Weihnachtssterne werden in solchen Gewächshäusern groß. Sie verbrauchen viel Energie – Pestizide und Wachstumsregler kommen zum Einsatz.
(Tammi Mild
/
via canva.com)
Warum Weihnachtssterne problematisch sind
Der Weihnachtsstern stammt ursprünglich aus den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas. Die Stecklinge werden meist aus Ostafrika importiert und anschließend in Deutschland, den Niederlanden oder Dänemark in großen Gewächshäusern unter hohem Energieaufwand gezüchtet.
Für den Anbau von Weihnachtssternen wird üblicherweise torfhaltige Erde verwendet. Jährlich werden über 30 Millionen Weihnachtssterne in Deutschland verkauft. Mehrere tausend Tonnen Erde werden benötigt. Um Weihnachtssterne und andere Zierpflanzen zu produzieren, werden also Moore trockengelegt und abgebaut, wodurch große Mengen an Kohlendioxid freigesetzt werden.
Wie bei den meisten herkömmlichen Zierpflanzen werden auch beim Weihnachtsstern Pestizide gegen Pilze und Insekten eingesetzt. In seiner Heimat kann der Weihnachtsstern mehrere Meter hoch wachsen, weshalb auch Wachstumsregulatoren verwendet werden. Verpackungen oder Dekorationen, wie beispielsweise Glitzer auf den Blättern, können außerdem die Umwelt unnötig belasten.
Oft verliert der Weihnachtsstern kurz nach dem Kauf seine Blätter. Mit Geduld lässt sich die mehrjährige Zimmerpflanze länger pflegen. Allerdings färben sich die Hochblätter selten wieder rot.
Nachhaltige Alternativen zum Weihnachtsstern – erst winterliche Zimmerpflanze, später nützlich für Garten und Balkon
Nur wenige heimische Pflanzen können als blühende Topfpflanzen über Weihnachten die eigene Wohnung schmücken und später in den Garten oder auf den Balkon gepflanzt werden, wo sie dann Insekten helfen. Dazu zählen:
- Christrose (Helleborus niger): beeindruckt mit ihren fünf hellweißen, sternförmigen Blütenblättern und kann später als mehrjährige, winterblühende Staude in den Garten gepflanzt werden.
- Schneeheide bzw. Winterheide (Erica carnea): eignet sich ideal als blühende Topfpflanze für Tische und Fensterbänke. Im Frühjahr dient sie insbesondere Hummelköniginnen als wichtige Nahrungsquelle.
Auch Küchenkräuter wie Majoran, Thymian und Salbei bringen frisches Grün ins Haus und bereiten später auf Balkon oder im Garten viel Freude. Achten Sie dabei auf heimische Arten wie Oregano (Origanum vulgare), Sand-Thymian (Thymus serpyllum) oder heimische Minzarten (Mentha pulegium, Mentha aquatica).
Andere blühende Zimmerpflanzen als Alternative zum Weihnachtsstern
Wer keinen Garten oder Balkon besitzt, kann auf langlebige Zimmerpflanzen zurückgreifen. Zu den winterblühenden Pflanzen zählen Alpenveilchen, Weihnachtskaktus und Amaryllis. Diese Arten sind mehrjährig und relativ pflegeleicht. Ein Weihnachtskaktus kann sogar mehrere Jahrzehnte alt werden. Das ist deutlich nachhaltiger als der Kauf von Pflanzen zur Weihnachtsdeko, die zu Beginn des neuen Jahres im Müll landen.
Beim Kauf von Topfpflanzen sollten Sie auf kurze Transportwege und möglichst torffreie Erde achten. Bio-Siegel und Zertifikate geben außerdem Auskunft darüber, ob beim Anbau Pestizide und Mineraldünger eingesetzt wurden. Pflanzen oder Ableger aus der Nachbarschaft oder von Freunden sind immer eine gute Wahl.
Natürliche Weihnachtsdeko: Trockenblumen als Alternative zum Weihnachtsstern
Die folgenden Pflanzen eignen sich hervorragend für winterliche Tischdekorationen wie Trockengestecke oder Kränze, aber auch für Wanddekorationen, als Bastelmaterial oder als Geschenkverpackung:
- Silberblatt (Lunaria rediviva): papierartige, silbrig schimmernde Samenscheiben
- Strohblume (Helichrysum arenarium): gelbe Blütenköpfe, die beim Trocknen ihre Form und Farbe behalten
- Mohn (Papaver rhoeas): charakteristische Samenkapseln
- Wilde Karde (Dipsacus fullonum): sehr dekorative Samenstände, die lange stehen bleiben
- Purpur-Fetthenne (Sedum telephium): dekorative Blüten, die auch im Verblühen sehr stabil und wunderschön sind
- Schafgarbe (Achillea): weiße Blüten, die noch lange blühen oder getrocknet sehr dekorativ sind, sowie Rainfarn (Tanacetum vulgare) und Wilde Möhre (Daucus carota)
- Rosenzweige mit ihren leuchtend roten Hagebutten, Zweige von Eberesche (Sorbus aucuparia) mit orangefarbenen Früchten oder rote Zweige des Roten Hartriegels (Cornus sanguinea)
- Einheimische Gräser wie Seggen (Carex), Pfeifengras (Molinia caerulea) und Schmiele (Deschampsia cespitosa)
Falls diese Pflanzenarten Ihren Garten oder Balkon noch nicht verschönern, können Sie sich vornehmen, sie im nächsten Jahr zu pflanzen. So lassen sie sich im kommenden Winter vielseitig als Dekoration nutzen.
Beim Sammeln die Natur respektieren
Denken Sie daran, nur geringe Mengen aus der Natur zu entnehmen. Achten Sie darauf, Tiere nicht zu stören und empfindliche Pflanzen zu schützen. Sammeln Sie keine Pflanzen in Naturschutzgebieten oder anderen geschützten Bereichen. Einige der empfohlenen Arten finden Sie bereits am Wegesrand.
Beim Schneiden von Zweigen aus Gehölzen sollte stets darauf geachtet werden, die Pflanzen nicht zu schädigen. Entnehmen Sie nur wenige Zweige und informieren Sie sich vorher über die Eigentümer*innen der Fläche. Auf Privatgrundstücken dürfen keine Pflanzen oder Zweige ohne vorherige Absprache mit Besitzer*innen entnommen werden.