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Plastikfasten! Der erste Schritt zum Ausstieg aus dem Plastikwahn.

Noch immer ist Deutschland Spitzenreiter im Plastikverbrauch, Tendenz weiterhin steigend. Doch jede*r Einzelne kann einen Beitrag dazu leisten, diesen Trend zu stoppen. Seien Sie deshalb Teil unserer Aktion "Plastikfasten".

Warum Fasten? Hier die Fakten!

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Deutschland ist trauriger Rekordhalter

Weltweit werden jährlich geschätzt 200 bis zu 250 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Ein knappes Viertel des weltweiten Plastikverbrauchs geht auf das Konto von Europa. Mit 11,7 Millionen Tonnen verbraucht in Europa kein anderes Land soviel Plastik wie Deutschland – Tendenz steigend.

Milliarden Tüten für wenige Minuten

Mit 35 Prozent haben Verpackungen den größten Anteil am Kunststoffverbrauch. 23 Prozent werden u.a. für das Bauwesen, sechs Prozent für Elektronik und Elektrik benötigt und rund zehn Prozent für den Automobilsektor. Allein sechs Milliarden Plastiktüten werden in Deutschland jährlich verbraucht – mit einer Gebrauchsdauer von gerade einmal 25 Minuten.

Der Müllberg wächst beständig an

Die Kunststoffabfallmenge hat sich in Deutschland im Zeitraum von 1994 bis 2013 von 2,8 auf ca. 5,7 Millionen Tonnen pro Jahr beinahe verdoppelt, hauptsächlich durch den Zuwachs an Müll beim Endverbraucher. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von zwei Cheops-Pyramiden. Recycelt werden lediglich 42 Prozent des Plastikmülls. 56 Prozent werden verbrannt und gehen damit der Kreislaufwirtschaft für immer verloren.

Das Meer ertrinkt in Plastikmüll

Über sechs Millionen Tonnen Müll – das meiste davon Plastik – landen jedes Jahr im Meer. Plastikteile sowie deren Zersetzungsprodukte sammeln sich vor allem in riesigen Meereswirbeln an. Dem Nordpazifikwirbel hat dieses Phänomen den Beinamen "Großer Pazifikmüllfleck" eingebracht. Inzwischen gibt es in weiten Teilen der Meere sechsmal mehr Plastik als Plankton, in einigen Gebieten sogar bis zu 46-mal mehr.

Die Folgen der Belastung der Meere durch Plastik sind dramatisch: Durch mechanische Verletzungen sind vor allem größere Arten gefährdet. So bleiben Seehunde mitunter in Getränkekästen stecken oder Fische und Delfine in aufgegebenen Fischernetzen. Von 136 Arten ist bekannt, dass sie sich regelmäßig in Müllteilen verstricken und strangulieren. Albatrosse und Eissturmvögel verwechseln die Abfallstücke mit Futter und fressen sie. Sie fühlen sich satt, verhungern jedoch schließlich mit müllgefülltem Magen. Auch in verendeten Albatros-Jungtieren wurden bis zu 100 Plastikteile gefunden, mit denen es von den Elterntieren gefüttert worden war.

Ein weiteres Problem: Mikroplastik, winzigste Plastikteilchen, die durch Abrieb von Plastikmüll, aber auch über den Einsatz in Kosmetika in den Meeren landen. An ihnen binden sich giftige Chemikalien, die wiederum von Fischen und anderen Meeresbewohnern aufgenommen werden. Über diesen Weg gelangt der Plastikmüll mit den anlagernden Giftstoffen auch in für den menschlichen Verzehr bestimmte Lebensmittel.

Rohstoffverschwendung und Klimabelastung

Zur Produktion von einem Kilogramm Plastik wird mindestens die doppelte Menge an Öl benötigt. Wird ein Kilogramm Mischplastik verbrannt, entweichen etwa drei Kilogramm CO2 in die Atmosphäre. Die Vermeidung insbesondere von kurzlebigen Einwegprodukten aus Plastik, wie Plastiktüten oder Lebensmittel­verpackungen, leistet daher einen wichtigen Beitrag gegen Rohstoffverschwendung und Klimabelastung.

