die Klimakrise sorgt für heftigere und häufigere Fluten an der Küste: Guter Küstenschutz ist gefragt. Wir erklären, welche Rolle Seegraswiesen, Salzmarschen, Muschelbänke und Dünen dabei spielen.

Langwarder Groden Am Langwarder Groden wurde ein Sommerdeich geöffnet.  (Bild: Matthias Süßen, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons)

Steigende Meeresspiegel, stärkere und häufigere Sturmfluten und immer mehr Küstenerosion an Nord- und Ostsee sind schon heute Folgen der Klimakrise. Bewährte Schutzsysteme wie Deiche und Sperrwerke sind zum Schutz von Menschen, Infrastruktur und Ökosystemen unverzichtbar. Doch diese Bauwerke stoßen zunehmend an Grenzen: Ihre Erhöhung und Verstärkung verursachen immer höhere Kosten, gleichzeitig verhindern sie das natürliche Mitwachsen der Küste mit dem steigenden Meer. Das erschwert auch das Ableiten von Regenwasser und Sturmfluten hinter den Deichen und fördert so die Gefahr von Überschwemmungen.

Natürlicher Küstenschutz

Neben den technischen Schutzmaßnahmen kommt es also auch auf natürlichen Küstenschutz an. Muschelbänke, Dünen, Seegraswiesen und Salzmarschen (salzige Wiesen) wirken als lebendige Pufferzonen: Sie bremsen Wellen ab, stabilisieren den Boden und schützen so die Küste vor Erosion. Anders als starre Bauwerke passen sie sich an den steigenden Meeresspiegel an und unterstützen damit die natürliche Selbstregulierung der Küsten. Natürlicher Küstenschutz ist damit eine kosteneffiziente und nachhaltige Ergänzung zu klassischen Schutzmaßnahmen.

Natürliche Küsten als wichtige CO2-Speicher

Gerade Seegraswiesen und Salzmarschen speichern zudem große Mengen CO2. Gleichzeitig bieten sie zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wichtigen Lebensraum und fördern die Artenvielfalt. Das macht sie zu einem doppelten Gewinn für Klima und Natur.  

Erfolgsmodell natürlicher Küstenanpassung: Langwarder Groden

Am Langwarder Groden im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer wurde ein Sommerdeich geöffnet. Durch die Öffnung wird das Gebiet wieder mit Salzwasser geflutet und Salzmarschen können sich wieder bilden. Seitdem entwickelt sich die Landschaft dynamisch, Priele erweitern sich und typische Wattenmeerpflanzen und -vögel kehren zurück. Das Pilotprojekt zeigt, wie Naturschutz und Küstenschutz Hand in Hand gehen können.

BUND fordert konsequente Förderung 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appelliert an Bund, Länder und Kommunen, natürliche Küstenökosysteme konsequent zu schützen und wiederherzustellen. Küstennaturschutz muss neben dem klassischen Küstenschutz eine gleichberechtigte Rolle spielen und in Klimaanpassungsstrategien verankert werden. Pilotprojekte wie der Langwarder Groden zeigen, wie erfolgreiche Praxis aussehen kann.

Mehr Informationen: 

  • Arten in Nord- und Ostsee
  • Der BUND ist Teil der Forschungsmission mareXtreme der Deutschen Allianz Meeresforschung. Im Projekt METAscales werden Wege zur Anpassung der Küste an zukünftige marine Extremereignisse entwickelt.

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