Es gibt viele Faktoren, die die Preise von Lebensmitteln beeinflussen.
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Ernteausfälle wegen Klimakrise
Die Klimakrise hat auch in diesem Jahr wieder zu lang anhaltender Trockenheit und Dürre geführt. Das hat Auswirkungen auf die Ernte. Vor allem die Getreideernte wird dieses Jahr nach Schätzungen des Deutschen Bauerverbands geringer ausfallen. Auch Starkregen mit Überschwemmungen sind Folgen der Klimakrise und können innerhalb weniger Stunden ganze Ernten vernichten.
Ursachen von Ernteausfällen bekämpfen
Klar ist: Durch die Klimakrise werden Hitze, Dürre und Überschwemmungen noch zunehmen. Mehr Fördermittel sind keine dauerhafte Lösung. Wir brauchen stattdessen den Wechsel von der industriellen Landwirtschaft zur ökologischen Landwirtschaft, die die natürlichen Kreisläufe stärkt und Boden und Pflanzen robuster macht.
Wie kann die Landwirtschaft besser mit der Klimakrise umgehen?
- Mehr Wasser im Boden speichern. Dann können sich die Pflanzen auch bei längerer Trockenheit Wasser aus dem Boden holen. Dafür muss der Boden schonender bewirtschaftet werden und möglichst viel Humus aufgebaut werden.
- Mehr Humus im Boden kann durch bessere Fruchtfolgen aufgebaut werden.
- Weniger Mineraldünger einsetzen, denn die intensive Düngung zerstört den Humus und es kann weniger Wasser im Boden gespeichert werden.
- Weniger auf Monokulturen setzen. Durch Mischkulturen ist der Boden optimalerweise das gesamte Jahr über bedeckt. Das ist ein natürlicher Schutz vor Verdunstung.
- Mehr alte robuste Sorten wählen, die besser mit Trockenheit und Starkregen umgehen können und mehr Lebensräume für Nützlinge schaffen.
Landwirtschaft ist abhängig von fossiler Energie
Die industrielle Landwirtschaft ist in hohem Maß abhängig von fossiler Energie. Weltweit verbrauchen Ernährungssysteme rund 15 Prozent aller fossilen Brennstoffe. Die fossilen Brennstoffe werden vor allem für Düngemittel, Pestizide oder als Diesel für Landmaschinen gebraucht. Für die Herstellung von Stickstoffdünger wird Erdgas benötigt. Die EU importiert sehr viel Gas und Rohstoffe für Dünger aus Nordafrika, aus dem Nahen Osten oder den Golfstaaten. Ohne diesen Import könnte Europas industrielle Landwirtschaft kaum in ihrer heutigen Form bestehen.
Abhängigkeit von Öl und Gas führt zu höheren Preisen
Diese Abhängigkeit sorgt dafür, dass Lebensmittelpreise extrem anfällig für Preissprünge auf dem Energiemarkt werden. Wie verwundbar das System ist, zeigen aktuelle geopolitische Konflikte. Spannungen im Nahen Osten und die Blockade wichtiger Handelswege beeinträchtigen weltweit den Handel mit Öl, Gas und Düngemitteln. Ein erheblicher Teil dieser Rohstoffe wird über Seewege transportiert. Sind Lieferketten unterbrochen, steigen die Preise und die Verfügbarkeit sinkt – oft noch Monate nach dem eigentlichen Konflikt. Auch das anhaltende Niedrigwasser vieler Flüsse führt dazu, dass beispielsweise Dünger nicht transportiert werden kann.
Große Marktmacht von Supermarktketten, Molkereien und Schlachthöfen
Die vier Supermarktketten Edeka, Rewe, Aldi und Lidl/Kaufland kontrollieren mittlerweile etwa 88 Prozent des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Vor 30 Jahren, im Jahr 1995, lag ihr Marktanteil noch bei 55 Prozent. Auch bei Molkereien und Schlachthöfen gibt es nur noch ganz wenige Betriebe, die entsprechend den Markt dominieren. Durch diese Marktmacht bestimmen die Konzerne die Preise und senken die Einnahmen der Erzeuger*innen. Im Gegensatz zu vielen Bauern machen sie große Gewinne.
Supermarktpreise decken Folgekosten nicht ab
Dabei sind die Preise im Supermarkt nur ein Teil der wirklichen Kosten unseres Ernährungssystems. Viele Folgekosten tauchen auf unserem Kassenzettel gar nicht auf. Wir tragen sie als Allgemeinheit, etwa über Steuern oder unsere Beiträge zur Krankenkasse und zum Umweltschutz. So fallen Kosten an, um nitratbelastetes Trinkwasser zu reinigen, Böden und Gewässer wiederzubeleben oder Menschen zu behandeln, die Pestiziden und anderen Agrargiften ausgesetzt sind.
Lebensmittelpreise hängen von vielen Faktoren ab
Die Preise unserer Lebensmittel hängen also nicht nur vom Wetter oder von der Ernte ab. Hinter jedem Produkt stehen globale Rohstoffmärkte, geopolitische Konflikte, Umweltkosten und politische Entscheidungen. Solange ein Ernährungssystem auf fossilen Energien, langen Lieferketten und wenigen mächtigen Konzernen beruht, bleibt es anfällig. Robuster wird es, wenn es möglichst regional, vielfältig und ökologisch gestaltet ist – und damit nicht nur stabile Preise garantiert, sondern auch das Klima schützt und unsere Gesundheit und Ernährung sichert.