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Unser Tipp im März: Unsere heimische Birke

01. März 2016 | Naturschutz

Ausgewachsene Birken werden bis zu 30 Meter hoch.  (sipa / pixabay.com)

Allergiker werden dem Titel wohl eher skep­tisch gegenüberstehen, sind doch Birken­pollen einer der Hauptauslöser von lästigem Schniefen und Tränen. Doch unsere heimischen Birken (Betula) aus der Familie der Birkenge­wächse (Betulaceae) sind nicht nur eine extrem anspruchslose Pionierbaumart und deshalb weit verbreitet, sondern auch vielseitig in ihrer Nutzung. Schon Wilhelm Busch schilderte, wofür die Birke dienen kann: "Man zapfet aus der Birke sehr angenehmen Wein, man reibt sich, dass es wirke, die Glatze damit ein." Und Recht hat er, der Wilhelm. Zudem soll Birkenwein, laut Volksglauben, auch impotenten Männern helfen.

Birkenzweige werden noch heute als Reisigbesen verwendet und aus dem Holz wurden früher Schuhe und Möbel gefertigt. Die Birkenrinde wurde außerdem für Rucksäcke und Vorratsbehälter genutzt, sowie für Kanus bei einigen indianischen Völkern. Und, wer hätte es geahnt, ein Teil der Rinde ist sogar essbar und kann wie Spaghetti zubereitet werden. Zudem enthält Birkenholz ätherische Öle, so dass es gut brennt, heizt und als Zunder genutzt werden kann. Birkenpech wurde nachweislich als erster systematisch hergestellter Kunststoff in der Geschichte der Menschheit zum Herstellen von Werkzeug und Waffen genutzt, sowohl von Neandertalern als auch uns modernen Menschen. Der Baum war in früheren Zeiten der Göttin Freya geweiht, galt als Symbol der Fruchtbarkeit und Helfer in Liebesnöten. Die Birke wird deshalb auch heute noch als Maibaum gesetzt, ein Symbol für erwachendes Leben und Liebe.

Weit verbreitet und ökologisch bedeutsam

In Deutschland gibt es fast 500 Orte, die in ihrem Namen das Wort oder eine Abwandlung des Wortes "Birke" enthalten, was ihre große Verbreitung belegt. Von den bis zu hundert Birkenarten, die es weltweit gibt, kommt bei uns hauptsächlich die gemeine Birke (Betula pendula), auch Hänge- oder Weißbirke genannt vor.

Birken sind sommergrüne Bäume oder Sträucher und mit ihrem schnellen Wachstum können sie schon nach sechs Jahren Wuchshöhen bis zu 7 Meter erreichen. Ausgewachsen wird der Baum bis zu 30 Meter hoch und kann ein Alter von bis zu 160 Jahren erreichen. Die Borken von Birken sind farblich vielfältig von Dunkel­braun bis Weiß. Anfangs sind diese glatt wobei sich später dünne, papierartige Stücke ablösen und die Borke dann horizontal aufreißt. Birken sind getrenntgeschlechtig und die männlichen Blütenstände werden als Kätzchen bezeichnet. Von Ende März bis Ende April geben Birken zur Windbestäubung große Mengen an Pollen frei, wie leidtragende Allergiker bestätigen können. Ist der weibliche Blütenstand bestäubt, so entwickeln sich die geflügelten Früchte von September bis Oktober.

Ökologisch sind Birken bedeutsam, da sie 164 speziell auf sie angepassten Insekten­arten Wohnraum und Nahrung bieten. Auch viele Vogelarten, wie der Birkenzeisig und das Birkhuhn, sind auf Birken angewiesen.

Beobachtungstipp

Im Frühjahr erwachen die Bäume zum Leben und das können Sie hören. Mit den länger werdenden Tagen und steigenden Temperaturen, beginnen die Säfte aus den Leitungsbahnen der Stämme in Richtung der Kronen zu schießen. Legen Sie also an einem sonnigen Tag einmal Ihr Ohr an einen Birkenstamm und lauschen Sie dem Glucksen und Rauschen. Falls Sie nichts hören können, kann ein Stethoskop, günstig erworben, helfen.

Aktionstipps

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin)

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