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Bisphenol A

Bisphenol A ist ein Grundstoff zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat. Er ist in vielen Alltagsgegenständen enthalten, z.B. in Babyschnullern, Plastikgeschirr, Konservendosen, Thermopapier (z.B. Kassenbons).

Analysen des BUND haben Bisphenol A zudem im Hausstaub von Kindertagesstätten nachgewiesen. Seit dem 1. Juni 2011 ist EU-weit der Einsatz von Bisphenol A in Babyfläschchen verboten.

Bisphenol A: hohe Konzentrationen im menschlichen Blut

Innerhalb Deutschlands werden jährlich ca. 410.000 Tonnen vermarktet. Bisphenol A kann sich bei Kontakt mit Lebensmitteln aus dem Produkt lösen und ist dann in diesen nachweisbar. Der mittlere Gehalt an Bisphenol A im menschlichen Blut ist mittlerweile höher als die Konzentration, die bei Mäusen zu einer Beeinträchtigung der Sexualentwicklung führen kann.

Bisphenol A: Hormongift mit fatalen Folgen

Bisphenol A gehört zu den hormonellen Schadstoffen, die bereits in winzigen Mengen in unseren Hormonhaushalt eingreifen können. Es ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie wenig die traditionelle Risikobewertung noch geeignet ist, tatsächliche Schäden zu erfassen: Möglicherweise ist es durch eine direkte Einwirkung auf Hormonrezeptoren in geringeren Konzentrationen schädlicher als in größeren Mengen. Frühreife, eine reduzierte Spermienzahl oder auch Verhaltensstörungen werden als mögliche Folgen diskutiert.

Bisphenol A: BUND fordert Ersatz durch sichere Alternativen

Bisphenol A ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig eine von der Industrie unabhängig finanzierte Risikobewertung ist. So wiesen alle Ergebnisse unabhängiger wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre auf eine Gesundheitsgefährdung hin, wohingegen alle von der Industrie durchgeführten Studien Entwarnung gaben. Im Sommer 2007 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge um das Fünffache auf 50 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht erhöht, was von Umwelt- und Verbraucherschützern stark kritisiert wurde. Anfang 2015 hat die EFSA eine Neubewertung von BPA veröffentlicht mit der Absenkung des Wertes um mehr als das zehnfache, auf vier Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht.

Im Rahmen der Umsetzung des seit Juli 2007 gültigen neuen Chemikaliengesetzes REACH fordert der BUND ein Verbot des Stoffes für alle Anwendungsbereiche, für die sicherere Alternativen vorhanden sind.

Ein Verwendungsverbot von Bisphenol A in Thermopapier wird vom Ausschuss für Risikobewertung (RAC) der europäischen Chemikalienagentur (ECHA) seit Juni 2015 befürwortet. Die Risiken für Angestellte, die täglich mit Tickets oder Kassenbons hantierten seien "nicht ausreichend beherrschbar", heißt es in einer ECHA-Mitteilung vom 11. Juni 2015 zur Begründung. Der BUND begrüßt diese Entscheidung als Schritt in die richtige Richtung, auch wenn der RAC ein Gesundheitsrisiko für Verbraucher derzeit noch ausschließt.

Bisphenol A: Ausschuss stimmt für eine Einstufung als "besonders besorgniserregend"

Am 4. Februar 2016 hat der REACH-Ausschuss für eine Einstufung von Bisphenol A als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B gestimmt. Wie auch krebserregende oder erbgutverändernde Stoffe der Kategorie 1, könnte BPA somit nach Artikel 57(a) der EU-Chemikalienverordnung REACH in die Kandidatenliste für besonders besorgniser­regenden Stoffe aufgenommen werden. Nun muss das EU-Parlament den Regulierungsentwurf prüfen, bevor er von der Kommission umgesetzt und im offiziellen Amtsblatt veröffentlicht werden kann. Die neue Regelung würde 20 Tage nach Veröffentlichung formal in Kraft treten, käme aber erst nach einer Übergangszeit von 18 Monaten zur Anwendung.

Bisphenol A: belastete Konserven

Zwei von drei Lebensmittel-Konserven sind mit dem hormonellen Schadstoff Bisphenol A (BPA) belastet. Das ist das alarmierende Ergebnis einer von sechs Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisationen in den USA veranlassten Untersuchung, deren Ergebnisse Anfang April veröffentlicht wurden. Konservennahrung ist die BPA- Hauptbelastungsquelle für den Menschen.

Untersucht wurden 192 Konserven mit Obst, Gemüse, Suppen, Brühen, Bratensoßen, Bohnen und Milchprodukten. Darunter von so bekannten Herstellern, wie Campbell´s, Del Monte, General Mills, Kroger, Albertsons oder Nestle sowie von Eigenmarken der größten US-Lebensmittelkette Walmart. Davon waren 129, also 67 Prozent, mit BPA-haltigem Epoxidharz beschichtet.

Das Ergebnis zeigt auch, dass auf vollmundige Versprechen der Industrie nicht immer Taten folgen: Auch die zwei untersuchten Dosen von Nestlé wurden positiv getestet, obwohl der Konzern bereits 2012 BPA-freie Konserven angekündigt hatte. Dass die US-Gesundheitsbehörde seit 2010 BPA-freie Konserven empfiehlt hatte wohl ebenfalls wenig Wirkung. Auch in Europa sind BPA-haltige Konserven an der Tagesordnung.

Japan hat vorgemacht, dass es anders geht: Dort hat die Industrie auf Warnungen der Gesundheitsbehörde reagiert und bietet seit 20 Jahren BPA-freie Konserven an.

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Bisphenol A in Trinkwasserleitungen

Wasserhahn  (com77380 / pixabay.com)

Bei dem sogenannten Relining-Verfahren werden alte Wasserleitungen, auch Trinkwasserleitungen, durch Auskleidung mit Epoxidharz saniert. Epoxidharz enthält Bisphenol A.

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