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Unser Tipp im März: Der Hausrotschwanz

05. März 2018 | Naturschutz, Lebensräume

Ab März kann man den Hausrotschwanz wieder im eigenen Garten beobachten.  (makamuki0 / pixabay.com)

Endlich wird es wärmer! Nicht nur uns gefallen die steigenden Temperaturen, auch die ersten Zugvögel lassen sich von ihnen in unsere Gefilde zurücklocken. Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) ist einer der ersten Heimkehrer. Der ursprünglich aus dem Gebirge stammende Vogel ist perfekt an das Leben in unseren Städten angepasst. Unsere Häuser nutzt er als Nistfelsen, und Dächer und Fassaden sowie asphaltbedeckte Oberflächen und kurzgeschorener Rasen sind sein Jagdgebiet. Hauptsächlich hat er es dabei auf Kleintiere abgesehen, Insekten, Spinnen und vor allem Webspinnen und Weberknechte. Schnecken und andere größere Beutetiere werden gequetscht oder zerstückelt, bevor sie heruntergeschlungen werden.

Für die Jagd wählt sich der Hausrotschwanz exponierte Warten. Von Antennen, Zaunpfosten oder Dachfirsten stürzt er sich auf seine Beute, um dann nach der nächsten Delikatesse zu spähen. Alternativ sucht das Rotschwänzchen auch auf dem Boden hüpfend nach Nahrung.

Eines fällt schnell auf: Der Hausrotschwanz kann einfach nicht stillhalten. Ständig knickst er in den Beinen ein und lässt seinen hübsch rot gefärbten Schwanz vibrieren. Bei den Schweizern hat ihm dies den wenig freundlichen Namen "Wackelarsch" eingebracht.

Seine Sangeskunst ist etwas gewöhnungsbedürftig. Helle Töne werden von einem gepressten Mittelteil unterbrochen – was sich zu einer nicht wirklich wohlklingenden, aber doch leicht erkennbaren Gesangsstrophe formt. Bei gutem Wetter kann er viele Stunden lang singen, über 5.000 Strophen in sechs Stunden hat man schon gezählt. Wer dem Rotschwänzchen lauschen möchte, kann dies schon frühmorgens tun. Ein bis zwei Stunden vor Sonnenaufgang zählt er zu den ersten Sängern des Tages. Beim Nisten ist der Vogel nicht besonders wählerisch, solange die ausgewählte Nische oder Höhlung etwas dämmrig, gut geschützt und überdacht ist. So wurden die Vögel schon beim Brüten in Tiefgaragen, Bahnanlagen, Terrassen-Markisen und sogar in einem täglich benutzten Generator beobachtet. Nicht recht einig ist der Volksglaube, was den Hausrotschwanz betrifft: Gilt er in einigen Gegenden als Schutz vor Feuer, so ist er in anderen als Feuerteufel verschrien.

Beobachtungstipp

Schon am frühen Morgen verrät sein charakteristischer Gesang den Aufenthaltsort des Rotschwänzchens. Meist ist er dann auf einem Zaunpfosten, einer Mauer, einem Felsvorsprung oder Dachfirst zu entdecken. Abends kann man den Hausrotschwanz auch von Schornstein zu Schornstein fliegen sehen, auf der Jagd nach Insekten.

Hausbesitzer können dem Hausrotschwanz mit einem Nistbrettchen unterm Dach oder Halbhöhlen als Nistkasten die Ansiedlung erleichtern. Wer außerdem Mauernischen offenhält und im Garten auf Vielfalt und Naturnähe achtet, erhöht seine Chance, das anmutige Rotschwänzchen auch im eigenen Garten beobachten zu können.

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin).

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