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Fragen und Antworten zu Mikroplastik und anderen Kunststoffen in Kosmetikprodukten

Unser FAQ verrät, wie Sie Mikroplastik und andere Kunststoffe entdecken und vermeiden können.

Kinder in der Badewanne; Foto: skyla80 / photocase.de Kinder in der Badewanne  (skyla80 / photocase.de )
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Was ist Kunststoff?

Kunststoff ist ein synthetisches Polymer, zusammengesetzt aus Makromolekülen, auf der Basis von Erdöl, Kohle oder Erdgas.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden Kunststoffe bezeichnet, die fest, unlöslich, partikulär, nicht biologisch abbaubar und kleiner als fünf Millimeter sind. Mikroplastik wird eingeteilt in primäres und sekundäres Mikroplastik. Primäres Mikroplastik wird industriell zur Weiterverarbeitung erstellt (z.B. Basispellets, das Grundmaterial für die Plastikproduktion sowie der partikuläre Kunststoff, welcher Anwendung in der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie findet). Sekundäres Mikroplastik entsteht beim Zerfall von größeren Kunststoffteilen durch Verwitterungsprozesse.

Mikroplastik und andere Kunststoffe

Kunststoff findet nicht nur in Form von ungelöstem, festem Mikroplastik Verwendung in Kosmetikprodukten. Auch gelöste und flüssige Kunststoffe werden vielfach verwendet. Da der Begriff "Plastik" jedoch allgemein als ein Material in einem festen Aggregatzustand definiert ist, benutzen wir diesen Begriff für alle im Produkt gelösten und flüssigen Polymere nicht.

Doch ob fest oder flüssig – der BUND bekämpft die Verwendung aller synthetischer Polymere (Kunststoffe) in Kosmetikartikeln, weil diese – unabhängig von ihrer Formmasse – nicht biologisch abbaubar sind. Da nicht alle Umweltauswirkungen der Kunststoffe bekannt sind und ein nachträgliches Entfernen aus der Umwelt nicht möglich ist, muss gemäß dem Vorsorgeprinzip verhindert werden, dass Kunststoffe in die Umwelt gelangen.

Welche Auswirkungen auf die Umwelt haben synthetische Polymere?

Synthetische Polymere (Kunststoffe) gelangen durch Abwasser, Regenwasser und Überschwemmungen in die Meere und werden auf diese Weise verfügbar für Meeresorganismen wie Zooplankton, Muscheln, Würmer, Fische und Säugetiere. Je kleiner die Kunststoffpartikel sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Aufnahme. Dies kann passiv durch Filtration geschehen oder dadurch, dass Lebewesen die Kunststoffpartikel mit Nahrung verwechseln oder Tiere fressen, die bereits Kunststoffe aufgenommen haben.

Die Auswirkungen der Aufnahme von Kunststoffen reichen von Gewebeveränderungen bzw. Entzündungsreaktionen und toxikologischen Auswirkungen bis hin zu inneren Verletzungen und Todesfällen. Des Weiteren reichern sich Umweltgifte an der Kunststoffoberfläche an, welche bei der Aufnahme in den Organismus wieder freigesetzt werden können.

Wie gelangen Kunststoffe aus Kosmetika ins Meer?

Die Kunststoffe aus den Produkten gelangen über die lokalen Abwässer in die Kläranlagen. Diese filtern sie nur bedingt heraus; ein Teil wird im Klärschlamm zurückgehalten und der andere Teil gelangt in die Meere.

Warum werden Kunststoffe in der Kosmetik eingesetzt?

Synthetische Polymere (Kunststoffe) werden in unterschiedlichen Größen und Formmassen eingesetzt – unter anderem als Pulver oder Lösung. Kunststoffe dienen als Peelingpartikel, Bindemittel, Filmbildner und Füllmittel in Duschgelen, Shampoos, Cremes und dekorativer Kosmetik.

Woran lässt sich die Funktion bzw. Menge im Produkt erkennen?

Es ist für Konsument*innen nahezu unmöglich, aufgrund der Deklaration etwas über die Aufgabe bzw. die Form eines Kunststoffs in einem Produkt zu erfahren. In Einzelfällen können Sie im Internet weitere Informationen dazu finden. In der Regel werden Sie jedoch darauf angewiesen sein, im Geschäft nachzufragen oder sich direkt an den Hersteller zu wenden. Grundsätzlich gilt: Die Reihenfolge, in der Inhaltsstoffe auf der Verpackung gelistet sind, gibt Aufschluss über die Konzentration im Produkt (erste Stelle = höchste Konzentration).

Was steht in der Kosmetikverordnung zum Thema Kunststoffe?

Die Kosmetikverordnung sorgt derzeit nur für eine Deklarationspflicht aller verwendeten Inhaltsstoffe auf den Produkten. Leider gibt es nur wenige Kosmetikhersteller, die allgemein verständliche Erläuterungen zu den Inhaltsstoffen verwenden (Englisch-Deutsch). Vorgeschrieben ist die systematische englischsprachige Kurzform der exakten chemischen Bezeichnung auf dem Produkt (INCI). Eine Kennzeichnungspflicht für Kunststoffe wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer besseren Markttransparenz für Konsument*innen.

Welche Alternativen gibt es zu Peelings mit Mikroplastik?

Viele Hersteller von Naturkosmetik verwenden Zuckertenside, Kieselsäure, Leinsamen und Heilerde aus eiszeitlichen Lößablagerungen in ihren Peelings. Alternativ können Sie auch Peelinghandschuhe verwenden oder Peelings aus Zucker, Honig und Salz selber herstellen.

Gibt es eine Positivliste von Produkten ohne Mikroplastik und andere Kunststoffe?

Gerne würden wir Ihnen eine solche Positivliste zur Verfügung stellen. Nur leider ist die Markttransparenz nicht ausreichend und der Kosmetikmarkt zu schnelllebig, um zuverlässige Informationen zu gewährleisten.

Was mache ich mit bereits erworbenen Produkten, die Mikroplastik oder andere Kunststoffe enthalten?

Entsorgen Sie das Produkt im Ganzen im Hausmüll.

Gab es schon Erfolge im Kampf gegen Kunststoffe in Kosmetika?

Aufgrund der großen Resonanz auf den BUND-Einkaufsratgeber haben einige Hersteller angekündigt, Ihre Produkte zu überarbeiten. Leider hat sich gezeigt, dass nicht alle Hersteller Ihrem Versprechen nachgekommen sind oder Ihre eigene Definition bezüglich der Umweltschädlichkeit bestimmter Kunststoffe haben. Als umweltschädlich werden oftmals nur die festen Mikroplastikpartikel betrachtet. Diese Auffassung der Hersteller deckt sich daher nicht mit der des BUND (siehe oben).

Wir halten Sie auf dem Laufenden! Schauen Sie immer mal wieder auf den BUND-Einkaufsratgeber mit Produkten, die Mikroplastik und andere Kunststoffe enthalten. Die Liste wird kontinuierlich aktualisiert.

Publikationen zum Thema

Leitart des Monats: der Meersalat

Zur Leitart

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Nadja Ziebarth

Nadja Ziebarth

BUND-Meeresschutzbüro
E-Mail schreiben Tel.: (04 21) 7 90 02-32

Video: Wie viel Mikroplastik ist in unseren Kosmetika und Flüssen?

Test: Wie viel Mikroplastik ist in unseren Kosmetika und Flüssen? (Doku)

Video der Sendung "Puls" vom Bayerischen Rundfunk.

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Der Mikroplastik-Ratgeber wurde ausgezeichnet

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