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Zu viele Nährstoffe in Flüssen und Seen begünstigen das Wachstum der Blaualgen

03. September 2018

Interview mit Laura von Vittorelli, BUND-Gewässerexpertin anlässlich der Blaualgen-Plage diesen Sommer:

Anmoderationsvorschlag:

Auch nach der Hitzewelle bleibt es warm in Deutschland. Es herrscht vielerorts bestes Badewetter. Aber zahlreiche Seen sind in den letzten Wochen mit Blaualgen belastet. Das bedeutet: Badeverbot. Wir sprechen mit Laura von Vittorelli, Gewässerexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), über das Problem.

Warum sind Blaualgen gefährlicher für Menschen als "normale" Algen?

O-Ton 1 (Laura von Vittorelli, 22 Sek.): Blaualgen sind gefährlich für Menschen, weil sie gefährliche Giftstoffe enthalten können, sogenannte Toxine. Das kann dazu führen, dass es Hautreizungen gibt, Allergien, Bindehautentzündungen oder - wenn sie verschluckt werden – Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Blaualgen sind nicht nur gefährlich für Menschen, sondern Blaualgen können auch sehr gefährlich für Haustiere sein. Letztes Jahr gab es Fälle von toten Dackeln zum Beispiel.

Wie kann ich Blaualgen erkennen?

O-Ton 2 (Laura von Vittorelli, 80 Sek.): Blaualgen kann man daran erkennen, dass sie eine grünliche Trübung des Wassers veranlassen, in seltenen Fällen auch rötlich, aber nicht bläulich, wie der Name eigentlich zu denken gibt. Blaualgen bilden oft Schlieren oben auf dem Wasser, so Ansammlungen, und man muss aber eigentlich einen Test im Labor machen um zu schauen, sind das Blaualgen oder andere Algen. Allgemein: Wenn man im Wasser steht mit den Füßen und von den Knien an seine Füße nicht mehr erkennen kann, dann ist die Algenbelastung sehr hoch. Kann man stattdessen ein, am besten zwei Meter mindestens als Sichttiefe haben, dann ist die Algenbelastung sehr gering. Also ab zwei Metern Sichttiefe kann man auf jeden Fall schwimmen.

Weshalb gibt es in diesem Jahr besonders viele Blaualgen?

O-Ton 3 (Laura von Vittorelli, 16 Sek.): Wir hatten einen sehr sehr langen und heißen, trockenen Sommer, dadurch ist die Algenkonzentration gestiegen und der Hintergrund ist: Wir haben einfach viel zu viele Nährstoffe in den Seen und Flüssen und letztendlich auch im Meer, und davon können sich die Algen jetzt gerade wunderbar ernähren und wunderbar vermehren.

Was muss sich ändern, damit es nicht mehr so viele Blaualgen gibt?

O-Ton 4 (Laura von Vittorelli, 34 Sek.): Was muss sich ändern, dass es nicht mehr so viele Blaualgen gibt. Das erste ist Klimawandel aufhalten, weil das ist nur ein Vorgeschmack von den langen, heißen, trockenen Sommern, die wir jetzt schon haben.  Und die zweite Sache ist – speziell Flüsse und Seen – da sind viel zu viele Nährstoffe drin, insbesondere aus der industriellen Landwirtschaft. Das muss sich ganz stark ändern. Und wir haben noch ein Problem mit überlaufender Kanalisation teilweise bei Starkregen. Das muss sich auch ändern, dass die Nährstoffbelastung abnimmt. Allgemein, wenn wir gesunde Seen haben und Flüsse haben, wenn die Wasserrahmenrichtlinie richtig umgesetzt ist, dann haben wir auch weniger Probleme mit Blaualgen.

Wenn mein Badesee in der Nähe mit Blaualgen belastet ist, wann kann ich wieder dort schwimmen gehen?

O-Ton 5 (Laura von Vittorelli, 14 Sek.): Blaualgen können auch sehr schnell wieder verschwinden. Je nachdem – sie werden vom Wind einmal von der Badestelle weggetrieben oder auch hingetrieben. Deswegen sollte man immer vor Ort schauen: Gibt es noch Warnhinweise oder sind Warnhinweise wieder entfernt worden? Wie ist die Situation im Moment?

Abmoderationsvorschlag:

Der BUND hat eine Deutschlandkarte erstellt, auf der mit Blaualgen belastete Seen und Flüssen markiert sind. Diese Karte sowie weitere Informationen gibt es auf der Website des Umweltverbands unter bund.net, Stichwort Blaualgen.

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