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Unser Tipp im Oktober: Vögel des Glücks

04. Oktober 2017 | Naturschutz

Der Stadtforst Salzwedel ist für Kraniche ein beliebtes Brutgebiet.  (Thomas Stephan)

Sie hätten gerne einen Wunsch frei? Dann ist der Kranich der Vogel der Wahl. Basteln Sie schlappe 1.000 Exemplare in Origami-Form, so erfüllen Ihnen die Götter einen Wunsch – jedenfalls glauben das die Japaner.

Falls Ihr Wunsch jedoch ein beein­druckendes Naturschauspiel sein sollte, können Sie getrost auch hier in Deutschland bleiben und den alljährlichen Wegzug der Kraniche bestaunen.

Der Graue Kranich ist einer von nur zwei europäischen Vertretern aus der Familie der Kraniche. Er besticht durch sein langbeiniges Auftreten, den ebenso langen Hals, gepaart mit einem aschgrauen Gefieder, schwarz-weißer Kopfzeichnung und roter Scheitelplatte. Bei einer Größe von bis zu 130 Zentimetern erreicht der Kranich eine Flügelspannweite von 245 Zentimetern. Bei seiner Ernährung ist der Vogel nicht wählerisch und lässt sich Tierisches wie auch Pflanzliches munden. Beeren, Getreide und Kartoffeln werden genauso verzehrt wie kleine Wirbeltiere, Insekten oder Regen­würmer. Die Würmer legt er durch Wühlbewegungen mit dem Schnabel frei.

Als Bodenbrüter in feuchtem oder nassem Gelände bauen Kraniche ihr Nest aus Schilf, Binsen oder Riedgräsern, bis es etwa einen Meter Durchmesser erreicht und über der Wasseroberfläche liegt. Zur Balz springen Männchen und Weibchen mit ausgebreiteten Flügeln umher und machen durch den schmetternden Klang ihrer Rufe auf sich aufmerksam. Auch das Einknicken der Beine, Laufen in Kurven und das Hochschleudern von Pflanzenteilen sollen den oder die Erwählte beeindrucken. Legebeginn ist im April. Bereits im Alter von neun Wochen sind die Kranich-Küken über kurze Strecken flugfähig.

Zeit für ein Spektakel der besonderen Art

Jetzt im Oktober ist es Zeit für den Kranichzug. Zu Tausenden sammeln sich die Vögel, um gemeinsam in ihre Winterquartiere in Südfrankreich, Spanien oder Nordafrika zu ziehen. Kraniche fliegen in Keilen oder schrägen Reihen, um den Luftwiderstand zu reduzieren. An der Spitze fliegen die kräftigen, erfahrenen Tiere, gefolgt von Familien mit Jungtieren. An die 2.000 Kilometer können die Vögel nonstop zurücklegen, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 65 km/h.

Kraniche werden Eigenschaften wie Wachsamkeit, Klugheit und Langlebigkeit zugeschrieben. Die Bezeichnung "Vogel des Glücks" kommt daher, dass die Vögel als Vorzeichen des Frühlings gelten, einer Jahreszeit, in der Wärme, Licht und Nahrungsfülle wieder Einkehr halten.

Beobachtungstipp

In Deutschland leben ungefähr 8.000 Brutpaare, hauptsächlich in den Auen und Bruchwäldern Nord- und Mitteldeutschlands. Wer das Glück hat, in der Nähe einer der Hauptrastplätze zu leben (Vorpommersche Boddenlandschaft, Rügen-Bock-Region, Rhin- und Havelluch, Diepholzer Moorniederung), kann die sich sammelnden Kraniche hautnah vor ihrer großen Reise beobachten. Wer entlang der Zugrouten lebt, kann die Kraniche auf ihrem Weg in den Süden vom Boden aus bestaunen. Dabei verraten sich die Vögel durch ihre trompetenden Rufe.

Basteltipps

Mehr Informationen

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin)

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