BUND-Aktive haben Stücke eines Schweinswals an der Ostseeküste zwischen Boltenhagen und Lübeck gefunden.
(Bild: BUND)
Spuren zeigen: Schweinswal war in Fischernetz gefangen
An den Schweinswalflossen sind sehr gerade Schnitte und Netzmarken auf der Haut erkennbar. Dieses Verletzungsbild ist ein sicherer Hinweis darauf, dass die Schweinswale Beifang in einem Fischernetz, vermutlich einem Stellnetz, waren.
Zerstückelt ins Meer geworfen
Um die verhedderten, toten Tiere aus dem Netz zu entfernen, schneiden Fischer sie heraus und werfen die Schweinswal-Teile einfach wieder zurück ins Meer. Dadurch entstehen die glatten Schnittflächen an den Schweinswalstücken. Funde von zerstückelten Schweinswalen sind leider kein Einzelfall. Immer wieder werden abgetrennte Tierteile von Meeresschützern gefunden.
Stellnetz-Fischerei tödlich für Schweinswale
Schweinswale können die dünnen Plastikfäden der Stellnetze nicht erkennen, verheddern sich darin und ertrinken. Allein durch die dänische und schwedische Stellnetzfischerei in der Beltsee sterben jährlich 900 Schweinswale als Beifang. Selbst die Meeresschutzgebiete schützen die Schweinswale nicht vor den Netzen, da Fischerei dort größtenteils erlaubt ist.
Ostsee-Schweinswal vom Aussterben bedroht
Mittlerweile gibt es nur noch wenige hundert Schweinswale in der zentralen Ostsee. Der Ostsee-Schweinswal ist vorm Aussterben bedroht und schon lange streng geschützt. Entsprechend müsste jeder Beifang in einem Fischernetz gemeldet werden. Das passiert in der Realität aber viel zu selten. Stattdessen werden die Tiere zerstückelt und im Meer entsorgt.
Stellnetzfischerei in Schweinswal-Schutzgebieten verbieten
Weil das Fischen mit Stellnetzen tödlich für die vom Aussterben bedrohten Schweinswale ist, muss es in allen Schweinswal-Schutzgebieten verboten werden. Bei der Stellnetzfischerei haben die Netze einen festen Platz. Sie werden mit Bojen an der Wasseroberfläche gehalten und auf dem Meeresboden verankert. Die Schweinswale brauchen Ruhe und Sicherheit in ihren Schutzgebieten.
Alternativen für Stellnetze
Auch außerhalb der Schutzgebiete sollten Stellnetze angepasst werden, beispielsweise mit sogenannten "Pingern". Das sind akustische Warngeräte, die an den Stellnetzen angebracht werden und so Schweinswale fernhalten. Auch alternative Fanggeräte wie Fischfallen können eingesetzt werden.
Bei Fund: Anzeige bei Naturschutzbehörde
Wer einen ähnlichen Fund am Strand macht oder entsprechende Fischerei beobachtet, sollte das mit Fotos dokumentieren und es bei den jeweilig zuständigen Unteren Naturschutzbehörden anzeigen. Auch das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund dokumentiert Totfunde.