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Pestizide auf dem Acker: Es darf etwas weniger sein

Dass Pestizide sich negativ auf die biologische Vielfalt auswirken, ist unbestritten. Am besten wäre eine naturnahe Landwirtschaft ganz ohne Pestizide und ein Förderung des Bio-Anbaus. Denn der kommt ganz ohne chemisch-synthetische Pestizide aus. Und Bio-Anbau lohnt sich: In Deutschland wächst die Nachfrage inzwischen viel schneller als das heimische Angebot, der größere Aufwand wird durch höhere Preise vergütet.

Pestizide auf dem Acker. Foto: hpgruesen / CC0 1.0 / pixabay.com  (hpgruesen / pixabay.com)

Ökologische, regionale Qualitätsprodukte sind die Zukunft der Landwirtschaft. Wer seinen Betrieb auf ökologischen Landbau umstellen möchte, kann sich von den Bio-Anbauverbänden beraten lassen. Die Stiftung Ökologische Landwirtschaft (SÖL) bietet darüber hinaus ein überverbandliches Beratungsangebot.

Aber auch im konventionellen Anbau sollte die Menge an ausgebrachten Pestiziden so gering wie möglich gehalten werden. Im Ackerbau bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten:

  • Einsatz regional angepasster, schädlingsresistenter Sorten
  • Verzicht auf Wachstumsregulatoren durch Wahl standfester Sorten
  • Anbauplanung und Fruchtfolge im Hinblick auf Minimierung von Unkraut- und Schädlingsdruck, insbesondere Einhaltung einer viergliedrigen Fruchtfolge, bestimmter Maximalanteile und Anbaupausen einzelner Kulturen
  • Durchführung von mechanischen Maßnahmen
  • Maßnahmen des biologischen Pflanzenschutzes
  • Anwendung des Schadschwellenprinzips: Pestizide werden erst dann angewendet, wenn der zu erwartende Schaden höher ist als die Kosten der Behandlung
  • Bei Kulturen mit weiten Reihenabständen wie Mais, Sonnenblumen, Rüben sowie Obst- und Beerenkulturen erfolgen keine Flächenbehandlungen, sondern nach Notwendigkeit Band- oder Punktbehandlungen.
  • keine Vorlaufbehandlung des Ackers mit Herbiziden vor der Aussaat

Ackerrandstreifen

Besonders artenreich sind in aller Regel die Randbereiche bewirtschafteter Felder. Bei Ackerrandstreifenprogrammen verzichtet der Landwirt auf Pestizide und andere Unkrautbekämpfung im Feldrandbereich und wird für den Mehraufwand und Ertragsverlust finanziell entschädigt. Ackerrandstreifen zielen vorrangig darauf, den im Samenvorrat des Ackerbodens vorhandenen Ackerwildkräutern ihre Entwicklung zu ermöglichen. Aber auch Insekten, Vögel, Feldhasen und viele andere Feldtiere können von solchen Säumen profitieren. Außerdem tragen die in den Randstreifen vorkommenden "Nützlinge" zur Bekämpfung von "Schädlingen" bei.

Gewässerrandstreifen

In der landwirtschaftlichen Praxis in Deutschland wird auch heute noch häufig bis direkt an angrenzende Gewässer gespritzt. Pestizide gelangen über Abfluss und Abdrift so auch in benachbarte und weiter entfernte Bereiche. Um Gewässer vor Pestizideinträgen zu schützen, sollten pestizidfreie Pufferzonen von mindestens fünf Metern an Gewässern angelegt werden. Sie dienen als Pufferzone und schützen die Gewässer vor Einträgen von Pestiziden, aber auch von Bodenmaterial und Nährstoffen.

Gleichzeitig stellen sie Rückzugs- und Nahrungshabitate für viele Tiere dar. Amphibien profitieren von dauerhaften, grünlandähnlichen Randstreifen um Kleingewässer. Für Rotbauchunke und Laubfrosch bieten sie eine erhebliche Erweiterung und Verbesserung ihres Lebensraumes im Sommer und im Winter. Im Naturschutzhof Brodowin zeigte sich zum Beispiel, dass die Jungtiere von Rotbauchunken länger am Gewässer bleiben, wenn ein Randstreifen vorhanden ist. Die Gefährdung durch landwirtschaftliche Bearbeitung auf dem Acker ist dadurch deutlich geringer. Auch Heuschrecken und Tagfalter profitieren von den Gewässerstreifen.

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