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Erfolge im Kampf gegen Mikroplastik

Der Kampf des BUND gegen Mikroplastik zeigt ungebrochenes Interesse in der Bevölkerung. Und auch die ersten Hersteller haben reagiert: Seit Ende 2014 ist mit Zahnpasta in Deutschland eine erste Produktkategorie mikroplastikfrei. Dies zeigt: Unser Protest wirkt!

Immer mehr wollen aussteigen

Unsere Kampagne gegen Mikroplastik zeigt ungebrochenes Interesse in der Bevölkerung: Die Liste mit mikroplastikhaltigen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten wurde weit mehr als 200.000 mal heruntergeladen und auch nach drei Jahren gehen beim BUND Tag für Tag E-Mails mit neuen Produkten und Fragen zu den Umweltauswirkungen von Mikroplastik ein. Dies spiegelt den Wunsch von Konsument*innen nach mikroplastikfreien Produkten wider.

Neben Konsument*innen kontaktierten uns in den letzten Jahren auch Hersteller mit der Ankündigung, aus Mikroplastik auszusteigen. Diese Ankündigung hat uns sehr gefreut und erschien vielversprechend – nur leider hat sich gezeigt, dass Hersteller ihrem Versprechen nicht nachgekommen sind oder ihre eigene Definition von Mikroplastik verwendet haben.

Unterschiedliche Definitionen von Mikroplastik

Die Hersteller meinen, nur "Kunststoffpartikel" seien Mikroplastik. Diese Definition deckt sich nicht mit der BUND-Definition: Mikroplastik sind alle synthetischen Polymere, die kleiner als fünf Milimeter sind. Viele Produkte wurden von den Herstellern nur hinsichtlich Polyethylen (PE), welches als Peeling-Partikel dient, überarbeitet. Der Markt ist jedoch weiterhin voll mit Produkten, die andere synthetische Kunststoffe enthalten. Diese werden als Füllmittel, Filmbildner und Viskositätsregulatoren eingesetzt – wie zum Beispiel das Acrylate Copolymer.

Aufgrund der breiten Größenspanne und der unterschiedlichen Formmassen der eingesetzten Kunststoffe in der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie, schließt die Definition des BUND alle synthetischen Polymere ein, die kleiner als fünf Milimeter sind. Da nicht alle Umweltauswirkungen bekannt sind und ein nachträgliches Entfernen aus der Umwelt nicht möglich ist, muss gemäß dem Vorsorgeprinzip verhindert werden, dass Mikroplastik jeglicher Größe und Form in die Umwelt gelangt. 

Deswegen werden Produkte, die kein PE und PP, jedoch andere synthetische Kunststoffe enthalten, weiterhin in dem Einkaufsratgeber des BUND aufgeführt.

Zahnpasta ohne Mikroplastik

Zahnbürste mit Zahnpasta, Foto: Markus Mainka / fotolia.com Zahnbürste mit Zahnpasta  (Markus Mainka / Fotolia.com)

Ende 2014 konnte der BUND eine ganze Kategorie aus seinem Mikroplastik-Einkaufsführer löschen: Zahnpasta war in Deutschland mikroplastikfrei, denn die Zahnpastaindustrie hatte auf den Protest reagiert.

Allerdings ist seit Dezember 2017 wieder ein Produkt im Handel, die noch Mikroplastik enthält: Beovita Parodont Zahnfleischpflege-Gel.

Dass nach drei Jahren Pause wieder eine Zahnpasta-Marke Polyethylen (PE) verwendet, bestärkt den BUND darin, ein Verbot von Mikroplastik zu fordern. Auf freiwillige Vereinbarungen sollten wir uns nicht verlassen. 

Unternehmen, die auf Mikroplastik verzichten woll(t)en

Die Versprechen von Unternehmen aus 2014: 

Beiersdorf

"Wir denken, dass wir zum Schutz der Umwelt beitragen können, indem wir eine Alternative zu Kunststoffpartikeln in unseren Hautpflegeprodukten finden. Deshalb hat sich Beiersdorf präventiv entschieden, in Zukunft keine Polyethylen-Partikel in Pflegeprodukten mehr einzusetzen. Aktuell verändern wir unsere Formeln entsprechend und werden bis Ende 2015 die Polyethylen-Partikel in allen relevanten Produkten ersetzen." Zu Beiersdorf gehören unter anderem die Marken Nivea, Eucerin und Florena.

