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Fragen und Antworten zum Schutz unserer heimischen Vögel

Bestimmte Fragen über unsere heimische Vogelwelt erreichen den BUND immer wieder. Auf diese häufigsten Fragen bekommen Sie hier eine Antwort.

Rotkehlchen. Foto: Andrew Alexander / unsplash.com Rotkehlchen  (Andrew Alexander / unsplash.com)

Antworten auf die häufigsten Fragen

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Ein Jungvogel ist aus dem Nest gefallen. Was tun?

Viele Jungvögel verlassen das Nest, noch bevor sie richtig fliegen können. Machen Sie dann mit lautem Piepsen auf sich aufmerksam, ist die Versuchung groß, sie mitzunehmen und daheim aufzupäppeln. Doch bitte bedenken Sie: Oft benötigen junge Nestflüchter gar keine Hilfe, da sie von ihren Eltern weiter gefüttert werden. Zudem ist es schwierig und aufwendig, junge Vögel richtig zu ernähren – in den meisten Fällen verenden sie in menschlicher Obhut. Überleben sie bis zur Freilassung, haben sie zudem nur wenig Aussicht, sich in Freiheit zu behaupten. Sie tun Jungvögeln also in den allermeisten Fällen keinen Gefallen, wenn Sie sie an sich nehmen.

Einschreiten dürfen Sie aber gerne, um noch nicht flügge Vögel aus einer unmittelbaren Notlage zu retten – vor einer streunenden Katze oder dem Straßenverkehr. Sie können Jungvögel vorsichtig in die Hand nehmen (am besten mit einem Handschuh) und an eine weniger gefährdete Stelle setzen; von ihren Eltern werden sie danach weiter betreut. 

Vögel füttern: ja oder nein?

Eine geschlossene Schneedecke und Frost erschweren Vögeln die Futtersuche. Weil sie Vögeln helfen wollen, geben die Deutschen jedes Jahr Millionen von Euro für Körnerfutter oder Meisenkugeln aus. Der BUND sieht die Vogelfütterung kritisch. Wenn überhaupt, sollten Sie nur in den härtesten Wintermonaten füttern. Vögel sind Wildtiere und auf das jahreszeitlich wechselnde Futterangebot eingestellt. Verluste im Winter werden oft schon in der nächsten Brutzeit wieder ausgeglichen. Zudem erreicht die Fütterung nur wenige, meist häufige Arten. Kommen aber Standvögel wie die Kohlmeise dank unserer Hilfe vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz bei ihrer Rückkehr weniger freie Nistplätze vor.

Nachhaltiger helfen Sie Vögeln, wenn Sie im Herbst Gartenstauden stehen lassen, heimische Gehölze pflanzen und Kompost- oder Laubhaufen anlegen. So schaffen Sie Nischen für Insekten, die auf dem Speiseplan von Zaunkönig oder Rotkehlchen stehen. Und wenn Sie sich für eine Landwirtschaft einsetzen, die mit Hecken und samenreichen Ackerrandstreifen den Vögeln auch im Winter eine Nahrungsbasis sichert. Davon profitieren weit mehr Arten als von Vogelfutter.

Sinnvoll ist das winterliche Füttern vor allem, wenn es dazu dient, Kinder am Vogelhäuschen mit unserer vielfältigen Vogelwelt vertraut zu machen. Auch dann aber sollten Sie maßvoll füttern – und ihre Futterstelle regelmäßig säubern, damit sie sich nicht zu einem Infektionsherd entwickelt. Achten Sie schließlich darauf, kein Körnerfutter mit Samen des – für uns Menschen – hoch allergenen Traubenkrauts (Ambrosia) zu kaufen, das sich derzeit aggressiv ausbreitet. Keinesfalls dürfen Sie gesalzene oder gewürzte Essensreste verfüttern: Sie können für Vögel tödlich sein.

Unsere Broschüre "Vögel im Winter – wie Sie ihnen am besten helfen können" können Sie über unseren Shop www.bundladen.de/vogelwinter für 2,20 Euro (+ 5,90 Euro Porto) beziehen. Bis zu drei Broschüren erhalten Sie auch per Mail (bitte Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer angeben) zur günstigeren Versandpauschale von 2,60 Euro: bestellung(at)bundladen.de

Ich möchte einen Nistkasten aufhängen. Worauf muss ich achten?

