Ein Zug fährt durch eine Landschaft.

Mobilität in ländlichen Räumen

In ländlichen Räumen ist der private Pkw oft das vorherrschende Verkehrsmittel. Ein Verzicht auf das eigene Auto ist häufig mangels Alternativen kaum möglich. Anbindungen an Verkehrsmittel des Umweltverbundes sind für Daseinsvorsorge und Klimaschutz dringend nötig.

Die Mobilitätswende in ländlichen Räumen ist häufig ein blinder Fleck der Verkehrspolitik. Während in Städten der öffentliche Nahverkehr und Sharing-Angebote bereits gut ausgebaut sind, steht der ländliche Raum vor besonderen Herausforderungen: lange Wege, geringe Taktung und eine starke Abhängigkeit vom eigenen Auto. Um die Mobilitätswende auch außerhalb urbaner Zentren erfolgreich zu gestalten, braucht es innovative und flexible Lösungen. Jede Region hat andere Voraussetzungen und lokale Strukturen, die alternativen Verkehrsangebote müssen auf die örtliche Situation zugeschnitten sein. Ziel ist es, die Lebensqualität zu erhöhen, den CO2-Ausstoß zu senken und auch im ländlichen Raum eine echte Alternative zum eigenen Auto zu schaffen. Die Abhängigkeit vom eigenen Auto zu reduzieren ist auch eine Frage der Daseinsvorsorge und der Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen.

Maßnahmen für nachhaltige Mobilität in ländlichen Räumen

Ein typisches Bild: Ein Regionalexpress bringt Pendler*innen nach Kiel  (Leonid Andronov / via canva.com)

Der BUND fordert, die Anbindung durch den schienengebundenen Regionalverkehr auf- oder auszubauen. Viele Orte in Deutschland wurden ihrer Schienenanbindung durch Stilllegungen beraubt. Doch diese Anbindung ist Teil der Daseinsvorsorge und eine Grundvoraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse. Auch der Netzausbau des ÖPNV in ländlichen Räumen sowie Taktverdichtungen sind dringend notwendige Maßnahmen. Darüber hinaus braucht es flexible Lösungen für die jeweilige Region. Dazu gehören: 

  • On-Demand-Verkehre wie Rufbusse oder Sammeltaxis, die per App bestellt werden können.
  • Carsharing und Ridesharing-Modelle speziell für kleinere Gemeinden.
  • Ausbau von Radwegen und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
  • Digitale Plattformen, die verschiedene Verkehrsmittel vernetzen und einfach buchbar machen.
  • Förderung von Bürgerbussen und ehrenamtlichen Fahrdiensten.
  • Neue Formate wie Mitfahrbänke und Versorgungsmodelle (z.B. mobile Arztpraxis)

Nachfolgend finden Sie thematische Informationen:

Auf Mobilikon.de werden viele verschiedene Maßnahmen und Praxisbeispiele vorgestellt und verglichen.

Leitfaden für Kommunen in ländlich geprägten Regionen “ Lebensqualität und Daseinsvorsorge durch interkommunale Kooperation” 
Deutsches Institut für Urbanistik

Broschüre: Strategien und Praxisbeispiele zur Sicherung von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum 
Bundesministerium BMVI

LandMobil - Praxiserfahrungen aus Förderprojekt Unterwegs in ländlichen Räumen Bundesministerium BMEL

Mobilitätskonzepte in Klein- und Mittelzentren, ökologische Potenziale vor dem Hintergrund des demographischen Wandels 
Umweltbundesamt

Handlungsbereiche zur Sicherung der Mobilität im ländlichen Raum, sechs Bereiche als Ergebnisse eines partizipativen Prozesses 
Friedrich-Ebert-Stiftung

ÖPNV und On-Demand-Angebote

Strategien für zukunftsfähigen ÖPNV in ländlichen Räumen – Herausforderungen und wichtige Weichenstellungen
Internationales Verkehrswesen

Fallstudie: mit On-Demand-Angeboten ÖPNV-Bedarfsverkehre modernisieren
Deutsches Institut für Urbanistik

Leitfaden: Bürgerbusse in Fahrt bringen - Stationen auf dem Weg zum BürgerBus. Beispiele und Hinweise für alle Interessierten
Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg

Planungsleitfaden für ÖPNV-Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen. Mobilitäts- und Angebotsstrategien in ländlichen Räumen
Bundesministerium BMVI

Ridesharing und Mitfahrbänke

Eine Übersicht von Mitfahrdiensten im deutschsprachigen Raum gibt der Mitfahrverband

Projekt GetMobil: Ridesharing im ländlichen Raum und dessen Integration in den öffentlichen Nahverkehr. 
Universität Kassel

Die Mitfahrscheibe oder auch Mitfahr-M ist das überregionale Zeichen für Mitfahrangebote. Als physisches oder digitales Symbol für Mitnehmende und Mitfahrende. Alle Infos hier.

Erfolgsfaktor Mitfahrbank: Wissenschaftliche Untersuchung der Akzeptanz und des Nutzens

Leitfaden für Mitfahrbänke von Bastian Greiner (BUND Baden-Württemberg) und TU Dresden

Regionale Beispielprojekte

BUND-Projekt “nachhaltig mobil im ländlichen Raum” des BUND Baden-Württemberg

Modellregion “Muldental in Fahrt” innovatives Busverkehrsnetz im Landkreis Leipzig, Projekt mit Heiner Monheim

Modellprojekt “SMILE24” in der Schlei-Region: Schlei-Mobilität: innovativ, ländlich, emissionsfrei und 24/7

Projekt “iMONA” im Landkreis Freyung-Grafenau, Verknüpfung von Personenverkehr und Nahversorgung zu zukunftsfähiger Mobilität

Zukunftsnetzwerk ÖPNV - On-Demand-Verkehre in Baden-Württemberg. 
Beispiel: Flexibles Angebot bwshuttle

Kooperative Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum in Baden-Württemberg. Ideenwettbewerb unter Begleitung des Fraunhofer Instituts.

Tourismus: Fahrtziel Natur

Der BUND engagiert sich im Netzwerk “Fahrtziel Natur” zusammen mit der Deutschen Bahn und anderen Umweltverbänden. Fahrtziel Natur möchte den touristischen Verkehr in sensiblen Naturräumen vom privaten Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel verlagern. In 24 Fahrtziel-Natur-Gebieten können Urlauber*innen Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks entspannt und umweltschonend erleben. 

Weiterführende Informationen zum Thema:

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