Wo kommt der Müll bloß hin?
(Leo Malsam
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via canva.com)
Mülltrennung: Was gehört in welche Tonne?
Blaue Tonne (Papier)
Zeitungen, Zeitschriften, Kartons und Schreibpapier gehören in die Papier-Tonne. Stark verschmutztes oder fettiges Papier sollten Sie nicht in der Papier-Tonne, sondern im Restmüll entsorgen.
Gelbe Tonne / Gelber Sack / Wertstofftonne
Kunststoff-, Metall- und Aluminiumverpackungen ohne Reste, Verbundstoffe und Verpackungen gehören in die Wertstofftonne oder Gelbe Tonne. Joghurtbecher, die aus Pappbanderole, Aluminiumdeckel und Plastik bestehen, sollten getrennt werden.
In die Gelbe Tonne / Gelben Sack gehören nur Verpackungen aus Kunststoff, Weißblech, Aluminium oder Verbundstoffen.
In der Wertstofftonne dürfen auch andere Gegenstände aus denselben Materialien wie Verpackungen entsorgt werden – z.B. Zahnbürsten, Töpfe, Werkzeuge oder Spielzeug.
Zerkleinern Sie Recyclingmaterial nicht unnötig. Ist der Müll zu klein, wird dieser von der Müllverwertungsanlage nicht sortenrein erfasst und letztendlich nicht wiederverwertet. Tipp: Insbesondere wertvolle Aluminiumstücke (kleiner als fünf Zentimeter Durchmesser) sollte zu einem größeren Ball geformt werden, damit das Aluminium recycelt werden kann.
Biotonne
Küchen- und Gartenabfälle wie Obst- und Gemüsereste, einschließlich Zitrusschalen, Kaffeesatz, Eierschalen, ebenso gekochte Speisen, Brot sowie Kleintierstreu, Topfpflanzen und Blumenerde (ohne Topf) gehören in die Biotonne. Hinweis: Verwenden Sie keine sogenannten „Bio“-Plastiktüten, da diese in vielen Gemeinden bereits verboten sind und aufwendig aussortiert werden müssen. Den Bioabfall können Sie entweder in Papiertüten sammeln oder in einem wiederverwendbaren Behälter, den Sie regelmäßig leeren und spülen können.
Kompost
Kompostierung vor Ort ist eine umweltfreundliche Verwertung von biologischem Abfall. Tipps für das Anlegen eines Kompost finden Sie hier.
Glascontainer
Weißes, grünes und braunes Glas sollten getrennt entsorgt werden. Dabei sollten Sie vor allem darauf achten, dass weißes und braunes Glas nicht zusammen entsorgt wird. Sonst kann aus dem Recyclingglas weniger neues Glas hergestellt werden. Andersfarbiges Glas gehört in den Grünglascontainer. Auch Parfüm- und Kosmetikglasverpackungen sowie Arzneiflaschen können dort entsorgt werden. Deckel aus Metall oder Plastik sowie Korken gehören hingegen in die Wertstofftonne oder in die getrennte Korksammlung. Alternativ können Deckel später auch in den Recyclinganlagen aussortiert werden. Zerbrochenes Trinkglas und anderes Bruchglas gehört nicht in die Container. Sie haben einen anderen Schmelzpunkt und behindern so den Recyclingprozess. Sie könnenim Restmüll oder auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. Glühbirnen gehören keinesfalls ins Altglas, sondern zum Wertstoffhof oder zu den Händlern.
Restmülltonne
Alle Abfälle, die nicht in die anderen Tonnen gehören, zum Beispiel Windeln, Staubsaugerbeutel, zerbrochenes Porzellan oder Keramik, Tapetenreste, Katzenstreu, ausgekühlte und verpackte Asche sowie benutzte Hygieneartikel, landen in der Restmülltonne.
Lacke und Farben
Kommune sammeln Lacken und Farben separat. Erkundigen Sie sich nach den Terminen – häufig gibt es regelmäßige Abholtage. Wertstoffhöfe nehmen solche Sonderabfälle in haushaltsüblichen Mengen jederzeit kostenlos an.
Elektrogeräte
Elektrogeräte dürfen nicht in den Restmüll oder die Gelbe Tonne geworfen werden, sondern müssen immer zum Händler oder zum Wertstoffhof gebracht werden.
Sperrmüll
Sperrmüll umfasst große Haushaltsgegenstände, die nicht in die Restmülltonne passen, wie alte Möbel, Matratzen oder Teppiche. Die Abholung erfolgt in vielen Kommunen nach Anmeldung oder zu bestimmten Sammelterminen. Alternativ können Sie Sperrmüll auch selbst zum Wertstoffhof bringen. Elektrogeräte, Farben, Lacke und andere Giftstoffe gehören jedoch nicht in den Sperrmüll.
Allgemeine Tipps zur Mülltrennung
- Es ist nicht notwendig, Müll und Altglas vorher zu spülen. Das spart Wasser.
- Recherchieren Sie die Regeln Ihrer kommunalen Entsorger. In manchen Kommunen gibt es vereinfachte Trennregelungen, weil moderne Sortieranlagen bestimmte Materialien automatisch erkennen und sortieren können. Eine vollständige nachträgliche Trennung, etwa von Glas und Kunststoffen, ist jedoch weiterhin nicht möglich.
Wie sinnvoll ist die Biotonne wirklich?
