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Insekten: Einfach unersetzlich

Eine Welt ohne Insekten? Undenkbar! Ihr natürlicher Wert ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Tiere, Pflanzen und wir Menschen sind auf Insekten angewiesen. Deshalb müssen wir sie schützen.

Junges Heupferd auf Margerite Junges Heupferd auf Margerite  (esiul / pixabay.com)

Wer beschreiben möchte, welche Bedeutung Insekten für unsere Erde haben, muss zu Superlativen greifen. Da ist ihre schiere Vielfalt: Rund eine Million Insektenarten wurde bisher beschrieben, über 60 Prozent aller heute bekannten Tiere. Vor allem in den Tropen rechnet die Wissenschaft mit etlichen weiteren Millionen noch unentdeckten Insekten.

Dazu kommt die Vielzahl, in der bestimmte Insekten auftreten. So übersteigt die globale Biomasse aller Ameisen die von uns Menschen bei Weitem. (Sie übertrifft auch die Biomasse aller übrigen Insekten zusammen.) Insekten spielen deshalb eine überragende Rolle für praktisch alle Landlebensräume – auch darum, weil sie weltweit etwa die Hälfte der grünen Pflanzenmasse fressen. Für Nachschub sorgen sie (genauer: die Blütenbesucher unter ihnen) da­durch, dass sie es sind, die die meisten Pflanzen bestäuben.

Insekten sichern unsere Ernährung

Biene mit Pollen Bienen sind mit die wichtigsten Bestäuber im Tierreich.  (Myriams-Fotos / pixabay.com)

Fast 90 Prozent aller Pflanzen sind für ihre Fortpflanzung zumindest teilweise auf Insekten angewiesen. Dazu zählen viele wichtige Nutzpflanzen – die menschliche Ernährung ist abhängig von dieser Bestäubungsleistung. Nicht nur wegen des Honigs hält der Mensch also seit Jahrhunderten Bienen: Die Arbeiterinnen eines einzigen Bienenstocks können täglich zwei bis drei Millionen Blüten anfliegen.

Doch Insekten sichern nicht nur unsere Ernährung. Sie bilden die Nahrungsgrundlage unzähliger anderer Tiere. 60 Prozent der heimischen Vogelarten fressen hauptsächlich Insekten. Und viele weitere Vögel fangen wenigstens zur Brutzeit Insekten, um damit ihre Jungen zu füttern. Die Hauptnahrung stellen Insekten außerdem für Fledermäuse, für viele Amphibien und Reptilien oder für Spinnen dar.

Gefressen werden Insekten auch von ihresgleichen. Räuberische Insekten sind in der Natur die wichtigsten Fleischfresser, die von Pflanzenfressern leben – sie fressen mengenmäßig weit mehr als alle großen Fleischfresser zusammen. Auch das ein Hinweis auf ihre immense Bedeutung für die Biosphäre.

Faszination Insekten

Ameisenhügel Ein Ameisenstaat besteht aus einigen hundert bis mehreren Millionen Insekten: Entsprechend beeindruckend sind ihre Nester, die sog. "Ameisenhügel".  (Nico146 / pixabay.com)

Abgesehen von ihrer ökologischen und ökonomischen Bedeutung faszinieren uns Insekten in vielerlei Hinsicht: ob wegen der Fülle ihrer Lebensformen, ihrer – nah betrachtet – oft bizarren Gestalt, ihrer betörenden Farben. Oder denken wir an die komplexe Organisation staatenbildender Insekten, das Wunderwerk eines Ameisenhügels oder Wespennestes.

Ein Sommertag ohne das Zirpen der Grillen, das Gaukeln der Schmetterlinge, das Brummen der Käfer – und ohne all die anderen Tiere, die von ihnen leben? Nein, das ist einfach unvorstellbar. So weit dürfen wir es niemals kommen lassen.

Sofortmaßnahmen für den Insektenschutz

Diese Maßnahmen sollten aus Sicht des BUND unverzüglich angegangen werden, um den Insekten zu helfen:

  • Die Bundesregierung schafft Lebensräume für Insekten und schützt diese: Auf zehn Prozent der Agrarflächen wird ein Biotopverbund für Insekten eingerichtet. Dafür stellt die Bundesregierung ein Förderprogramm von mindestens 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die zu schaffenden Lebensräume beinhalten Bausteine wie Hecken, Säume, Steinlesehaufen, Blühwiesen oder Flächenstilllegungen. Randstreifen an Gewässern werden im Wasserhaushalt-Gesetz verbindlich festgeschrieben.
  • Bis Ende 2019 wird ein Pestizidverbot in Schutzgebieten im Bundesnaturschutzgesetz verankert, also ein Verbot von Pestiziden in Naturschutzgebieten, in FFH-Gebieten, in besonders geschützten Landschaftsbestandteilen und in gesetzlich geschützten Biotopen.
  • Umweltauswirkungen wie Insektenschädlichkeit werden im Pestizid-Zulassungsverfahren künftig berücksichtigt und nach der EU-Pflanzenschutzverordnung in Deutschland umgesetzt.
  • Deutschland vollzieht einen schrittweisen Glyphosat-Ausstieg bis 2021, verbietet sofort die Anwendung von Glyphosat in Klein- und Hausgärten sowie auf öffentlich genutzten Flächen und schränkt über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die landwirtschaftliche Anwendung schrittweise ein. 

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Eilappell: Insektensterben stoppen!

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Silvia Bender. Foto: privat

Silvia Bender

Abteilungsleiterin Biodiversität
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