Neue Nachhaltigkeitsstrategie benötigt ambitionierte Ziele und verbindliche Umsetzung
Nachhaltige Städte – eines der 17 UN-Ziele
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Im April 2025 hat die Bundesregierung die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Auch die neue Bundesregierung bekennt sich im Koalitionsvertrag zu den Zielen der Strategie. Der BUND begrüßt, dass die Bundesregierung ihre Nachhaltigkeitsstrategie so kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Strategie hat bislang im Regierungshandeln jedoch bei Weitem nicht den Stellenwert, den sie haben müsste – in Anbetracht der sich dramatisch zuspitzenden ökologischen Krisen (Klima, Biodiversitätsverlust, Ressourcenknappheit) und der sich weltweit und in Deutschland verschärfenden sozialen Ungleichheit und Armut.
Wesentliche Ziele sind weit davon entfernt, erreicht zu werden: darunter Klimaschutz und Artenschutz, Verkehrs- und Landwirtschaftsziele. Der BUND fordert die Bundesregierung auf, eine verbindliche und wirksame Umsetzung der Ziele zu einer zentralen Priorität ihres Regierungshandelns zu machen (vgl. Stellungnahme zur Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2024).
Zielkonflikte, Blockaden und Herausforderungen werden in der Strategie nicht oder zu wenig thematisiert. Auch fehlt eine nachvollziehbare Analyse des Nicht-Erreichten. Ein weitaus entschiedeneres Handeln ist notwendig, um die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bis zum Jahr 2030 zu erreichen.
Grundsätzlich gilt: Eine Politik, die sich vor allem am Ziel des Wirtschaftswachstums orientiert, steht im krassen Widerspruch zu einer nachhaltigen Entwicklung und den weltweit begrenzten Ressourcen. In wesentlichen Bereichen sind die planetaren Grenzen längst überschritten – beim Schutz des Klimas, der Böden und der Biodiversität.
Für die nötige sozial-ökologische Wende brauchen wir ein Ressourenschutzgesetz mit verbindlichen Zielen zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs und einen konsequenten Ausstieg aus den fossilen Energien Kohle, Öl und Gas sowie aus der Atomenergie.
Die Nachhaltigkeitsstrategie entsprechend zu ergänzen fordert der BUND u.a. gemeinsam mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung. Die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen muss zur Basis jeder wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung werden!
Studien Zukunftsfähiges Deutschland
Wie wollen wir in Zukunft leben?
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Als Vorläufer und Wegbereiter der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie gelten die beiden Studien "Zukunftsfähiges Deutschland" (1996 und 2008). Ein Kernstück der ersten Studie hat weiterhin größte Aktualität: das Konzept des begrenzten Umweltraums, den alle Menschen auf der Erde gleichermaßen nutzen können und den es zugleich zu bewahren gilt. Mehr zu den Studien finden Sie hier.
Globale Nachhaltigkeitsziele – "Sustainable Development Goals"
2015 haben die Vereinten Nationen die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) beschlossen. Die 17 Ziele gelten bis 2030. Das Vorhaben, die Entwicklungsziele eng mit Klima- und Umweltschutz zu verknüpfen, um die Ursachen für Hunger, Armut und Umweltkrisen wirksam zu bekämpfen, ist dringender denn je. Alle Staaten sind gefordert, die Ziele umzusetzen.
Nachhaltigkeitspolitik – auch in den Bundesländern
Viele der Kompetenzen, die für eine nachhaltige Entwicklung ausschlaggebend sind, liegen auf Länderebene. Darunter die Regional- und Raumplanung, die Forst- und Landwirtschaft, der öffentliche Nahverkehr, Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die Länder haben durchaus Gestaltungsspielräume, z.B. beim Klimaschutz mit einer klimagerechten Beschaffungspolitik. Zudem können sie ihre Kommunen im nachhaltigen Handeln unterstützen.
Für den BUND ist das enge Zusammenspiel der verschiedenen politischen Ebenen – Kommunen, Länder und Bundesebene – entscheidend für das Gelingen der Nachhaltigkeitsstrategie. Unter anderem Thüringen und Baden-Württemberg unterhalten einen Beirat zur nachhaltigen Entwicklung – mit Beteiligung der BUND-Landesvorsitzenden.
Mit der Kurzstudie "Suffizienz in der Landespolitik" legt der BUND eine Untersuchung darüber vor, wie die Bundesländer dazu beitragen können, dass wir substanziell weniger Ressourcen und Energie verbrauchen – und wie sie einen Rahmen für andere Lebensstile schaffen können.