Restmüll besteht zu bis zu 40 Prozent aus Biomüll, wenn keine Biotonne oder Kompost vorhanden ist. Aus Bioabfällen können in modernen Bioabfall- und Vergärungsanlagen wertvoller Dünger und Biogas gewonnen werden – allerdings nur, wenn sie getrennt gesammelt werden. In manchen Kommunen oder Städten, besonders in der Nähe von Müllverbrennungsanlagen, gibt es keine Biotonne. Doch Bioabfall ist viel zu wertvoll, um verbrannt zu werden. Fordern Sie bei Ihren lokalen Politiker*innen eine Biotonne ein!
Schwierige Fälle: So entsorgt man besondere Produkte richtig
- Kassenbon: Besteht aus Thermopapier und gehört in den Restmüll
- Verpackungen, die aus Papier mit Beschichtung sind: Gelber Sack / Wertstofftonne
- Teelichter mit Metallhülle: Wachs in den Restmüll, Metall in Gelben Sack / Wertstofftonne
- Pizzakarton: als Restmüll entsorgen, da Pizzakartons mit Bisphenolen und PFAS belastet sind.
- Benutzte Taschentücher: Restmüll. Manche Kommunen erlauben Entsorgung über Biotonne
- Zerbrochenes Porzellan: Restmüll
- DVDs/CDs: Wertstoffhof
- LED-Leuchten: Händler oder Wertstoffhof
- Korken: einige Händler, wie Bioläden, bieten Sammlung an
- Altkleider: Separate Altkleidersammlung oder bei guter Qualität zu Secondhand-Händler/Kleidertauschparty
- Lithium-Ionen-Akkus: Auf keinen Fall einfach in die Tonne! Die dadurch entstehenden Brände gefährden ganze Recyclinganlagen. Auch in E-Zigaretten und Vapes, Glückwunschkarten mit Musik oder elektrischer Zahnbürste gibt es Akkus. Die Akkus oder ganze Geräte können in Sammelbehältern der Drogerie-, Elektro- und Baumärkten oder auf dem Recyclinghof entsorgt werden.
- „Bio“-Plastik: Gelbe Tonne/Wertstofftonne. Mehr Infos zu Bioplastik finden Sie hier.
Warum ist es wichtig Müll zu trennen?
Mülltrennung ist wichtig, weil verschiedene Abfälle unterschiedlich behandelt werden müssen: Papier, Plastik, Glas oder Bioabfall können recycelt oder zu neuer Energie verarbeitet werden, während Restmüll oft verbrannt oder auf Deponien landet. Wenn wir Müll richtig trennen, können wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden und die Umwelt wird geschützt – zum Beispiel durch weniger Schadstoffe und einem geringeren Energieverbrauch bei der Produktion neuer Materialien.
Was ist Recycling?
Recycling bedeutet, dass Abfall nicht weggeworfen und verbrannt wird, sondern wiederverwertet wird. Materialien wie Papier, Plastik, Glas oder Metall werden getrennt gesammelt, sortiert und verarbeitet, damit daraus neue Produkte entstehen. So müssen weniger neue Rohstoffe abgebaut werden, die Umwelt wird geschont, und Energie wird gespart. Einfach gesagt: Recycling ist Müll, der eine zweite Chance bekommt, um die Umwelt durch Rohstoffabbau, Schadstoffe und CO2-Emissionen nicht unnötig zu belasten. Doch die Müll-Krise können wir nicht nur durch Recycling lösen. Viel umweltfreundlicher ist es, Müll zu vermeiden (zum Beispiel durch weniger Verpackungen) oder Dinge wiederzuverwenden (zum Beispiel mit Mehrweg oder Reparaturen). Wenn das nicht geht, ist Recycling der dritte wichtige Schritt, um Klima, Natur und unsere Rohstoffe zu schützen. Wie wirksam Recycling ist, zeigt die Recyclingquote.
Was ist eine Recyclingquote?
Recycling hat Grenzen, zum Beispiel durch die Gesetze der Physik, verfügbare Technologien oder anfallende Kosten. Bei jedem Recyclingvorgang wird Energie gebraucht und etwas Material geht verloren. Recyclingquoten zeigen, wie viel Prozent des jeweiligen Abfalls wiederverwertet und nicht verbrannt oder auf einer Deponie entsorgt wird.
Recyclingquote in Deutschland
In Deutschland werden fast 70 Prozent der Siedlungsabfälle recycelt (Stand 2023). Das ist viel mehr als im EU-Durchschnitt. Über 80 Prozent der Verpackungen aus Metall, Glas und Papier werden recycelt. Bei Aluminium sind es etwa 60 Prozent, bei Kunststoff und Holz nur 30 bis 40 Prozent. Biomüll wird fast komplett recycelt, aber in vielen Städten und Gemeinden wird er nicht gesammelt. Weniger als die Hälfte der Verbundstoffe wie Getränkekartons werden recycelt, weil Verbundmaterialien recyclingunfreundlich sind und weil sie oft falsch im Rest- oder Papiermüll landen.
Müll vermeiden statt trennen
Müll zu vermeiden ist noch besser als Müll zu trennen – zum Beispiel durch das Wiederauffüllen von Trinkflaschen, die Nutzung von Mehrweg-Behältern im Supermarkt und to-go-Bereich oder den Kauf unverpackter Produkte. Mehr Infos zur Müllvermeidung finden Sie hier.
Mehr Informationen
- Alles zum Thema Plastik
- Kommunal erreicht sich mehr als allein! Alle Infos zum Thema Kommunen ohne Plastikflut finden Sie hier.