Wichtig dabei ist allerdings, dass Produkte aus Alternativmaterialien wie Stoff, Papier oder Metall so lange wie möglich genutzt werden, damit tatsächlich ein positiver Effekt entsteht. Jedes Mal eine neue Papiertüte oder einen neuen Jutebeutel kaufen und diese dann nach ein-, zweimaliger Benutzung wegzuwerfen, bringt der Umwelt gar nichts.

Plastikfasten! Tipps zum Verzicht

Plastiktüten vermeiden

Sechs Milliarden Plastiktüten werden jährlich in Deutschland verbraucht – und landen danach meistens sofort im Müll. Wenn Sie etwas gegen diese Verschwendung tun wollen, nehmen Sie keine Plastiktüten beim Kauf von Produkten mehr an, auch kein sog. "Bioplastik", sondern besorgen Sie sich einfach ein bis zwei Jutebeutel, die Sie in Ihren Rücksäcken oder Hand­taschen mitnehmen. Die Beutel können Sie bei jedem Einkauf nutzen und wieder nutzen und wieder nutzen und wieder nutzen... Verzichten Sie auch auf die Plastiktüten für Obst und Gemüse! Und tun Sie sich und der Umwelt damit Gutes!

Plastik-Verpackungen im Laden lassen

Verpassen Sie dem Handel einen Denkzettel und lassen Sie die Umverpackungen für Obst und Gemüse oder anderer Produkte einfach im Laden! Das ist Ihr gutes Recht: Der Handel muss hierfür entsprechende Sammelboxen zur Verfügung stellen. So werden Sie nicht zum Abfalltransporteur, Ihre Plastikmülltonne bleibt leer und sowohl Handel als auch Hersteller müssen sich dem Problem stellen.

Mehrweg statt Einweg

Verzichten Sie wo es geht, z.B. bei Milchprodukten oder Getränken, auf Einwegverpackungen und greifen Sie stattdessen zu Mehrweg-, sprich Glasbehältern. Wenn Sie unterwegs sind, kaufen Sie keine Getränke in Plastikflaschen und achten Sie grundsätzlich beim Neukauf von Produkten darauf, dass sie möglichst nicht aus Plastik bestehen.

Kosmetik ohne Mikroplastik

Verzichten Sie auf Kosmetikprodukte, die winzige Plastikteilchen (so genanntes Mikroplastik) enthalten. Diese werden z.B. in Peelings, Duschgels oder Hautcremes eingesetzt. Um Kosmetika mit Plastikpartikeln zu erkennen und zu vermeiden, laden Sie sich einfach unseren Einkaufsratgeber mit Mikroplastik-Produkten herunter. 

Einfach mal aufräumen

Gutes tun können Sie auch, indem Sie herumliegenden Plastikmüll, den es ja leider überall in der Landschaft und in den Städten gibt, einsammeln und entsorgen! Das sieht schöner aus und schont die Umwelt, da der Plastikmüll so nicht jahrhundertelang vor sich hin modert und Tiere und Kleinst­lebewesen vergiftet.

Übrigens: Der BUND veranstaltet regelmäßig Müll­sammel­aktionen, z.B. an unseren Stränden. Vielleicht auch in Ihrer Nähe? Fragen Sie bei Ihrer BUND-Gruppe nach!

Hormongifte stoppen!

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Plastik – weniger ist Meer

Unsere Strände: ein unerschöpflicher Fundus für Plastikkunst, Foto: BUND / Oliver Hoffmann  (Oliver Hoffmann / BUND)

Sie wollen noch mehr fasten?

Klimafasten-Aktion der BUND-Jugend  (BUNDjugend)

Dann machen Sie mit beim "Klimafasten" der BUNDjugend!

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