Grundsätzlich sind Nisthilfen nur sinnvoll, wenn ihre Bezieher in der Umgebung auch genug Nahrung finden. Es gibt die Kästen in verschiedenster Form für eine ganze Reihe höhlen- und nischenbrütender Vogelarten. Wählen Sie die passende aus: Blaumeise, Hausrotschwanz, Star oder Mauersegler benötigen jeweils ganz unterschiedliche Modelle.

Hängen Sie Nisthilfen am Haus oder an Bäumen so auf, dass sie vor Katzen, Mardern oder Siebenschläfern möglichst sicher sind – etwa an Fassaden oder freihängend an Seitenästen. Drahtvorsätze am Einflugloch oder Blechmanschetten am Stamm bieten zusätzlichen Schutz.

Achten Sie darauf, dass die Kästen weder ganz im Schatten noch der prallen Mittagssonne ausgesetzt sind. Eine Ausrichtung nach (Süd-)Südost schützt am besten vor eindringendem Regen. Als günstige Höhe gelten zwei bis drei Meter.

Nistkästen sollten nach der Brutzeit im Herbst gereinigt werden, damit im alten Nistmaterial keine Parasiten überleben.

Wenn Sie ganz sichergehen wollen, nichts falsch zu machen, können Sie sich im Buchhandel und im Internet umfassend über das Thema informieren. 

Was tun gegen streunende Hauskatzen?

Etwa 6 Millionen Hauskatzen laufen in Deutschland frei herum, etwa 25 Vögel erbeutet jede pro Jahr. In der Summe fallen also 150 Millionen Vögel jährlich dem beliebtesten Haustier der Deutschen zum Opfer. Nun sind zwar zum größten Teil sehr häufige Arten betroffen – wie Amsel, Kohlmeise oder Buchfink. Auch wirkt sich die Qualität der Lebensräume stärker auf unsere Vogelwelt aus als Beutegreifer wie die Hauskatze. Dennoch sollten auch Sie helfen, die hohen Verluste unter unseren Singvögeln zu verringern.

Wenn Sie selbst eine Katze halten, achten Sie darauf, sie zu sterilisieren bzw. zu kastrieren. Geben Sie Ihrer Katze genug zu fressen – ihr Jagdtrieb ist dann geringer als bei leerem Magen. Und achten Sie zur Brutzeit der Vögel von Mai bis Juli darauf, ihre Katze in der Dämmerung möglichst im Haus zu behalten – denn in dieser Zeit fallen den Katzen besonders viele (v.a. Jung-)Vögel zum Opfer.

Ein Halsband mit Glöckchen vermag nur die Altvögel zu warnen. Für die hellhörigen Katzen ist es eine ziemliche Qual, auch können sich die Tiere im Dickicht mit dem Halsband verfangen und schlimmstenfalls strangulieren.

Futterhäuschen und Vogeltränken sollten Sie so aufstellen, dass Katzen ringsum keine Versteckmöglichkeit haben, um sich von Vögeln unentdeckt anzupirschen. Nistkästen sollten Sie möglichst "katzensicher" anbringen.

Warum tut der BUND nichts gegen Krähen und Elstern?

Im Reich der Vögel gibt es fast nichts, was es nicht gibt: gesellige Arten wie Star oder Lachmöwe, und ungesellige wie Uhu oder Blaukehlchen; Vögel wie den Mauersegler, der sein Leben im Flug verbringt, und ausgeprägte Bodenvögel wie das Rebhuhn; viele tagaktive Arten, aber eben auch die nachts jagenden Eulen. Nur eines gibt es nicht: "gute" und "böse" Vögel. Arten, die sich ihre Nahrung mit uns teilen (wie der Fisch fressende Kormoran) oder sich teilweise von Klein- und Jungvögeln ernähren (wie einige Greife, Eulen und Krähenvögel), sollten Vogelfreunden genauso am Herzen liegen wie Hausspatz, Rotkehlchen und Co.

Häufig wenden sich Menschen mit der Forderung an den BUND, doch etwas gegen "Nesträuber" wie Elster, Rabenkrähe oder Eichelhäher zu unternehmen. Denn die hätten in den letzten Jahren überhandgenommen und vielerorts beinahe alle kleinen Singvögel vertrieben.

