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Pestizide in der Landwirtschaft: Flächendeckendes Gift

Pestizide werden auf Feldern versprüht, um die angebauten Pflanzen vor Krankheit, "Unkraut" und "Schädlingen" zu schützen. So können Weizen, Gerste, Mais und Raps großflächig in monotonen Fruchtfolgen angebaut werden. Die Kehrseite: Auch die Landschafts- und Artenvielfalt gehen zurück, Pestizidrückstände landen in Nahrungsmitteln, die wir als VerbraucherInnen mitessen und wichtige Nützlinge sterben.

Mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Etwa 70 Prozent davon sind Ackerland, der Rest Grünland. Für viele Tiere und Pflanzen des Offenlandes sind diese Felder, Wiesen und Weiden überlebenswichtig. Über Jahrhunderte hat die Landwirtschaft zur Landschafts- und Artenvielfalt beigetragen. Durch die zunehmende Intensivierung seit den 1950er- Jahren hat sich diese positive Entwicklung allerdings umgekehrt.

Pestizide werden auf Feldern versprüht, um die angebauten Pflanzen vor Krankheit, "Unkraut" und "Schädlingen" zu schützen. Der Pestizideinsatz ermöglicht dabei Anbauweisen, die ohne ihn kaum möglich wären: Monokulturen, enge Fruchtfolgen, Anbau standortfremder Feldfrüchte, um nur einige zu nennen. Rund zwei Drittel des Ackerlandes werden heute von Weizen, Gerste, Mais und Raps belegt. Der Einsatz von Pestiziden macht es den Landwirten möglich, diese Hauptfrüchte mit steigenden Erträgen in monotonen Fruchtfolgen anzubauen.

Ein gutes Geschäft: 1,3 Milliarden Euro Pestizid-Umsatz pro Jahr

Die Folge: Die Pflanzen werden immer anfälliger gegen Krankheiten oder Schädlinge. Fungizide und Insektizide schaffen vermeintlich Abhilfe. Gibt es Probleme mit störenden Kräutern und Gräsern, soll ein Herbizid das Problem lösen. Rund 49.000 Tonnen Pestizide wurden 2015 allein in Deutschland eingesetzt, mit steigender Tendenz. Das Geschäft lohnt sich: Die deutschen Pflanzenschutzmittelhersteller erzielten 2009 einen Nettoinlandsumsatz von 1,3 Milliarden Euro.

Viele der eingesetzten Pestizide bleiben nicht dort, wo sie die Landwirte ausbringen, sondern werden bei Regen abgeschwemmt, vom Wind verweht, versickern im Boden oder verdunsten. Und auch an unseren Nahrungsmitteln bleiben nicht selten Pestizidrückstände haften, die wir als Verbraucher*innen mitessen.

Pestizide töten auch "Nützlinge"

Pestizide wirken nicht nur auf die Zielorganismen, sondern beeinflussen auch Nicht-Zielarten. Nachdem ein Feld gespritzt wurde, sind oft auch die Nützlinge vollständig abgetötet. Durch den Tod der Nützlinge kommt es zu einer schnellen Wiederbesiedlung des Ackers mit Schädlingen, was eine erneute Pestizidbehandlung nötig macht. Ein tödlicher Kreislauf, der die Menge der eingesetzten Pestizide in die Höhe treibt.

Außerdem sind rund drei Viertel der Pflanzen bei ihrer Fortpflanzung auf die Mithilfe von Bestäubern angewiesen. Bienen, Hummeln und Co. sind damit auch wirtschaftlich von immenser Bedeutung. Im Frühjahr 2008 fielen in Bayern und der Oberrheinebene zehntausende Bienen dem Insektizid "PonchoPro" mit dem bienengefährlichen Wirkstoff Clothianidin zum Opfer.

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Kleine Pestizidkunde

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Herbizide

Den größten Anteil an Pestiziden hatten 2008 die Herbizide mit 43 Prozent des Inlandsabsatzes. Herbizide wirken gegen Ackerwildkräuter. Sie werden nahezu flächendeckend im Getreide-, Mais-, Zuckerrüben-, Raps- und Kartoffelanbau verwandt.

Fungizide

Der Absatz von Fungiziden belief sich 2008 auf 26 Prozent. Fungizide wirken gegen Pilze, zum Beispiel Schimmelpilze, Rostpilze oder Mehltau. Sie finden in Deutschland vor allem im Obst-, Hopfen- und Weinbau sowie in Weizen- und Kartoffelkulturen Verwendung.

Insektizide

Insektizide machten 2008 zusammen 22 Prozent des Absatzes aus. Sie werden gegen Insekten verwendet (z.B. Milben, Läuse, Käfer), vor allem bei Obst, Wein und Hopfen, aber auch bei Zuckerrüben, Kartoffeln, Raps, Mais und Getreide. Viele insektizide Wirkstoffe greifen in die Reizleitung oder Reizübertragung des Zentralnervensystems ein und können damit auch extrem gefährlich für den Menschen werden.

Das große Bienensterben

Honigbienen. Foto: PollyDot / CC0 1.0 / pixabay.com  (PollyDot / pixabay.com)

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