Body Shop

"Als Teil unseres Engagements zur Rettung unseres Planeten beizutragen, werden wir in all unseren Produkten bis 2015 auf Microbeads verzichten“ (As part of our commitment to help save the planet, we’ll be phasing out microbeads from all of our products by 2015, April 2013)." 

Colgate Palmolive

Der Konzern "Colgate Palmolive" hat den Auszug bereits vollzogen. "Wir verstehen das Anliegen und haben daher bereits in 2012 entschieden, nicht länger Mikroplastik zu verwenden und so bald wie möglich alternative Inhaltstoffe für unsere Produkte zu finden." Zu Colgate Palmolive gehören unter anderem die Marken Colgate, Dentamark und Palmolive.

dm

Die dm-Drogeriemarkt-Kette hat Anfang 2014 in ihren Eigenprodukten Mikroplastikkügelchen durch Alternativen ersetzt. dm verwendet aber noch flüssigen Kunststoff in einigen seiner Produkte. 

Dr. Liebe

Der Zahnpastenhersteller verkündete im September 2014: "Seit September diesen Jahres ist nun die neue Pearls & Dents in ihrer verbesserten Formulierung auf dem Markt: mikroplastik-frei, (...)."

Johnson & Johnson

"At the Johnson & Johnson Family of Consumer Companies, we are phasing out and will eliminate the use of polyethylene microbeads in our personal care products by the end of 2017. We have stopped developing new products containing polyethylene microbeads and have been conducting environmental safety assessments of other alternatives. (...) Our goal is to complete the first phase of reformulations by the end of 2015, which represents about half our products sold that contain microbeads." Zu Johnson & Johnson gehört zum Beispiel die Marke "Penaten". 

L’Oréal

"L’Oréal is strongly committed to improve its environmental impact and has decided to no longer use microbeads of polyethylene in its scrubs by 2017. (...) The phasing out will be first achieved for Biotherm (2014) and The Body Shop (2015) before being extended to all the Group’s portfolio in 2017."

P&G

P&G haben angekündigt, dass alle Produkte in 2017 frei von Mikrokunststoffteilchen sein werden. Markenartikel von P&G sind weit verbreitet. Dazu gehören Oil of Olaz, blend-a-med und Herbal Essences. 

Rossmann

"Die Firma Dirk Rossmann GmbH ist sich der Problematik von Mikroplastik in Kosmetikprodukten und seiner Auswirkung auf die Umwelt bewusst. Das Unternehmen hat sich daher entschlossen, künftig auf Peelingkörper ausschließlich natürlichen Ursprungs zu setzen und so die Umwelt nicht weiter zu beeinträchtigen. Das Ziel ist es, die betroffenen Artikel bis Ende 2014 zu optimieren. Bei neuen Produkten werden nur noch Peelingkörper natürlichen Ursprungs verwendet." Das beinhaltet insgesamt neun Produkte (die Marken Rival de Loop, Isana und Synergen), die noch Polyethylen enthalten.

Unilever

"Unilever hat beschlossen, die Verwendung von Plastik Peeling-Perlen in Pflege-Produkten einzustellen. (...) Wir denken, dass dieser Prozess bis 2015 abgeschlossen sein wird." (Unilever has decided to phase out plastic scrub beads from personal care products.).

Yves Rocher

Vom BUND verfremdete Anzeige von Yves Rocher Vom BUND verfremdete Anzeige

Yves Rocher wirbt mit dem Slogan "Die Nr. 1 in Pflanzen-Kosmetik". Unsere Aufforderung, kein Mikroplastik mehr in den Produkten zu verwenden, hatte Yves Rocher zunächst ignoriert. Nachdem mehr als 20.000 Menschen sich an Yves Rocher gewendet haben, lenkte Yves Rocher ein.

Yves Rocher hat angekündigt, in Zukunft auf Polyethylen in seinen Produkten zu verzichten. Das Unternehmen werde "mit Beginn des Jahres 2015 nur noch Produkte auf Basis natürlicher Peelingpartikel auf den Markt zu bringen. Produkte, die heute noch Mikroplastik in fester Form enthalten, werden wir ab März vom deutschen, dem österreichischen und dem Schweizer Markt nehmen. (...) Ab 2016 werden diese Produkte weltweit durch überarbeitete Produktformeln, die ausschließlich 100% natürliche Peelingpartikel enthalten, ersetzt."

Weiterhin bleibt aber offen, wie Yves Rocher mit solchen Kunststoffen in seinen Produkten verfährt, die in flüssiger Form verwendet werden. Der BUND wird bei diesem Thema weiter dran bleiben.

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Nadja Ziebarth

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