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BUND-Sondervotum zum Diesel-Bericht

18. Januar 2018 | Mobilität, BUND

Der BUND kann den Abschlussbericht der Diesel-Expertengruppe IV in wesentlichen Teilen nicht mittragen. Er hat deswegen ein Sondervotum verfasst, das auch Einzug in den Bericht gefunden hat. Insbesondere bei den Themen Zukunft des Diesels, Feinstaub aus Benzinfahrzeugen und vor allem bei der künftigen Förderung von synthetischen Kraftstoffen ist der BUND anderer Meinung als große Teile des Gremiums.

Sieht so die Mobilität der Zukunft aus?  (Nabeel Syed / unsplash.com)

Im Nachgang des "Dieselgipfels" der Bundesregierung wurde eine Expertengruppe eingesetzt, die sich mit der Optimierung von Antriebstechnologien und alternativen Kraftstoffen beschäftigt hat. Der BUND vertrat die Umweltverbände in dem Gremium.

Er ist der Ansicht, dass für die Mobilität der Zukunft entscheidend sein wird, den Rohstoff- und Energieeinsatz sowie die Schadstoffemissionen der verschiedenen Antriebsarten zu verringern – aber auch die Auswirkung auf die Beschäftigungszahlen in der Automobilbranche zu berücksichtigen.

Der Abschlussbericht der Expertengruppe ist ein wichtiger Aufschlag für zukünftige Diskussionen. Dennoch kann der BUND ihn in wesentlichen Punkten nicht mittragen.

Das sind die wesentlichen Kritikpunkte des BUND:

  • Dieselmotor: Der Bericht hebt hervor, dass die Abkehr vom Diesel infolge des Abgasskandals dazu führe, dass die Konzerne ihre CO2-Flottengrenzwerte nicht einhalten können. Auch könnten Dieselmotoren, die die neue Abgasnorm Euro 6d erfüllen, wieder uneingeschränkt empfohlen werden. Aus Sicht des BUND ist jedoch vor allem der anhaltende Trend zu immer größeren, schwereren und leistungsstärkeren Fahrzeugen Schuld an steigenden CO2-Werten. Und das Klimaschutzziel im Verkehrssektor von minus 40 bis 42 Prozent CO2 bis 2030 kann nur erreicht werden, wenn der Anteil von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren sinkt.
  • Feinstaub: Der Bericht macht Aussagen zu angeblich geringeren Feinstaubemissionen von Benzinfahrzeugen, die der BUND vor dem Hintergrund der massiven Feinstaubprobleme von Benzindirekteinspritzern ohne Filter nicht teilen kann.
  • Synthetische Kraftstoffe: Anders als der Bericht der Expertengruppe sieht der BUND die Verbrennung mit erneuerbarem Strom erzeugter synthetischer Kraftstoffe für Pkw nicht als Lösung für die Zukunft an. So ist die Herstellung dieser Kraftstoffe sehr energieintensiv und derzeit ohnehin noch im Forschungsstadium, also nicht ausgereift. Statt hier falsche Hoffnungen zu wecken, sollte beim Pkw-Verkehr die wesentlich effizientere direkte Stromnutzung Priorität haben.

Darüber hinaus schlägt der BUND vor, auch konkrete Ziele zur Verkehrsvermeidung in den Bericht der Expertengruppe aufzunehmen. Die Diskussion über Antriebstechnologien der Zukunft sollte eingebettet sein in ein Szenario, mit dem in Deutschland mehr Mobilität mit weniger Energie verbrauchendem Verkehr möglich wird.

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