Wie sieht es in den Ställen wirklich aus? Verbraucher*innen erfahren oft nichts.
(Jonathan Cooper
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via canva.com)
Momentan sorgt die Vielfalt der Siegel, Kennzeichnungen und Labels, die sich der Lebensmittelhandel selbst gibt, für Verwirrung statt Klarheit beim Einkauf. Welche Haltungsform sich hinter welchem Siegel verbirgt, ist ohne umfassende Recherche nicht ersichtlich.
Handel verwirrt mit Label-Dschungel
Das kritisiert auch fast die Hälfte der Verbraucher*innen: In der BUND-Umfrage geben 46 Prozent an, den zahlreichen aktuellen Labeln und Kennzeichen zu misstrauen. Die Umfrage wurde vom Civey-Institut durchgeführt. Klarheit darüber, wie die Tiere gehalten wurden, wünschen sich Verbraucher*innen nicht nur im Handel, sondern auch im Restaurant.
„Haltungsform“-Label des Handels reicht nicht aus
Große Lebensmitteleinzelhändler wie Aldi Süd und Aldi Nord, Edeka, Kaufland und Rewe und Systemgastronomie wie McDonalds haben das Label „Haltungsform“ entwickelt. Das Label ist freiwillig. Der Handel nutzt es zwar auf immer mehr Produkten, es wird jedoch nicht staatlich kontrolliert. Eine übergreifende Kennzeichnung aller Produkte im Lebensmitteleinzelhandel und in Restaurants, Kantinen, Mensen oder bei verarbeiteten Produkten gibt es nicht.
Regierung verschleppt überfälliges Gesetz
Bereits die Ampel-Regierung hatte 2023 ein Gesetz zur staatlichen Tierhaltungskennzeichnung beschlossen. Umgesetzt ist es bis heute nicht. Zuletzt hat die Bundesregierung den Start auf Anfang 2027 verschoben. In der jetzigen Form betrifft es nur Schweinefleisch aus dem Lebensmitteleinzelhandel. Die erneute Verschiebung bietet nun Zeit, um das Gesetz mindestens auf die Gastronomie auszuweiten. Auch weitere Tierarten, verarbeitete Produkte und die Einbeziehung des gesamten Lebenszyklus von Tieren müssen letztlich folgen. Weitere Verzögerungen darf sich die Regierung nun nicht mehr leisten.
Zur Umfrage
Die Umfrage wurde vom BUND in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde sie vom Civey-Institut. Befragt wurden 2.500 Bundesbürge*innen ab 18 Jahren. Die Befragung wurde online im Zeitraum vom 12. bis 13.1.2026 durchgeführt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 3,4 bis 3,6 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.