Nachweisbar sind die Bestände der genannten Arten in den letzten 25 Jahren nicht gestiegen. Weil die Agrarlandschaft ihnen immer weniger Nahrung bietet, sind die Krähenvögel in den Siedlungen zuweilen häufiger geworden, so wie viele andere Vogelarten auch. Dort nutzen die klugen Tiere die verfügbare Nahrung, wozu während der Brutzeit auch der Nachwuchs anderer Vögel zählt. Sicher ist es unangenehm, Zeuge eines solchen Nestraubes zu werden. Doch bedenken Sie: Auch Meisen ernähren ihre Brut nicht vegetarisch. Und die betroffenen Vogelarten wissen die Verluste auszuglei­chen. Es ist kein Fall bekannt, dass der Bestand eines heimischen Kleinvogels unter dem Einfluss von Nesträubern deutlich zurückgegangen oder gar bedroht worden wäre.

Der BUND ist deshalb strikt gegen jede Form der Jagd auf vermeintlich "schädliche" Krähenvögel, wie sie leider in vielen Bundesländern bis heute gängig ist. Es gibt dafür keinen vernünftigen Grund, darin sind sich alle Ornithologen und Ökologen einig.

Warum sehe ich früher häufige Vogelarten plötzlich nicht mehr?

Unsere Vogelwelt ist ständig dynamischen Veränderungen unterworfen. Je nach Jahreszeit, Wetter und verfügbarer Nahrung verändert sich die Verbreitung der Vögel klein- und großräumig und sowohl kurzfristig wie auch von Jahr zu Jahr. Während einige Vogelarten in den letzten Jahrzehnten häufiger wurden, nehmen die Bestände vieler – gerade einst häufiger – Arten ab.

Wie nun Ihre konkrete Beobachtung zu beurteilen ist, das ist per Ferndiagnose meist nicht zu klären: Ist sie auf lokale Veränderungen zurückzuführen, oder besitzt sie für weite Bereiche unseres Landes Gültigkeit? Indizien können z.B. die jährlichen Berichte "Vögel in Deutschland" des Bundesamtes für Naturschutz liefern. Sie listen für alle heimischen Vögel die kurz- und langfristigen Bestandstrends auf. (Bezug über den DDA-Schriftenver­sand, Thomas Thissen, An den Speichern 6, 48157 Münster, Tel. (02 51) 2 10 14 00, schriftenversand(at)dda-web.de)

Auf www.ornitho.de können Sie überprüfen, ob und wo andere Beobachter die gesuchte Art in Ihrer Umgebung noch festgestellt haben. 

Wie kann ich verhindern, dass Vögel an Glasflächen verunglücken?

Die Zahl der Vögel, die jedes Jahr an Fensterscheiben und verglasten Fassaden zu Tode kommen, geht allein in Deutschland in die Millionen. Besonders gefährlich sind Glas­flä­chen, in denen sich Bäume spiegeln, und solche, die eine Durchsicht auf dahinterliegen­de Landschaften erlauben.

Am besten vor dem "gläsernen Tod" schützen Vorhänge oder Jalousien, großflächig bunt bedruckte oder auch schmutzige Fenster. Vereinzelt aufgeklebte Silhouetten von Greif­vögeln sind dagegen wirkungslos. Effektiv werden Vögel fernhalten, wenn Glasflächen von außen – vorteilhaft bei Durchscheinen und Spiegelung – zum Beispiel mit einem engmaschigen Streifenmuster versehen sind: Quer- oder Längsstreifen abhängig von ihrer Breite im Abstand von höchstens 2 bis 5 Zentimetern. Erhältlich ist auch eine Reihe weiterer Designs, die sich im Test als wirksam bewährten. Glasflächen müssen also sehr dicht markiert, mattiert oder eingefärbt sein, damit Vögel sie als Hindernis wahrnehmen. Das aber widerspricht unserem Wunsch nach freier Durchsicht.

Bei Neubauten ist der Einsatz von mattiertem oder geriffeltem Glas sinnvoll. "Vogel­schutz­glas" hat eine Beschichtung, die UV-Licht reflektiert. In Tests konnte aber keine ausreichende Schutzwirkung nachgewiesen werden. Es kann deshalb nicht empfohlen werden.

Mehr dazu unter www.vogelsicherheit-an-glas.de.

Weltweit geht die Zahl der Vogelarten drastisch zurück. Eine der Hauptursachen neben dem Klimawandel ist der Einsatz von Pestiziden. Erfahren Sie mehr über die Folgen des Pestizideinsatzes für Vögel!

In unserem Lexikon für bedrohte Arten erhalten Sie wertvolle Tipps, wie unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden kann.

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