Grüner Blattwurm

Der sogenannte Grüne Blattwurm gehört zu den vielen Vielborstern (Polychaeten), die in Nord- und Ostsee leben.

Grüner Blattwurm Meeresboden Der Grüne Blattwurm  (Bild: Rainer Borcherding)

Wie bei vielen Meerestieren gibt es auch für den grünen Bandwurm mehrere gebräuchliche Namen. Außerdem ist die Bestimmung nicht ganz einfach: Hinter dem Namen verbergen sich zwei sehr nahe verwandte und äußerlich sehr ähnliche Arten – Phyllodoce maculata und Phyllodoce mucosa. Ihre Verbreitungsgebiete überschneiden sich stark.

Wie sehen grüne Blattwürmer aus? 

Der Name „Blattwürmer“ bezieht sich auf die auffälligen, blattförmig verbreiterten Anhänge entlang ihres Körpers. Diese sogenannten Cirren sind besonders auf der Oberseite gut zu sehen. Im Englischen werden die Tiere deshalb auch „Paddelwürmer“ genannt. Typisch ist außerdem eine häufig recht auffällige Färbung. Beide Arten sind lang und sehr schlank gebaut. Auf der Oberseite ihres Körpers verläuft meist ein bräunliches Streifenmuster. Ihr Kopfbereich (Prostomium) ist herzförmig und trägt zwei dunkle Augen. Rund um die Mundöffnung sitzen vier kurze Anhänge, zwei Palpen und zwei Antennen, die an einen Schnurrbart erinnern. Wenn der Wurm seinen Mund öffnet, wird ein langer, ausstülpbarer Rüssel sichtbar. Kiefer besitzen diese Tiere jedoch nicht.

Wovon ernähren sich Blattwürmer?

 Laich des Grünen Blattwurms Der Laich des Grünen Blattwurms  (Bild: Stefan Menzel)

Die Blattwürmer ernähren sich vor allem von Aas, anderen Vielborstern und kleinen Krebsen. Beobachtungen zeigen, dass Phyllodoce mucosa bei nächtlichem Niedrigwasser erstaunlich schnell Nahrung finden kann und dabei größere Strecken im Watt zurücklegt. Zum Schutz vor Fressfeinden können beide Arten Schleim absondern.

Wo leben Blattwürmer? 

Ihr Lebensraum sind sandige, schlammige oder auch kiesige Meeresböden. Man findet sie vom Gezeitenbereich der Küste bis in Tiefen von etwa 400 Metern. Die Fortpflanzung erfolgt geschlechtlich. Die Paarungszeit liegt im Frühjahr, etwa zwischen Februar und Mai. Die Weibchen legen ihre Eier in gallertartigen Klumpen ab, die am Meeresboden oder an Pflanzen befestigt werden. Die Eischnüre sind meist grasgrün gefärbt. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven von Phyllodoce maculata bereits nach zwei bis vierzehn Tagen.

Durch verschiedene Eingriffe wie das Einbringen von Schadstoffen, durch Überdüngung oder Bebauung, beeinflussen wir das Leben der Bewohnerinnen der Küstengewässer. Um den Grünen Blattwurm weiterhin zu entdecken und als wichtigen Bestandteil des Lebensraum Watt zu erhalten, setzt sich der BUND für ein zukunftsfähigen Küstenschutz ein. Es geht um den Erhalt natürlicher Lebensräume, der Reduzierung von Schad- und Nährstoffbelastung und das Ende der Vermüllung unserer Meere.

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