Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

OK

Kommentar: Neue Gentechnik keine Lösung für Klimakrise

27. Juni 2019

Anlässlich der Äußerungen der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und des DBV-Präsidenten Joachim Rukwied zum Thema Gentechnik und Dürre beim Deutschen Bauerntag erklärt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger:

BUND-Vorsitzender Hubert Weiger  (Andreas Weiss / © Rat für Nachhaltige Entwicklung)

"Die Landwirtinnen und Landwirte werden auch in diesem Jahr wieder unter der Hitze zu leiden haben, das zeichnet sich jetzt schon ab. Das ist bitter für die Landwirte, die vermutlich im zweiten Jahr in Folge mit wirtschaftlichen Einbußen zu kämpfen haben werden, wenn sich Hitze und Trockenheit fortsetzen. Dafür braucht es eindeutige Antworten der Politik, denn es ist davon auszugehen, dass Extremwetter­ereignisse wie Starkregen auf der einen oder lange Trockenzeiten auf der anderen Seite die Landwirtschaft künftig vor noch viel stärkere Herausforderungen stellen werden.

Jetzt aber nach der Deregulierung neuer Gentechnik zu rufen, wie es Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes getan hat, ist fahrlässig für die Umwelt und für die Bäuerinnen und Bauern. Es gibt bei der Dürreproblematik keine einfache Lösung. Es braucht viel mehr eine Systemumstellung hin zu einer ökologischeren, klimaangepassten Landwirtschaft. Das Heil jetzt in der Gentechnik zu suchen, ist ein ganz falscher Weg und wird auch auf den erbitterten Widerstand der Verbraucherinnen und Verbraucher stoßen, die mit großer Mehrheit gegen Gentechnik sind. 

Pflanzen, die sowohl mit Hitze wie auch mit Regen gleichzeitig besser umgehen können, die mit Frau Klöckners Worten 'resistent gegen das Klima sind', wird es nicht geben. Statt des fruchtlosen Versuchs, technische Superpflanzen zu erzeugen, braucht es ein Umsteuern auf klimaresiliente Agrarsysteme. Dazu braucht es eine Risikostreuung durch Mischkulturen, mehr ökologische Züchtungen, vielfältige Fruchtfolgen und eine Agrarförderung, die das unterstützt."

Hinweis: Ruft der Bauernpräsident nach einer Änderung der Europäischen Gentechnikgesetze, dann meint er damit Deregulierung der Gentechnik, an deren Ende neue Gentechnik aus der Risikoprüfung herausfallen würde und keine Zulassung mehr erteilt werden müsse. Beides hat der Europäische Gerichtshof aber im letzten Jahr für neue Gentechnikverfahren gefordert. Das EuGH-Urteil vom 25.7.2018 hat auch die neuen Gentechnikverfahren explizit dem EU-Gentechnikrecht unterstellt.

Mehr Informationen 

  • Kontakt: Daniela Wannemacher, BUND-Expertin für Agro-Gentechnik, Tel.: (030) 2 75 86-567, daniela.wannemacher(at)bund.net und BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425/-497/-464, presse(at)bund.net

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb