Bisher war BPA in vielen Lebensmittelverpackungen enthalten.
(Bild: Amaluya/canva)
In welchen Verpackungen ist BPA ab Juli 2026 verboten?
Bisphenol A (BPA) ist in vielen Verpackungen verboten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Dazu zählen:
- Konserven
- Plastikverpackungen
- Plastikflaschen
- Getränkedosen
- Wiederverwendbare Trinkflaschen
- Wiederverwendbare Brotboxen
- Einwegbecher, Einwegteller, Einwegbesteck
Doch es gibt auch Ausnahmen: BPA darf weiter zur Haltbarmachung von Obst, Gemüse und Fischereierzeugnissen verwendet werden. Bisphenol A soll bei diesen Lebensmittelgruppen verhindern, dass die Säure das Blech der Konserve angreift. Ab 2028 ist es verboten, BPA auch in diesen Verpackungen in Verkehr zu bringen.
Was bedeutet BPA-frei?
BPA-frei bedeutet, dass das Produkt kein BPA (Bisphenol A) enthält. Es können jedoch andere Bisphenole enthalten sein. Der Hinweis „BPA-frei“ bedeutet deswegen nicht unbedingt auch „Bisphenol-frei“. So wurde BPA häufig durch Bisphenol S oder F ersetzt, die eine ähnlich schädliche Wirkung haben, aber weniger gut untersucht sind.
Das neue Recht erfasst BPA und seine Salze sowie weitere gefährliche Bisphenole und Bisphenolderivate. Dazu gehören unter anderem BPS und BPAF. Ihre Verwendung ist ab Juli 2026 nur unter engen gesetzlichen Voraussetzungen möglich, etwa bei einer spezifischen Zulassung oder Übergangsregel. Der BUND fordert das Verbot aller Bisphenole in verbrauchernahen Anwendungen, denn die gesamte Stoffgruppe steht im Verdacht, das Hormonsystem zu schädigen.
Wie kommt BPA in den Körper?
Durch Hitze, Säure oder Fett können sich Schadstoffe wie BPA aus der Verpackung lösen und in Lebensmittel übergehen. Menschen nehmen also durch die Nahrung BPA auf. Eine Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA) hat im Jahr 2023 in elf europäischen Ländern menschlichen Urin auf BPA untersucht. Dabei wurde insgesamt bei 92 Prozent der Teilnehmer*innen BPA im Urin nachgewiesen.
Warum ist BPA gesundheitsgefährdend?
BPA gilt als hormonell wirksam und fortpflanzungsgefährdend. Bisphenole ähneln in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen und können mit den entsprechenden Rezeptoren im Körper interagieren. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA sieht die Aufnahme von BPA über Lebensmittel für alle Altersgruppen als gesundheitlich bedenklich an, insbesondere wegen möglicher Effekte auf das Immunsystem. Säuglinge und kleine Kinder sind besonders gefährdet, weil sie sich noch in der Entwicklung befinden. Weitere mögliche Wirkungen von Bisphenolen auf Stoffwechsel, Fortpflanzung und Entwicklung werden wissenschaftlich diskutiert.
Mehr Informationen zu BPA:
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