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Pestizide töten Amphibien

Amphibien sind in besonderer Weise von der Veränderung der Umwelt durch den Menschen betroffen: Die Zerschneidung von Landschaften, die Verschmutzung und der Verlust von Gewässern haben einen deutlichen Rückgang des Amphibienaufkommens in Europa und in den USA zur Folge. Weltweit sind in etwa ein Drittel aller Amphibienarten vom Aussterben bedroht. In Deutschland gelten sogar mehr als 60 Prozent der vorkommenden Amphibienarten als bestandsgefährdet. Dies ist auch dem Einsatz von Pestiziden geschuldet.

Frosch mit Schmetterling; Foto: FrankWinkler / CC0 / pixabay.com  (FrankWinkler / pixabay.com)

Frösche, Kröten, Lurche & Co.

Die auch an Land lebenden Amphibien erleiden durch den Einsatz von Pestiziden einen immensen Schaden. Sie sind im Vergleich zu anderen Wirbeltieren auf ihre Hautatmung angewiesen. Auf diesem Weg nehmen Amphibien Stoffe aus der Umwelt und somit auch Pestizide in viel größeren Mengen auf als andere Wirbeltiere. Eine Studie der Universität Landau kommt zu folgendem Ergebnis: In der Landwirtschaft verwendete Pestizide, die in den amtlich erlaubten Dosierungen ausgebracht werden, töten bis zu 100 Prozent der Amphibien.

Pestizide wirken sich direkt auf Amphibien in allen Entwicklungsstufen aus: Als Laich, als Kaulquappe und als erwachsenes Tier. Molche, Unken, Kröten und Frösche sind so dem Einsatz der Gifte ausgeliefert. Sowohl die Entwicklung der Tiere wie auch ihr Hormonhaushalt und das Immunsystem werden geschwächt.

Die Londoner Zoologische Gesellschaft und das Institut für Zoologie London wiesen in Laborexperimenten nach, dass die Ursache für das Amphibiensterben wesentlich im Einsatz von Pestiziden zu suchen ist. Analog der Erkenntnisse zum Bienenvölkersterben schädigen die Pestizidcocktails, die an verschiedenen Stellen  von der Landwirtschaft eingebracht werden, das Immunsystem der Amphibien erheblich. Sie machen es so anfällig für Pilze, Bakterien und andere Krankheitserreger.

Doch nicht nur die intensive landwirtschaftliche Nutzung bedroht die Amphibien. Bis zu drei Mal im Jahr begeben sie sich auf Wanderschaft: zur Laichwanderung im Frühjahr, in die Sommerquartiere und in die Überwinterungsgebiete. Bei ihren Wanderungen müssen die Tiere oft stark befahrene Straßen überqueren. Hier engagieren sich viele BUND-Gruppen und helfen Frosch & Co.

Bisherige gesetzliche Maßnahmen helfen nicht – neue Lösungsvorschläge gefragt

In Deutschland konnte nachgewiesen werden, dass trotz Einhaltung vorgeschriebener Mindestabstände Gewässer in der Nähe von Äckern vom Pestizideinsatz betroffen sind. Zum Schutz der Amphibien ist eine umfassende Abkehr vom Einsatz der gefährlichen Agrochemikalien notwendig. Größere Abstände (minimal 50 Meter) zu Laichgewässern bei der Pestizidausbringung sowie die Beachtung der verschiedenen Entwicklungsstufen der Tiere bei der Anwendung der Gifte wären erste Schritte hin zur Rettung dieser Artengruppe.

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