Bauarbeiterinnen der Buckelwiese: Die Gelbe Wiesenameise
Die Hügel der Gelben Wiesenameise sind mit Gras überwachsen.
(Bild: Stefan Menzel)
Übliche Ameisenhügel bestehen aus Nadeln und Streu. So kennen wir das von Waldameisen auf dem Festland. Doch die Hügel der Gelben Wiesenameise (Lasius flavus) sind mit Gras überwachsen. Pflanzenreste würden bei Meeresüberflutungen nur fortgespült. Die Gelbe Wiesenameise baut sich unterirdische Burgen, um sich vor dem Nordseewasser bei Landunter zu schützen. Dabei graben die Arbeiterinnen Gänge und Kammern, die bis zu einem Meter tief im Boden liegen. Das bearbeitete Bodenmaterial wird nach oben transportiert und als Buckel auf der Wiese abgelagert. Unter dem Buckel leben dann Ameisenvölker von bis zu 35.000 Arbeiterinnen. Sie leben dort auch bei Landunter im Trockenen.
Hausbau der Wiesenameise
Die Gelbe Wiesenameise gräbt Gänge und Kammern, die bis zu einem Meter tief im Boden liegen.
(Bild: Rainer Borcherding)
In den unterirdischen Ameisenstaat werden Kammern für die Eier, für die die Königin zuständig ist, angelegt. Weitere Kammern werden für die Larven und die Puppen angelegt. Im Inneren der Ameisenburg befinden sich spezielle sichere Kammer, in denen die Arbeiterinnen die Eier zwischen ihren Kiefern bei Hochwasser oder Frost hineintragen.
Ernährung der Wiesenameise
Um bei den besonderen Umständen einer sporadisch überfluteten Hallig nicht zur Futterbeschaffung an die Oberfläche zu müssen, hält sich diese Ameisenart Herden verschiedenster Wurzel-Blattläuse und ernährt sich nur von dem Zuckersaft, den die Läuse ausscheiden. Daher wird die Gelbe Wiesenameise auch als „Hirtenameise“ bezeichnet. Eine Hauptaufgabe der Arbeiterinnen ist es, Pflanzenwurzeln von Erde zu befreien. Dadurch können die Läuse leichter die Pflanzensäfte saugen. Nun trommeln die Arbeiterinnen leicht auf den Hinterleib der Läuse, wodurch diese einen zuckersüßen Honig abgeben, der von den Ameisen dankbar aufgenommen werden.
Eiertransport ins Nest
Diese symbiotische Zusammenarbeit zeigt sich zusätzlich im Herbst, wenn die Ameisen nicht nur ihre eigenen Eier, sondern auch die Läuseeier tief in ihr Nest transportieren. Damit schützen sie auch den Nachwuchs ihrer Honigspender vor Frost bis zum nächsten Frühjahr. Und nicht zuletzt bei Überschwemmungen in der Sturmflutsaison.
Der BUND setzt sich mit seinen ehrenamtlichen Gruppen aktiv für den Schutz von Salzwiesen und natürliche Überflutungsräumen ein. Und damit für einen dynamischen Naturschutz in Zeiten des Meeresspiegelanstiegs.