Kommunen ohne Plastikmüll

Viele Kommunen kämpfen mit Unmengen an Plastikmüll. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die Plastikflut einzudämmen. Wir haben bundesweit Best-Practice Beispiele aus Kommunen gesammelt.

Plastikmüll belastet Natur und Menschen an Land und im Meer. Entsprechend ächzen viele Kommunen auch unter der Flut des Plastikmülls. Dabei haben Kommunen vielfältige Möglichkeiten, den Plastikmüll deutlich zu reduzieren. Statt nur Müll zu sammeln oder Mülleimer zu leeren, können sie mit klaren Regeln und praktischen Lösungen Plastik reduzieren. 

BUND sammelt Best-Practice-Beispiele aus Kommunen

Als aktives Mitglied im »Runden Tisch Meeresmüll« hat der BUND erfolgreiche Praxisbeispiele aus ganz Deutschland zusammengestellt und in zwei Leitfäden gesammelt: 

Besonders bei Großveranstaltungen können Städte und Gemeinden eingreifen – etwa durch die Pflicht zu Mehrweg, finanzielle Anreize oder klare Vorgaben in kommunalen Satzungen.

Handlungsmöglichkeiten für Kommunen

Mehrweg bei Veranstaltungen einführen

Großveranstaltungen verursachen oft riesige Mengen an Plastikmüll – vor allem durch Einwegbecher und -geschirr. Statt auf Einweg zu setzen, können Kommunen in diesen Feldern auf Mehrweg setzen:

  • Mehrweggeschirrpools aufbauen: Ein Best-Practice-Beispiel ist der Mehrwegbecherpool der Samtgemeinde Land Hadeln, der kostenlos für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt wird.
  • Spülinfrastruktur bereitstellen: In Wuppertal und Heidelberg können Spülmobile angemietet werden. Das Spülmobil ist mit einer professionellen Spülmaschine und einem Handspülbecken ausgestattet. In beiden Städten wird das Angebot des Spülmobiles bisher sehr gut angenommen.
  • Einweg verbieten: Kommunen können die Benutzung von Einweggeschirr auf kommunalen Flächen verbieten oder in Satzungen und Auflagen auf ein Mehrweggebot für Veranstaltungen auf öffentlichem Gebiet verweisen. In Städten wie München, Bremen und Rostock gibt es bereits diese Ge- und Verbote bei Großveranstaltungen. Das hat sich positiv auf den Einsatz von Mehrweggeschirr ausgewirkt. 

Leitungswasser statt Flaschenwasser

Wer unterwegs ist, kann mit einer wiederbefüllbaren Trinkflasche Plastikflaschenmüll vermeiden. Kommunen können dieses Verhalten unterstützen, indem sie eine Wiederbefüllung einfach und unkompliziert ermöglichen:

  • Refill-Initiative fördern: Restaurants, Büros oder Geschäfte füllen Trinkflaschen kostenlos wieder auf und tragen sich in die Refill-Karte ein.
  • Trinkwasserbrunnen aufstellen: Über das Portal „a tip: tap“ tauschen sich Kommunen zu Planung, Bau und Betrieb von Brunnen aus. 

Umweltfreundliche Beschaffung umsetzen

In Bremen verpflichtet eine Vorschrift die Verwaltung zur umweltgerechten Beschaffung. In der Vorschrift werden ökologische Mindestanforderungen an die zu beschaffenden Produkte festgelegt. Hamburg setzt zusätzlich auf soziale Kriterien. Beispiele:

  • Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen kaufen: Pappordner statt Plastik, Lineale aus Holz.
  • Recyclingkunststoffe nutzen: Wenn Kunststoff nicht vermeidbar ist, sollte das Produkt aus Recyclingmaterial bestehen.
  • Verbot bestimmter Produkte: Hamburg untersagt beispielsweise den Kauf von Kaffeekapselmaschinen.

Verpackungssteuer einführen

Tübingen erhebt seit 2022 eine Steuer auf Einwegverpackungen und -besteck. Jede Einwegverpackung wird mit 50 Cent besteuert, Strohhalme oder Einweg-Besteck mit 20 Cent. Zahlen müssen die Unternehmen. Mehrweg bleibt steuerfrei – das schafft Anreize:

  • Mehrwegangebot steigt: Gastronom*innen setzen auf wiederverwendbare Behälter.
  • Sauberkeit im öffentlichen Raum nimmt zu.
  • Kommunikation ist entscheidend: Informationsmaterial hilft, die neuen Angebote bekannt zu machen.

Was Kommunen sonst noch tun können

Naturrasen statt Kunstrasen 

Eine weitere, oftmals unbeachtete Eintragsquelle von Plastik in die Natur sind Kunstrasen- und Reitplätze. Darüber gelangt jedes Jahr tonnenweise Mikro- und Nanoplastik in die Umwelt und unsere Körper. Kommunen sollten deshalb auf Naturrasen setzen. Dieser heizt sich weniger auf, und wer darauf Fußball spielt, atmet nicht mehr ständig Plastikpartikel ein.

Elektrogeräte recyceln 

Auch die Entsorgung von aussortierten Elektrogeräten hat einen Einfluss auf den Plastikmüll in unserer Umgebung. Sie bestehen häufig neben wertvollen Materialien aus viel Plastik. Um Ressourcen zu schützen, sollten sie auf Wertstoffhöfen geordnet gesammelt oder – noch besser – vor der Entsorgung repariert werden. Reparatur-Cafés sind schöne Begegnungsorte und stärken den sozialen Zusammenhalt. 

 

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BUND-Expertin für Meeresmüll
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