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Kommentar zum Tierwohllabel: Niedersachsen zeigt Klöckner, wie es geht

28. Juni 2019

Zur Bundesratsinitiatives des Landes Niedersachsen für ein verpflichtendes Tierwohllabel erklärt Tilman Uhlenhaut, Arbeitskreissprecher Landwirtschaft beim BUND:

 (privat)

"Der BUND begrüßt die Initiative aus Niedersachsen für eine verpflichtende staatliche Haltungskennzeichnung in der Tierhaltung. Damit gibt die Landesregierung den Weg vor und zeigt Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner die richtige Richtung. Wir fordern die anderen Bundesländer auf, sich diesem Vorstoß anzuschließen.

Das von Julia Klöckner vorgeschlagene freiwillige Label ist zum Scheitern verurteilt. Eine staatliche, verpflichtende Tierwohlkennzeichnung bietet hingegen die Chance, die dringend notwendige Verbesserung in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Deutschland voranzutreiben. Sie erfüllt auch den Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Transparenz und mehr Tierschutz.

Die Kriterien für eine verpflichtende staatliche Kennzeichnung müssen jedoch ganz deutlich über dem gesetzlichen Standard liegen – und das bereits ab der untersten Stufe der Tierwohlkennzeichnung. Eine deutliche Verbesserung im Tierschutz wird es nur mit klaren Kriterien geben. Und nur mit einer verbindlichen staatlichen Kennzeichnung wird es für die Menschen einfacher zu entscheiden, welches Produkt gekauft werden soll.

Unsere Gesellschaft will, dass die Nutztiere besser gehalten werden. Der Umbau hin zu umwelt- und tiergerechteren Haltungssystemen muss finanziell gefördert werden und braucht einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen. Landwirtinnen und Landwirte, die deutlich mehr in Tierwohl investieren, müssen unterstützt werden. Sie dürfen mit den Investitions- und anderen Mehrkosten, die durch eine bessere Tierhaltung entstehen, nicht alleine gelassen werden."

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Hintergrund: Das Kriterien-Niveau der Initiative Tierwohl (ITW) lehnt der BUND ab, da es kaum über den gesetzlichen Standard hinausgeht und keine Verbesserung für die Tiere schafft. Es besteht aus Sicht des Umweltverbandes zudem die Gefahr, dass die Glaubwürdigkeit eines Tierwohllabels bei den Kunden zunichtegemacht wird. Auch der Vorschlag „ITW-Plus“ bringt kaum Verbesserungen – von Tierwohl kann nicht die Rede sein.

Kontakt: Katrin Wenz, BUND-Landwirtschaftsexpertin, Tel. (030) 2 75 86-549, katrin.wenz(at)bund.net

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